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Dieser Beitrag erscheint im Original als Vorwort im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Wolfgang Clement

Das Deutschland- Prinzip

Dies ist ein außergewöhnliches Buch. Es ist den Stärken Deutschlands gewidmet. Und das ist in einem Land, in dem die Leidenschaft zu Selbstkritik hoch entwickelt ist, sicher ungewöhnlich. Und noch mehr ist es der Inhalt. Er besteht zu wesentlichen Teilen aus 175 Beiträgen von wichtigen Köpfen unseres Landes und des internationalen Lebens. Es sind Unternehmerinnen und Unternehmer, Politiker und Diplomaten, Wissenschaftler, Publizisten und Journalisten, Sportler, Künstler und Kulturschaffende, die auf unsere Bitte oft geradezu spontan zu Papier gebracht bzw. ins Internet geschrieben haben, was unser Land aus ihrer Sicht stark macht. Worauf sich unsere Wirtschaftskraft gründet. Was es für den sozialen Ausgleich braucht. Worauf wir stolz sein können – und was wir weiterentwickeln müssen, um auch künftige Herausforderungen souverän angehen zu können.

Dieses Echo finde ich begeisternd und beeindruckend. Aus ihm spricht ein Engagement für unser Land und seine inneren wie äußeren Belange, auf das Verlass ist. Das in die Zukunft trägt. Und das sich wohltuend von der Distanz zwischen „politischer Klasse“ und „Zivilgesellschaft“ abhebt, von der hierzulande bei anderen Gelegenheiten gern die Rede ist. Uns macht dies sicher: Wer ein wahrhaftiges Interesse am Diskurs, an tiefer gehender Diskussion und Kommunikation über die Herausforderungen hat, die sich unserem Land stellen, der findet hier offene Türen. Die Bereitschaft, mitzureden, mitzutun und mit zu verantworten, ist gegeben. Und sie ist offensichtlich größer, als manche vermuten. Sie ist mutmaßlich auch größer, als sie von „der Politik“ in Anspruch genommen wird, und zwar generell und nicht bloß anlässlich dieses oder jenes Sachthemas.

„Innovationen, Freiheit, offene Grenzen und Solidarität sind die Grundlagen für unsere Wirtschaftskraft und damit unseren Wohlstand. Das ist das Deutschland-Prinzip.“

Wolfgang Clement

Die verschiedenen Autoren und wir, die wir dieses Buch verantworten, sind ganz gewiss nicht allesamt einer Meinung, was Soziale Marktwirtschaft heute ausmacht und wie sie jedenfalls unter den Bedingungen der globalen und digitalen Welt im Einzelnen ausgestaltet sein sollte. Mit dem Deutschland-Prinzip unternehmen wir deshalb den Versuch, diese für unser Land grundlegende Wirtschaftsordnung neu zu formieren und auf den Punkt zu bringen. Und wir freuen uns auf die weiterführenden Diskussionen zu diesem Thema. Aber dabei sind wir zuversichtlich, dass uns dies eint, nämlich: die Überzeugung, dass diese Wirtschaftsordnung unentbehrlicher Teil der Geschichte und der Geschicke unseres Landes ist, dass sie das Wesen und den Charakter unseres Landes entscheidend geprägt hat und dass wir hoffen und auch dafür eintreten, dass dies auch im europäischen Deutschland so sein und bleiben möge.

Kuratoriumsvorsitzender der INSM (* 7. Juli 1940 in Bochum)

Nach einem Volontariat und einem Jura-Studium arbeitete Clement zunächst als Redakteur bei der Westfälischen Rundschau, dann bei der Hamburger Morgenpost. Seine politische Laufbahn begann 1989 als Staatssekretär des Landes Nordrhein-Westfalen, später übernahm er verschiedene Minister-Ämter. Von 1998 bis 2002 war er Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und von 2002 bis 2005 Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit. 2008 trat Wolfgang Clement aus der SPD aus.

Die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland ist eine beinahe weltweit geachtete Erfolgsgeschichte. Das gilt auch und erst recht seit der Wiedervereinigung unseres Landes. Wir sind heute – ungeachtet gelegentlich aufschäumender innereuropäischer Debatten – ein international hoch geschätzter, zuverlässiger Partner und ein Wirtschaftsmotor Europas. All dies wird hier in Beiträgen, Essays, Interviews oder Porträts, Daten, Grafiken und großartigen Fotografien beleuchtet. Und so wird deutlich, was war und was ist. Aber auch, worauf es ankommt, wenn wir die Erfolgsgeschichte weiterschreiben wollen. Innovationen, Freiheit, offene Grenzen und Solidarität sind die Grundlagen für unsere Wirtschaftskraft und damit unseren Wohlstand. Das ist das Deutschland-Prinzip. Die Welt, die sich vor uns und den uns nachfolgenden Generationen auftut, ist eine völlig andere als die, aus der wir kommen: Sie ist global und digital und unglaublich schnell und dynamisch. Industrie 4.0 und Sharing Economy sind zwei Begriffe, die erkennbar machen, dass wir uns auf ganz erhebliche Veränderungen unserer Lebens- und Arbeitswelten zubewegen. Im Gefolge der rasanten technologischen Entwicklungen steht uns ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel ins Haus, der die Dimensionen der ersten industriellen Revolution erreichen könnte. Er wird jedenfalls alle verantwortlichen Kräfte in Old Europe und namentlich unseres Landes herausfordern – in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, in Kunst und Kultur, in allen Branchen und Bereichen unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens.

Umso glücklicher sind wir, ein Projekt wie dieses auf den Weg gebracht und so viele kluge Köpfe für einen Beitrag zum Deutschland- Prinzip gewonnen zu haben. Es ist ein spannendes und ein an Spannung reiches Buch daraus geworden. Es versammelt viele derjenigen, die gebraucht werden, wenn es gilt, auf die ins Haus stehenden Herausforderungen zu antworten. Wer will, der findet hier, was die Stärken Deutschlands ausmacht und was uns durchaus selbstbewusst in die Zukunft schauen lassen kann. Es findet sich aber auch Kritik an dem, was dem Fortschritt sicher nicht dient, wie namentlich ein .berma. an bürokratischer Gängelung und Regulierung in unternehmerischen Verantwortungsbereichen. Vor allem aber kommt hier in zum Teil kräftigen Strichen zum Ausdruck, was dazugehört und was nicht, wenn wir im weltumspannenden, im globalen und digitalen Wettbewerb bestehen wollen. Ich habe allen Grund, den Autorinnen und Autoren und all denen zu danken, die dieses einmalige Buchprojekt m.glich gemacht haben. Ich wünsche ihnen Leserinnen und Leser, denen die Zukunftsfähigkeit unseres Landes ein Herzensanliegen ist.