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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Wolfgang Bosbach

„... dass a Geld nit auf da Wiesen wachst“

Der bekannte österreichische Liedermacher Hubert von Goisern weiß genau, „dass a Geld nit auf da Wiesen wachst“, und viele Millionen Fans dürften inzwischen den Refrain des Liedes „Brenna tuats gut“ lauthals mitgesungen haben. Wenn aber unsere Wiesen als Basis für Wachstum und Wohlstand ausfallen, was ist dann die Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolges – ohne den auch ein hohes Maß an sozialer Sicherheit nicht gewährleistet werden kann? Deutschland ist – trotz Kohle, Kalisalz und Baustoffen – ein rohstoffarmes Land. Wie kaum eine andere Nation sind wir auf Importe wichtiger Rohstoffe angewiesen – und das gilt nicht nur für Rohöl.

„Wer nix im Boden hat, muss was in der Birne haben.“

Wolfgang Bosbach

Zugegeben, der alte Spruch ist und bleibt ein Kalauer, aber in ihm steckt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. Unsere wichtigsten Rohstoffe sind unser Wissen und unsere Fähigkeit, mit neuen, innovativen Produkten und Dienstleistungen unsere Positionen auf den Weltmärkten zu behaupten und gegen erbitterte Konkurrenz erfolgreich zu verteidigen. Deshalb ist die wichtigste Zukunftsinvestition eine bestmögliche Bildung für unsere Kinder. Jedes Kind sollte nicht nur eine Bildungschance erhalten – sondern seine. Es ist wichtig, dass wir unsere Kinder individuell fördern, je nach ihren Neigungen, Interessen und Talenten.

MdB, Vorsitzender des Innenausschusses
(* 1952 in Bergisch Gladbach)

Wolfgang Bosbach wurde seit 1994 im Rheinisch- Bergischen Kreis stets direkt in den Deutschen Bundestag gewählt. Seit 1991 ist Bosbach niedergelassener Rechtsanwalt. Jurist war er auf dem zweiten Bildungsweg geworden. Nach der mittleren Reife hatte Bosbach zunächst eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann gemacht und als Supermarktleiter gearbeitet.

Es ist ja richtig, dass man Kinder nicht überfordern sollte – aber man darf sie auch nicht unterfordern! Gleichzeitig müssen wir unsere Anstrengungen in Forschung und Entwicklung deutlich erhöhen – und das ist nicht nur eine staatliche Aufgabe. Auf dieses Ziel müssen sich alle Unternehmen konzentrieren, die mit intelligenten Produktinnovationen ihre Zukunft und damit die Zukunft unseres Landes sichern wollen. Die Schweiz hat kaum Rohstoffe, keinen Zugang zum Meer, keine schiffbaren Flüsse – aber im weltweiten Ranking der Patente pro Einwohner nimmt sie unangefochten den Spitzenplatz ein! Innovation plus Präzision als Basis von Wachstum und Wohlstand. Gesellschaftlich gilt: Wir müssen aufpassen, dass wir nie den engen Zusammenhang von Wirtschaftskraft und sozialer Sicherheit aus den Augen verlieren. Nur wenn wir auch weiterhin wirtschaftlich stark, leistungs- und international wettbewerbsfähig sind, werden wir auch den Sozialstaat festigen oder – wenn möglich – weiter ausbauen können. Denn, wie gesagt: „A Geld wachst nit auf da Wiesen!“