Bürokratieabbau – Effizienzsteigerung durch weniger Vorschriften
Knapp 5.000 Gesetze und Verordnungen des Bundes mit mehr als 100.000 Einzelnormen gelten aktuell in Deutschland – hinzu kommen die Gesetze und Verordnungen der Länder, kommunale Satzungen und unmittelbar geltendes EU-Recht — Tendenz steigend. Es ist Zeit, umzudrehen. Bürokratie muss neu gedacht werden, auch in ihrer grundsätzlichen Funktion. Denn nur ohne, unnötige, Bürokratie kann die Wirtschaft wirklich effizient arbeiten und der Staat sich auf seine Kernkompetenzen fokussieren.
Publikationen zum Thema Bürokratieabbau
Wie kann die Soziale Marktwirtschaft im Zeitalter der Globalisierung, des demografischen Wandels und der Wissensgesellschaft erfolgreich bestehen? Unsere Veröffentlichungen geben Antworten. Hier finden Sie alle Publikationen der INSM.
Pressemeldungen zum Thema Bürokratieabbau
Hier finden Sie alle Pressemeldungen der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Kontakt: Carl-Victor Wachs Telefon: 0176 61649030 E-Mail: wachs@insm.de
- BürokratieabbauPressemitteilung
INSM-Studie: Regierungsapparat wächst weiter / Rund 12.000 mehr Stellen geplant als im letzten Ampel-Jahr / Laut Planung fast 53.500 Stellen mehr als 2017
Auch unter der Merz-Klingbeil-Regierung wächst der Regierungsapparat weiter auf ein neues Rekordhoch: Im Haushaltsentwurf 2027 plant die Regierung mit 310.487 Stellen, ein Plus von 12.347 (+ 4,1 Prozent) gegenüber dem letzten vollen Jahr der Ampel-Regierung 2024. Gegenüber 2017 wächst die Zahl der Stellen sogar um 53.418. Dies ergibt eine neue Studie zur „Stellenmehrung in der Bundesverwaltung" der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Im Koalitionsvertrag war dagegen vereinbart worden, den Personalkörper um 8 Prozent bis zum Ende der Legislaturperiode zu reduzieren. Um dieses Ziel noch zu erreichen, müssten 2028 und 2029 jeweils rund 18.000 Stellen abgebaut werden.
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Neue INSM-Studie: Bürokratiebelastung wächst
INSM am Tag des „Entlastungskabinetts“: Bürokratieabbau machen, nicht nur ankündigen Entgegen anderslautenden Behauptungen aus der Politik erleben die Unternehmen weiterhin steigende Bürokratielasten. Dies ergibt eine neue Studie des IW Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die heute in Berlin veröffentlicht wurde. Während der offizielle Bürokratiekostenindex des Statistischen Bundesamtes seit 2012 einen Rückgang ausweist, zeichnet die Befragung von Unternehmen ein völlig anderes Bild: Im IW-Zukunftspanel (über 1.000 Unternehmen) sagen fast 55 Prozent, der Bürokratieaufwand sei spürbar gestiegen, rund weitere 24 Prozent sehen zumindest eine Zunahme. Gerade einmal 1,5 Prozent berichten von einer Entlastung. Der Grund für die Diskrepanz: Die offizielle Messung erfasst nur einen engen Ausschnitt, EU-Recht, Landes- und Kommunalvorschriften sowie der Aufwand durch ständige Gesetzesänderungen fließen gar nicht erst ein.
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INSM-Umfrage: 58 Prozent der Deutschen halten Wirtschaftswende für unwahrscheinlich
Die Civey-Umfrage im Auftrag der INSM zeigt: Als wichtigstes Thema für die neue Bundesregierung sieht die übergroße Mehrheit von ca. 75 Prozent den Bürokratieabbau
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INSM gewinnt Politikaward für Bürokratie-Museum
Der Preis, vergeben vom Magazin politik&kommunikation und der Quadriga Hochschule, würdigt jährlich herausragende Projekte und Persönlichkeiten der politischen Kommunikation.
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ÖkonomenBlog zum Thema Bürokratieabbau
Der ÖkonomenBlog richtet sich an alle, die sich für Ökonomie interessieren und politische Diskussionen aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht beleuchten wollen. Prominente und ausgewiesene Experten veröffentlichen hier fundierte Beiträge zu aktuellen Wirtschaftsthemen. Die Beiträge geben jeweils die Meinung der Autoren wieder.

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Kampagnen zum Thema Bürokratieabbau
Digitalisierung zum Abbau von Bürokratie
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- Bürokratie verursacht Unternehmen in Deutschland jährlich 64 Milliarden Euro Kosten durch Berichts- und Dokumentationspflichten.
- Fast jedes fünfte Unternehmen musste zusätzlich Personal für Bürokratie einstellen.
- Der Bürokratieaufwand band bis 2025 rund 325.000 zusätzliche Vollzeitstellen.
- Von über 7.500 Verwaltungsleistungen sind bislang nur etwa 11 Prozent deutschlandweit online verfügbar.
