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Drei Fragen an Ingo Kramer

„Eine tragende Säule von Sozialpartnerschaft und Tarifautonomie ist die Tarifeinheit“, sagt Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA).Zusammen mit anderen führenden Wirtschaftsvertretern setzt sich Ingo Kramer für das Deutschland-Prinzip ein. Denn: Wohlstand wächst nicht von allein. Deshalb fordert er im aktuellen Anzeigenflight der INSM: „Unser Erfolgsmodell: Ein Betrieb, ein Tarifvertrag. Deshalb: Tarifeinheit sichern.“

Was das konkret heißt? Drei Fragen an Ingo Kramer

1. Was hat Deutschland zu einem wirtschaftlichen starken Land gemacht?

Gut ausgebildete Fachkräfte, gefragte und innovative Produkte sowie eine hohe Wettbewerbsfähigkeit im globalen Vergleich sorgen für eine besondere wirtschaftliche Stärke Deutschlands. Dank der Sozialen Marktwirtschaft gehört Deutschland heute zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Prinzipien wie Chancengerechtigkeit und sozialer Ausgleich sorgen für gesellschaftliche Stabilität. Wesentlich für unseren Erfolg ist auch die Tarifautonomie: Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften regeln gemeinsam und staatsfern die Arbeitsbedingungen in den einzelnen Branchen und Unternehmen.

„Unser Erfolgsmodell: Ein Betrieb, ein Tarifvertrag. Deshalb: Tarifeinheit sichern.“

Ingo Kramer

2. Wo liegen heute die Defizite und welche Hausaufgaben sollte die Politik angehen?

Eine tragende Säule von Sozialpartnerschaft und Tarifautonomie ist die Tarifeinheit. In den Betrieben muss für Arbeitgeber und Arbeitnehmer klar sein, welcher Tarifvertrag gilt. Der Bundestag kann dem vom Bundeskabinett gebilligten Gesetzentwurf mit gutem Grund zustimmen: Die Tarifeinheit stabilisiert die Tarifautonomie und hält sie für die Zukunft funktionsfähig. Eine weitere Herausforderung ist der demografische Wandel, durch den immer weniger Fachkräfte in Deutschland zur Verfügung stehen. Auch bei Ausschöpfung aller Potenziale im Inland werden wir ohne Zuwanderung nicht auskommen.

3. Was glauben Sie, wie sich Deutschland in den kommenden Jahren und Jahrzehnten verändern wird?

Die Digitalisierung wird unsere Betriebe und die Arbeitswelt insgesamt durch zunehmende Arbeitsteilung verändern. Eine „Wirtschaft 4.0“ muss dafür offen sein und so gestaltet werden, dass die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands erhalten bleibt. Die Globalisierung wird in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen: Europa muss hierbei mit einer Stimme sprechen, um von den anderen großen Akteuren der Weltwirtschaft auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden. Die Basis unseres Wohlstands ist ein starker Freihandel. Deshalb müssen wir möglichst bald ein belastbares Freihandelsabkommen mit den USA abschließen.

Weitere Wirtschaftsvertreter, die hinter dem Deutschland-Prinzip stehen:
Rainer Dulger (Gesamtmetall), Alfred Gaffal (vbw), Ulrich Grillo, (BDI), Arndt G. Kirchhoff (METALL NRW), Margret Suckale (BAVC), Matthias Wissmann (VDA), Stefan Wolf (Südwestmetall)

 

Anzeigenmotiv in Frankfurter Rundschau, Handelsblatt und FAZ App
Zitat: Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)

(*1953 in Bremerhaven)
Seit 1982 führt der Diplom-Wirtschaftsingenieur Ingo Kramer die Geschäfte der Firmengruppe J. Heinr. Kramer. Zwischen 1987 und 1992 amtierte er als Fraktionsvorsitzender der FDP in der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung. Gegenwärtig bekleidet Kramer leitende Positionen in verschiedenen Institutionen: Seit 2004 ist er Vizepräsident des Instituts der deutschen Wirtschaft, seit 2010 Vorstandsvorsitzender der Stiftung der Deutschen Wirtschaft und seit 2015 Vizepräsident von BUSINESSEUROPE. 2013 wurde er zum Präsidenten der BDA gewählt.