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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Dr. Reinhold Festge

Unternehmerische Freiheit ist die Grundlage

Ist von der Stärke Deutschlands die Rede, rückt zunächst die Wirtschaft unseres Landes, seine ökonomische Kraft, ins Blickfeld. Deutschland – obwohl vergleichsweise klein und auch nicht gesegnet mit besonderen Rohstoffvorkommen – ist doch ein guter Ort, um erfolgreich zu wirtschaften.

Die deutsche Wirtschaft ist geprägt von zwei zentralen Eigenschaften. Zunächst ist dies die Fokussierung auf die industrielle Wertschöpfung. Diese hat Deutschland stets bewahrt; auch als andere Länder die Weichen – zunächst erfolgreich – anders gestellt haben. Hierin liegt wohl der Hauptgrund für die vergleichsweise gute Stabilität unseres Landes gerade auch in den Krisenjahren, die hinter uns liegen.

„Mittelständische Familienunternehmer handeln risikobewusst. Ihre Struktur erlaubt ihnen dabei weitsichtig und langfristig zu handeln.“

Dr. Reinhold Festge

Deutschlands Wohlstand hängt maßgeblich vom Erfolg des industriellen Mittelstands ab. Seine Wettbewerbsfähigkeit basiert auf dem Wissen und den technischen Fertigkeiten in den Unternehmen. Ihre Struktur – mittelständisch, familiengeführt, regional verwurzelt – verschafft unserer Wirtschaft insgesamt die notwendige Flexibilität, Schnelligkeit und Innovationskraft.

Präsident des VDMA
(* 1945 in Oelde)

Nach seinem Studium der Medizin und der Betriebswirtschaftslehre trat Festge 1980 in die Haver & Boecker OHG, Oelde, ein. Nach Stationen in Brasilien und den USA ist er seit 1987 persönlich haftender Gesellschafter und war bis 2013 auch Geschäftsführer des Unternehmens. Im Ehrenamt amtiert Festge als Präsident des VDMA.

Viele Mittelständler haben Nischen für sich gefunden und erfolgreich besetzt. Oft sprechen wir von Hid- den Champions, die die globale Messlatte legen. Grundlage ist dabei die technologische Führerschaft. Wie kaum eine andere Industrie steht der deutsche Maschinen- und Anlagenbau für die Fähigkeit, technisches Wissen und Können in hochanspruchsvolle Produkte umzusetzen. Damit trägt er maßgeblich zum Erfolg unseres Landes bei.

Die breite Aufstellung in vielen Bereichen der industriellen Wortschöpfung, gepaart mit der Dominanz relativ kleiner Unternehmen, führt zu einer weiteren deutschen Besonderheit: leistungsfähige Netzwerke und Cluster, in denen Unternehmen, aber auch Forschungseinrichtungen, oft auch in enger Abstimmung mit der Verwaltung, Themen und Innovationen vorantreiben. Es sind gerade auch diese Strukturen, die Deutschland eine sehr gute Ausgangsposition für die Digitalisierung der Wertschöpfung – kurz Industrie 4.0 – verschaffen.

Unternehmerische Freiheit ist für diesen Erfolg unabdingbar. Nur mit einer Wirtschaftsordnung, die den Unternehmen Freiheit zum Handeln eröffnet, können wir die Kräfte des Marktes zum gesellschaftlichen Wohl nutzen. Niemand – insbesondere auch kein bürokratischer Apparat – kann besser und schneller darüber urteilen, ob eine Idee, ein Geschäftsmodell oder eine Innovation erfolgreich sein kann. Das unternehmerische Risiko, das Risiko zu scheitern, ist unabdingbarer Teil dieser Freiheit.

Mittelständische Familienunternehmer handeln risikobewusst. Ihre Struktur erlaubt ihnen dabei weitsichtig und langfristig zu handeln.

Diese Faktoren bilden eine einzigartige Grundlage. Diese gilt es zu erhalten. Leider geraten die guten Rahmenbedingungen oft aus dem Fokus. Wir können stolz auf unsere Stärke und deren Ursachen sein. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir stetig an ihrem Erhalt arbeiten müssen. Wenn wir das beherzigen, können wir unsere Erfolgsgeschichte fortschreiben.