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27. Jan 2010

Was tun gegen die Kreditklemme?

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Zwar sind sich die Ökonomen weitgehend einig, dass eine flächendeckende Kreditklemme nicht in Sichtweite ist, dennoch bestehe auch für Deutschland die Gefahr, von der „japanischen Krankheit“ befallen zu werden. Der Begriff bezieht sich auf die Wirtschaftskrise im Japan der 90er Jahre. Er beschreibt eine Situation, in der eine nicht vollständige Bereinigung der Krise am Bankenmarkt zu einer lang anhaltenden wirtschaftlichen Talfahrt führt. Und was macht die Politik? Der Staat will mittels der staatseigenen Bank KFW Geld zu den Banken und von da zu den Unternehmen pumpen. Sogar von staatlichem Zwang, Kredite zu vergeben ist die Rede.

Vor staatlicher Kreditvergabe warnt der Direktor des Instituts für Bankwirtschaft und Bankrecht an der Universität Köln, Prof. Thomas Hartmann-Wendels: „Eine direkte Kreditvergabe durch den Staat z.B. mittels der KfW würde dazu führen, dass der Staat etwas in die Hand nimmt, wozu ihm die nötige Expertise fehlt.“ Dabei hat die Politik keinen Grund die Situation zu ändern meint der Finanzwissenschaftler Prof. Wolfgang Gehrke: "Wir müssen sehr vorsichtig sein, ob die Politiker, die jetzt auf die Kreditinstitute zeigen und sagen, sie werden ihrer Aufgabe nicht gerecht, ob diese Politiker vielleicht nicht sogar mit zwei Zungen reden. Denn sie können ja selber das Geld gut gebrauchen. Sie verschulden sich ja über alle Ohren. Das heißt sie geben Anleihen aus und diese Anleihen sind das sicherste, was eine Bank im Moment zeichnen kann. Das heißt also: der Staat profitiert davon, dass die Kreditinstitute im Moment sichere Anleihen suchen und dann nach Staatstitel greifen."

Die Europäische Zentralbank versucht der Kreditklemme mit noch mehr billigem Geld entgegenzusteuern. 442 Milliarden Euro hat die EZB den Banken 2009 mittels eins Jahrestenders zur Verfügung gestellt. Wo aber ist das Geld geblieben? "Die Banken verwenden das Geld, um den Staat zu finanzieren. Und auf der anderen Seite legen die Banken auch untereinander an oder wieder bei der Europäischen Zentralbank, was natürlich ein verhängnisvoller Kreislauf ist. So bleibt das Geld in einem geschlossenen Bankenkreislauf bzw. beim Staat und kommt nicht dort an, wo wir es eigentlich brauchen, nämlich bei den Unternehmen", sagt dazu der Direktor des Centrums für angewandte Wirtschaftsforschung Münster, Prof. Ulrich van Suntum.

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