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Gründer Myboshi

Zwei links, zwei rechts, zwei fallen lassen. Die Mützenmacher von Myboshi häkeln sich zum Erfolg

Mit Langeweile bei einem Skiaufenthalt in Japan fing es an, dass sich Felix Rohland und Thomas Jaenisch das Häkeln beibringen ließen. Das ist sieben Jahre her. Mittlerweile haben sich die beiden Gründer von Myboshi ein Häkelimperium in dreizehn Ländern aufgebaut. Häkeln ist wieder hip.

Anfang 2009
Die zwei Studenten Felix Rohland und Thomas Jaenisch, befreundet seit der Schulzeit, reisen zum Skilehrer-Austausch nach Japan. In Ermangelung von Après-Ski-Aktivitäten schauen sie einer spanischen Kollegin beim Häkeln zu – und lernen diese alte Handarbeitstechnik von ihr. Die selbstgefertigten Mützen der beiden werden zum exotischen Blickfang, zwei Australier kaufen ihnen die ersten Exemplare vom Kopf weg ab. Felix und Thomas häkeln weiter. „In unserer digitalen Welt geht einem ja das Gefühl verloren, etwas produktiv zu erschaffen. Da fanden wir es toll, in ein paar Stunden so coole Mützen herzustellen“, erinnert sich Felix. In einer Karaoke-Bar in Tokio reift der Entschluss, es mit einer Geschäftsidee zu wagen. Noch von Japan aus registriert das Duo eine Webdomain, die nach dem japanischen Wort „boshi“ für „Mütze“ benannt ist: www.myboshi.net.

März 2009
Zurück in Deutschland, schließen sich die beiden zu einer GbR zusammen. Am 3. März verkaufen sie ihre erste Boshi in Deutschland. Die beiden häkeln im Auftrag für Freunde, Verwandte und Freundesfreunde. Mütter kramen ihre alten Handarbeitsbücher heraus und helfen, die Qualität zu optimieren. Winter 2009-2010: Die Nachfrage nach Boshis wird so groß, dass Felix und Thomas mit dem Häkeln kaum noch nachkommen. „Zwei Stück am Tag sind ja noch lustig, aber wenn man zehn machen muss, bleibt der Spaß irgendwann auf der Strecke.“ Und es gilt ja auch noch, die Ausbildung zu beenden – Thomas studiert Wirtschaftsingenieurwesen in Freiberg, und Felix will Realschullehrer werden. Doch der neue Mützen-Trend ist nicht mehr aufzuhalten. Ein erster Online-Shop bringt täglich neue Kunden. Über eine Zeitungsannonce werben die Geschäftspartner „Heimarbeiter für Häkelarbeiten“. Es melden sich 60 Bewerberinnen.

August 2010
Zu dem inzwischen erwirtschafteten Guthaben von 5.000 Euro leihen sich die beiden Häkelmeister von ihren Großmüttern je 2.500 Euro und beauftragen eine Agentur mit ihrer ersten professionellen Website. Der Konfigurator bringt den Durchbruch: Mit ein paar Klicks kann jeder seine individuelle Boshi entwerfen. In den Jahren 2009 und 2010 häkeln die Heimarbeiter insgesamt 500 Mützenbestellungen ab.

2011
Die Presse wird aufmerksam: Nach Artikeln in den Lokalzeitungen der Region kommt der Mitteldeutsche Rundfunk auf die beiden Existenzgründer zu, daraufhin die Bild Zeitung. Der Frech Verlag möchte ein Handarbeitsbuch mit Häkelanleitungen für Boshis herausbringen.

2012
Am 20. Januar 2012 erscheint das Buch „Mützenmacher“ in einer Auflage von 10.000 Exemplaren. „Inzwischen ist es das meistverkaufte Handarbeitsbuch aller Zeiten“, freut sich Felix. Zusätzlich entwickeln die Häkelmeister kleinere Anleitungsbücher, sogenannte „Häkelguides“. In den Folgejahren erscheinen 14 davon. Der Do-it-yourself-Idee messen die Gründer von nun an eine größere Bedeutung bei. Myboshi will zum Selbermachen motivieren, Häkeln wird cool. Eine eigene Wolle muss her. Mit dem Großhändler H&W in Pegnitz findet sich der passende Kooperationspartner. Am 8. Oktober erscheint das zweite Buch, „mützenundmehr“. Seit Ende des Jahres gibt es die originale Boshi-Wolle im Handel. Im Jahr 2012 fertigen Häkler und Häklerinnen 20.000 bestellte Mützen.

2013
Eine weitere Kooperation mit dem Häkelnadel-Hersteller Prym schafft die Voraussetzung, Wolle, Anleitung und Häkelnadel als Set zu verkaufen. „Damit haben wir neue, junge Leute angesprochen, die niemals in einen Wollladen gehen würden“, so Felix. Im August eröffnen die Jungunternehmer ein Ladengeschäft in Hof mit der ersten festangestellten Mitarbeiterin. Am 16. September erscheint das dritte Buch, „myboshi drinnen und draußen“. Im Oktober geht die neue Website www.selfmade-boshi.com online. Die erste Häkel-WM findet in Zirmdorf bei Nürnberg statt. 25.000 individuell gehäkelte Mützen werden verkauft. Diese Boshis machen jedoch nur etwa 20 Prozent des Umsatzes aus – 3,2 Millionen Euro im Jahr 2013. Der Rest wird über den Wollvertrieb und die Bücher erwirtschaftet.

2014
Myboshi wird international: In 13 Ländern, bedient Myboshi Häkelfans. Am 1. September erscheint das vierte Buch „myboshi 4 seasons“. Im September wird der Firmensitz nach Konradsreuth verlegt. Die beiden haben ein altes Fabrikgebäude gekauft und umgebaut. Felix und Thomas werden für den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Aufsteiger nominiert und landen auf dem zweiten Platz.

2015
Das erfolgreiche Start-up beschäftigt mittlerweile 13 festangestellte Mitarbeiter. Je nach Saison häkeln 30 Heimarbeiterinnen auf 450-Euro-Basis bestellte Mützen oder experimentieren mit neuen Mustern. Im Februar 2015 erscheint das Häkelmärchen „Der kleine Löwe Henri“. Die Gesamtauflage aller Boshi-Handarbeitsbücher knackt die Millionenmarke.