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Rainer Dulger

"Aus dem Denken in Generationen entsteht ein besonderes Verantwortungsbewusstsein", sagt Rainer Dulger, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und geschäftsführender Gesellschafter beim Familienunternehmen Prominent GmbH. Aus diesem Verantwortungsbewusstsein stellt sich Rainer Dulger, zusammen mit anderen führenden Wirtschaftsvertretern, hinter das Deutschland-Prinzip. Denn: Wohlstand wächst nicht von allein. Deshalb fordert er im aktuellen Anzeigenflight der INSM: "Investitionshemmnisse abbauen - zusätzliche Arbeitsmarktregulierungen stoppen."

Was das konkret heißt? Antworten von Rainer Dulger

1. Was begründet Deutschlands Wirtschaftskraft und Wohlstand?

Eine ganz wesentliche Ursache liegt meines Erachtens in unserer mittelständischen Struktur. Selbst in der Metall- und Elektro-Industrie, dem unbestrittenen Herz der Wirtschaft, haben fast 90 Prozent aller 23.000 Betriebe weniger als 250 Beschäftigte.

Typisch ist auch, dass sie oft seit Generationen im Familienbesitz sind. Unser eigenes Unternehmen beispielsweise wurde von meinen Vater gegründet und wird nun von meinem Bruder und mir geleitet. Aus dem Denken in Generationen entsteht ein besonderes Verantwortungsbewusstsein. In Unternehmen wie unserem werden Ausbildungs- und Arbeitsplätze geschaffen und in schwierigen Zeiten gehalten, Mittelständler engagieren sich für die Region und die Gesellschaft vor Ort. Und dennoch behaupten wir uns im nationalen und internationalen Wettbewerb – jeden Tag.

Ich würde sogar sagen: Wir sind erfolgreich, weil wir tief in der Region verwurzelt sind, uns aber in der ganzen Welt zuhause fühlen.

„Investitionshemmnisse abbauen – zusätzliche Arbeitsmarktregulierung stoppen.“

Rainer Dulger

2. Wo liegen heute die Defizite und welche Hausaufgaben sollte die Politik angehen?

Kein Erfolg kommt von alleine. Der entscheidende Maßstab ist und bleibt die Wettbewerbsfähigkeit. Bei den Unternehmen bin ich sehr optimistisch, aber um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes mache ich mir Sorgen. In den ersten 15 Monaten dieser Bundesregierung sind nur Vorhaben umgesetzt worden, die die Wettbewerbsfähigkeit belasten. Die Arbeitskosten wurden in die Höhe getrieben, die Kosten der Rentengeschenke werden spätere Generationen mühsam abstottern müssen.

Wir sind einer der teuersten Standorte der Welt – ohne Flexibilität haben wir keine Chance. Gleichzeitig ist unser Arbeitsmarkt jetzt schon überreguliert, er ist in kaum einem anderen Land dermaßen stark reglementiert. Und auf die Rekordkosten und die Rekordreglementierung will die Bundesregierung noch einen draufsetzen: Geplant sind beispielsweise noch weitergehende Eingriffe bei Zeitarbeit, zu Werkverträgen oder zur Entgeltgleichheit – alles Themen, bei denen es längst sehr enge Vorschriften gibt.

Den Worten nach hat die Bundesregierung inzwischen erkannt, dass sie nach dem Verteilen nun auch die Frage des Erwirtschaftens wieder in den Blick nehmen muss. Es wird Zeit, dass sie es auch mit ihren Taten beweist.

3. Was sind Deutschlands Chancen?

Zu der genannten Unternehmensstruktur gehören unsere Mitarbeiter. Sie haben durch unser duales Ausbildungssystem eine Berufsausbildung, die weltweit seinesgleichen sucht.  Und gerade im Mittelstand gibt es ein höchst konstruktives Miteinander, mit dem wir auf jeden Kundenwunsch eine kreative Lösung finden können. Zur Wahrheit gehört aber natürlich auch: Anders könnten wir zu den hiesigen Standortkosten auch nicht bestehen.

Aber es geht weit über das hinaus: Unsere Mitarbeiter und unsere Unternehmen bilden eine Einheit. Für uns ist Deutschland mehr als nur ein Standort, für unsere Mitarbeiter ist ihre Arbeit mehr als nur ein Job. Das macht uns stark, das gibt mir auch die Zuversicht, dass wir kommende Herausforderungen bewältigen können. Wenn denn die Rahmenbedingungen stimmen.
 

Weitere Wirtschaftsvertreter, die hinter dem Deutschland-Prinzip stehen:
Alfred Gaffal (vbw), Ulrich Grillo, (BDI), Arndt G. Kirchhoff (METALL NRW), Ingo Kramer (BDA), Margret Suckale (BAVC), Matthias Wissmann (VDA), Stefan Wolf (Südwestmetall)

Anzeigenmotiv in FAZ, FAZ App und Tagesspiegel
Zitat: Rainer Dulger, Präsident Gesamtmetall

(*1964 in Heidelberg)
Nach Abschluss seines Studium im Fachbereich Maschinenwesen arbeitete Rainer Dulger zunächst bei Audi, ab 1992 bei dem Familienunternehmen ProMinent GmbH, dessen geschäftsführender Gesellschafter er 1998 wurde. Neben seiner Tätigkeit bei dem Hersteller für Dosiersysteme, Mess- und Regeltechnik absolvierte er ab 1994 eine berufsbegleitende Promotion, die er 1998 als Doktor der Ingenieurwissenschaften abschloss. 2012 wurde Dulger einstimmig zum Präsidenten von Gesamtmetall gewählt. Darüber hinaus amtiert er als Vizepräsident der BDA und als Vorstandsmitglied im BDI.