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21. Jul 2015

Rentenanpassung
Faire Lastenverteilung zwischen jung und alt

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Wir leben immer länger. Damit steigt auch die Zeit, in der wir Rente beziehen. Soll die Rentenversicherung finanzierbar bleiben, muss auch die Lebensarbeitszeit zunehmen. Am besten, indem das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung gekoppelt wird. Ein Vorschlag.

Warum ist es gerecht, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln?

In den 1960er Jahren bekamen Männer in Westdeutschland im Schnitt gut 11 Jahre lang eine gesetzliche Rente, heute sind es mehr als 17 Jahre.

  

Und die Bertelsmann-Stiftung hat ermittelt, dass es in Deutschland bis 2030 fast 50 Prozent mehr über 80-Jährige geben wird als derzeit. Wir alle sind froh darüber, länger leben zu können. Aber die nachkommenden Generationen dürfen darunter nicht leiden. In den kommenden Jahren wird es nicht nur mehr Rentner geben, diese werden auch – dank der weiter steigenden Lebenserwartung - deutlich länger Rente beziehen. Damit es zwischen der (wachsenden) Gruppe der Rentenbezieher und der (schrumpfenden) Gruppe der Rentenbeitragszahler bei einer fairen Lastenverteilung bleibt, muss die Regierung das Rentensystem zukunftsfest machen. Der demografische Wandel gefährdet ansonsten langfristig die Finanzierung unserer sozialen Sicherungssysteme

  

Im Jahr 2030 wird die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre abgeschlossen sein. Doch die Lebenserwartung wird auch über diesen Zeitpunkt hinaus noch weiter steigen, wodurch sich einseitig die Rentenbezugsdauer weiter verlängern würde. Ziel muss es aber sein, das Verhältnis aus Arbeitszeit und Rentenbezugsdauer dauerhaft konstant zu halten. Daher sollte die Regierung die gesetzliche Rentenversicherung generationengerecht für Jung und Alt auf diese Veränderungen vorbereiten und ab 2030 das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln. Mit der Kopplung des Renteneintrittsalters nach der Maßgabe „Ein Jahr mehr Lebenserwartung gleich acht Monate länger arbeiten und vier Monate mehr Rente“ wird dies erreicht. So bliebe die Rentenkasse auch über das Jahr 2029 hinaus finanzierbar.

Ein Rechenbeispiel

Wer 1970 im Alter von 65 Jahren in Rente ging, hatte durchschnittlich noch 12,7 Jahre vor sich, in denen er Rente bezog. Wer heute mit 65 Jahren in Rente geht, kann davon ausgehen über 19 Jahre lang seine Rente zu bekommen. Ein Blick in die Zukunft: Wer 2030 im Alter von 67 Jahren in Rente geht, wird durchschnittlich noch 18,8 Jahre lang Rente beziehen - also fast genauso lange wie ein 65-Jähriger heute. Wer 2050 in Rente geht, erhält – nach den aktuellen Vorgaben – dagegen voraussichtlich 20,5 Jahre lang eine Rente, also deutlich länger. Würde das Renteneintrittsalter ab 2030, also nachdem die Rente mit 67 vollständig umgesetzt ist, an die gestiegene Lebenserwartung gekoppelt – mit der Maßgabe „Anstieg der Lebenserwartung um 1 Jahr gleich 8 Monate länger arbeiten und 4 Monate länger Rente“ - ginge ein Arbeitnehmer 2051 mit 68 Jahren in Rente und würde dennoch länger seinen Lebensabend genießen (nämlich rund 19,4 Jahre) als ein Rentner heute (17,5 Jahre).