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30. Aug 2017

Prognos-Studie
Auf Kosten der Kinder: Wer Rentenpläne von SPD und CSU zahlt

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Die Rentenreformen der Jahrtausendwende haben dafür gesorgt, die Finanzierung der Rente nachhaltig zu sichern und die Kosten gerechter auf die Generationen zu verteilen. Die SPD will diesen Kompromiss nun wieder aufkündigen. Wer profitiert davon, wer zahlt? Und nicht zuletzt: Was würde die CSU-Mütterrente für die Generationengerechtigkeit bedeuten? Antworten liefert die neue Studie von Prognos.

Die seit der Jahrtausendwende beschlossenen Rentenreformen haben eine Stabilisierung des Rentensystems bewirkt. Durch die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre und die Einführung einer demografischen Komponente in der Rentenformel konnte der Anstieg des Beitragssatzes stabilisiert werden. Gleichzeitig wurde mit dem eingeschlagenen Kurs auch ein neuer Finanzierungskompromiss für den Generationenvertrag in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) beschlossen, um die Lasten der demografischen Entwicklung gerecht(er) zwischen Rentnern und Beitragszahlern sowie zwischen heutigen und zukünftigen Generationen zu verteilen. Bereits in den letzten Jahren ist das Leitmotiv der Generationengerechtigkeit in der Rentenpolitik jedoch wieder zunehmend aus dem Blick geraten. Durch die Politik der aktuellen Regierung – die Rente mit 63 und die Ausweitung der Mütterrente auf Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden – wurde der Finanzierungskompromiss zu Ungunsten der jungen Generationen aufgeweicht.

Vor diesem Hintergrund hat die Studie „Generationengerechte Rentenpolitik?“ verschiedene Vorschläge zur Reform der gesetzlichen Rente einem Generationengerechtigkeits-Check unterworfen. Untersucht werden die Auswirkungen einer weiteren Aufwertung der Kindererziehungsleistungen für vor 1992 geborene Kinder (Mütterrente), wie es die CSU in ihrem Bayernplan vorsieht, und die Auswirkungen einer doppelten Haltelinie, das heißt einer Fixierung des Rentenniveaus auf dem heutigen Niveau von etwa 48 Prozent sowie zusätzlich einer Deckelung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung bei 22 Prozent, wie es das Wahlprogramm der SPD vorsieht.

 

Mütterrente und doppelte Haltelinie verfehlen Generationengerechtigkeit

Das Ergebnis des Generationengerechtigkeits-Checks ist eindeutig: Gemessen am Maßstab der Generationengerechtigkeit verfehlen sowohl die Mütterrente als auch die doppelte Haltelinie das Ziel einer für alle Generationen gerechten Rentenpolitik.

Die CSU-Mütterrente, also die weitere Aufwertung der Kindererziehungsleistungen für vor 1992 geborene Kinder, kostet 171 Milliarden Euro. Von der Mütterrente würden alle Jahrgänge bis 1964 profitieren. Sie erhalten im Durchschnitt gut 4.000 Euro an zusätzlichen Leistungen, wobei der Jahrgang 1953 mit 7.900 Euro am stärksten profitiert. Die Verlierer dieser Maßnahme sind die Geburtenjahrgänge 1965 und jünger. Für diese Altersgruppe ergibt sich ein durchschnittlicher Verlust von ca. 2.000 Euro. Die Mehrbelastung für die Neugeborenen durch die Mütterrente beträgt rund 600 Euro.
 

Bilanz der Mütterrente II, kummuliert
Gewinner und Verlierer der CSU-Mütterrente II

Noch viel deutlicher verfehlt wird das Ziel der Generationengerechtigkeit im Falle der SPD-Rente (Fixierung des Rentenniveaus und des Beitragssatzes). Von der doppelten Haltelinie würden alle Jahrgänge, die vor 1994 geboren wurden, profitieren. Die großen Gewinner dieser Vorschläge sind wie bereits in der Vergangenheit die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge. Für diese summiert sich der finanzielle Vorteil für ihr verbleibendes Leben im Durchschnitt auf einen Betrag zwischen 25.000 und 30.000 Euro. Am stärksten profitiert der Jahrgang 1964 mit 30.700 Euro.

Gewinner und Verlierer der SPD-Rente

Die Folgen einer solchen Politik hätten die zukünftigen Beitragszahler zu tragen. Für ein im Jahr 2015 geborenes Kind ergibt sich eine Mehrbelastung von 15.000 Euro. Hinzu kommt ein Betrag in Höhe von in der Summe 1.100 Milliarden Euro, welchen die heute noch ungeborenen, zukünftigen Generationen zur Finanzierung der höheren Rentenzahlungen aufbringen müssten. Insgesamt kostet die „Doppelte Haltelinie“ die jungen und ungeborenen Menschen 1.245 Milliarden Euro.
 

Bilanz der SPD-Rente, kummuliert

Mit einer vorauschauenden Politik, welche auch die Belange nachfolgender Generationen im Blick hat, sind die derzeitig diskutierten Vorschläge für eine Fixierung des Rentenniveaus daher nicht vereinbar. Zudem ist die Fixierung des Beitragsniveaus auf 22 Prozent Augenwischerei. Das höhere Rentenniveau würde statt vom Beitragszahler vom Steuerzahler bezahlt. Der Steuerzuschuss in die Rentenversicherung müsste sich im Jahr 2045 im Vergleich zu geltendem Recht fast verdoppeln und von 152 Milliarden auf 277 Milliarden steigen, um die entstehende Finanzierungslücke zu schließen.
 

Steuerzuschüsse SPD-Rente

Um dem berechtigten Wunsch, einem sinkenden Rentenniveau bei gleichzeitig steigenden Beitragssätzen nach 2030 entgegenzuwirken, gibt es nur ein Mittel: das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung koppeln. Welche Auswirkung eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf die Beitragssätze und das Rentenniveau hat, zeigen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Mit einem höheren Renteneintrittsalter können sowohl der Beitragssatz als auch das Rentenniveau stabilisiert werden. Mit der Kopplung des Renteneintrittsalters nach der Maßgabe „Ein Jahr mehr Lebenserwartung gleich acht Monate länger arbeiten und vier Monate mehr Rente“ wird dies erreicht und sichergestellt, dass die Rentenkasse auch über das Jahr 2029 hinaus finanzierbar bleibt. So bliebe der Beitragssatz bis 2060 stabil bei etwa 22 Prozent, und das Rentenniveau läge etwa ein Prozentpunkt höher als nach der heutigen Regelung.

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