Soziale Marktwirtschaft
Soziale Marktwirtschaft

Wer hat den Begriff "Soziale Marktwirtschaft" erfunden?

Bis heute ist nicht abschließend geklärt, wer den Namen für das in aller Welt vielzitierte deutsche Modell erfunden hat. Gesichert ist, dass Alfred Müller-Armack, Professor aus Münster, den Begriff Ende 1946 erstmalig in einem akademischen Text benutzte.

4. Februar 2007

Aus dem deutschen Sprachgebrauch ist die Wortkombination "Soziale Marktwirtschaft" nicht mehr wegzudenken. Bis heute jedoch ist nicht abschließend geklärt, wer den Namen für das in aller Welt vielzitierte deutsche Modell erfunden hat. Gesichert ist, dass Alfred Müller-Armack, Professor aus Münster, den Begriff Ende 1946 erstmalig in einem akademischen Text benutzte - und zwar als Überschrift für das zweite Kapitel seines Buches "Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft". Wegen Papiermangels erreichte dieses Buch übrigens zunächst nur eine sehr begrenzte Auflage. 

 Außerdem wird in der Überlieferung auch die Frage diskutiert, ob möglicherweise Müller-Armacks Sekretärin den Begriff kreierte, als sie einen Aktenordner beschriftete. Darüber hinaus sollen verschiedene Wissenschaftler und Politiker unabhängig von Müller-Armack von "sozialer Marktwirtschaft" gesprochen haben.

Unabhängig davon: Dass Müller-Armack den Begriff geprägt und genutzt hat, ist unstreitig. Entscheidender aber ist natürlich die Frage, wie er ihn gemeint hat. Selbst nannte er die Soziale Marktwirtschaft "die irenische Formel eines dritten Weges zwischen Sozialismus und Liberalismus". Damit schuf er den theoretischen Unterbau für eine neue Wirtschaftsordnung im Nachkriegsdeutschland.

Wer hat den Begriff Soziale Marktwirtschaft erfundenLudwig Erhard

Sein Sohn Andreas Müller-Armack in einem WELT-Interview über die Intention seines Vaters: "Für ihn war die Marktwirtschaft als solche schon eine soziale Veranstaltung. Hinzu kommt noch ein Ausgleich für diejenigen, die sich aus eigener Kraft nicht helfen können. Deshalb schrieb er das Wort sozial ja auch mit Großbuchstaben."

Ludwig Erhard hat den Begriff später aufgegriffen und sich vor den Delegierten der CDU in Recklinghausen am 28.August 1948 erstmals öffentlich zu einer "sozialverpflichteten Marktwirtschaft" bekannt. Schließlich hat er wiederum ein Jahr später, im Bundestagswahlkampf vom 14.August 1949, die Soziale Marktwirtschaft zu seiner politischen Erfolgsformel gemacht. Ergebnis: Die CDU/CSU gewann diese erste Nachkriegswahl mit 31 Prozent knapp vor der SPD (29,2 Prozent). 

Weitere Themen

Sozialsystem

Studie: Wie die Arbeitswelt der Zukunft aussieht

Müssen im Zuge einer fortschreitenden Digitalisierung negative Beschäftigungsentwicklungen befürchtet werden? Die vorliegende Studie "Arbeitswelt und Arbeitsmarktordnung der Zukunft" von Dr. Oliver Stettes (IW Köln) zeigt dafür keine empirischen Anhaltspunkte. Manch anderes wird sich dafür grundlegend ändern.

9. Juni 2016
Projektbericht

Wer trägt den Staat im Jahr 2015

Die Frage nach einer gerechten und transparenten Ausgestaltung des deutschen Steuer- und Abgabensystems ist immer wieder Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Dabei ist die Wahrnehmung verbreitet, dass übermäßig stark belastet wird, während die Spitzenverdiener vermeintlich zu wenig zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen. Dieser Projektbericht veranschaulicht wer den Staat wirklich trägt.

25. April 2016
Studie

Werkverträge: besser qualifiziert und höhere Einkommen

Selbständige, die Werkverträge abschließen, sind im Durchschnitt besser qualifiziert und verfügen über ein deutlich höheres Einkommen als abhängig Beschäftigte. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

14. September 2015
Bildungsmonitor 2015

Nur noch geringe Fortschritte – der Osten stagniert

Die Bundesländer erreichen im Vergleich zum Vorjahr nur noch geringe Verbesserungen in der Leistungsfähigkeit ihrer Bildungssysteme. Fortschritten bei den Kindertagesstätten und ganztägigen Betreuungsangeboten stehen Rückschritte bei der Integration gegenüber. Zu diesem Ergebnis kommt der Bildungsmonitor 2015.

3. September 2015
Studie

Gezielte Einwanderung ist gut für Deutschland

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Viele Menschen ziehen zu uns, weil unser Land attraktiv ist. Und diese Menschen helfen dabei, dass es das bleibt. Die Giant Grafik zeigt die Chancen der gezielten Einwanderung auf.

27. August 2015
Gerechtigkeitsmonitor 2015

Deutschland ist gerechter geworden

In Deutschland geht es zunehmend gerecht zu. Das zeigt sich vor allem im internationalen Vergleich. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des INSM-Gerechtigkeitsmonitors, den das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag der INSM berechnet hat.

30. Juni 2015