Was ist Bürokratie?
Bürokratie umfasst die Regeln, Verfahren und Verwaltungsprozesse, mit denen staatliche Aufgaben organisiert und kontrolliert werden. Sie soll Rechtssicherheit und Gleichbehandlung gewährleisten. Bürokratieabbau bedeutet, Vorschriften, Nachweispflichten und Verwaltungsverfahren zu reduzieren, um Unternehmen zu entlasten.
Bürokratieabbau ist eine der zentralen Voraussetzungen dafür, um den Wirtschaftsstandort Deutschland wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Unternehmen müssen immer mehr Zeit und Personal für Dokumentationspflichten, Berichtspflichten und Verwaltungsverfahren aufwenden. Allein die laufenden Kosten aus administrativen Berichts- und Dokumentationspflichten der Bundesgesetzgebung belaufen sich auf rund 64 Milliarden Euro pro Jahr. Nicht enthalten sind dabei unter anderem direkt geltendes EU-Recht sowie Vorgaben von Ländern und Kommunen.
Auch die Unternehmen selbst nehmen eine zunehmende Bürokratiebelastung wahr. In einer repräsentativen Befragung des IW-Zukunftspanels aus dem Herbst 2025 gaben 55 Prozent der Unternehmen an, dass ihr Bürokratieaufwand in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen sei. Weitere 25 Prozent berichteten von einem zumindest etwas höheren Aufwand. Fast jedes fünfte Unternehmen musste zusätzliches Personal einstellen, um die Bürokratie zu bewältigen. Zwischen 2022 und 2025 stieg der Personalbedarf der Unternehmen zur Bearbeitung staatlicher Bürokratie um rund 325.000 Vollzeitstellen.
Für einen wirksamen Bürokratieabbau in Deutschland reicht es deshalb nicht, einzelne Berichtspflichten zu streichen. Bestehende Regeln müssen systematisch darauf überprüft werden, ob sie tatsächlich notwendig und verhältnismäßig sind. Neue Regelungen sollten von Beginn an möglichst bürokratiearm ausgestaltet werden. Dazu gehören Praxischecks mit den betroffenen Unternehmen, eine konsequente Evaluation bestehender Gesetze und eine stärkere Nutzung vertrauensbasierter statt kleinteiliger Regulierung.
Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, die Bürokratiebelastung deutlich zu reduzieren. Bislang stehen den ambitionierten Zielen jedoch vor allem kleinere Einzelmaßnahmen gegenüber. Entscheidend wird sein, ob tatsächlich umfangreiche Berichtspflichten, Dokumentationspflichten und unnötig komplizierte Verfahren entfallen. Bürokratieabbau muss dabei als dauerhafte Aufgabe verstanden werden und nicht nur in einzelnen Bürokratieentlastungsgesetzen stattfinden.
Ein wichtiger Hebel dafür ist eine moderne digitale Verwaltung. Digitalisierung führt allerdings nicht automatisch zu weniger Bürokratie. Werden komplizierte analoge Prozesse lediglich in ein Online-Formular übertragen, bleibt die Bürokratie bestehen. Verwaltungsverfahren müssen deshalb gleichzeitig vereinfacht, standardisiert und digitalisiert werden. Der bisherige Stand beim E-Government zeigt den großen Handlungsbedarf: Von insgesamt 7.509 Einzelleistungen des Onlinezugangsgesetzes waren Anfang 2026 lediglich 823 bundesweit flächendeckend online verfügbar.
Besonders wichtig ist das Once-Only-Prinzip. Bürger und Unternehmen sollten Informationen, die bereits bei einer staatlichen Stelle vorliegen, nicht immer wieder neu an andere Behörden übermitteln müssen. Dafür müssen staatliche Register modernisiert und miteinander verknüpft werden. Ein bundesweit einheitliches Unternehmensportal könnte zudem staatliche Leistungen und Anforderungen an einer Stelle bündeln und Verwaltungsverfahren deutlich vereinfachen.
Auch Künstliche Intelligenz kann beim Bürokratieabbau helfen. KI-Systeme können beispielsweise Anträge auf Vollständigkeit prüfen, Informationen strukturieren und Verwaltungsentscheidungen vorbereiten. Gleichzeitig müssen Bund, Länder und Kommunen ihre digitalen Lösungen stärker vereinheitlichen. Gerade die föderale Zersplitterung verhindert bislang häufig, dass bereits entwickelte digitale Verwaltungsleistungen schnell deutschlandweit eingesetzt werden.
Erfolgreicher Bürokratieabbau geht deshalb über weniger Formulare hinaus. Deutschland braucht einfachere Regeln, schnellere Verfahren und eine Verwaltung, die vorhandene Daten intelligent nutzt. Digitalisierung, moderne Register und KI können dabei wichtige Werkzeuge sein. Entscheidend bleibt aber das Ziel: Bürger und Unternehmen müssen weniger Zeit mit staatlichen Vorgaben und Verwaltungsprozessen verbringen.
Quellen:
Büchel, J., Gruben, C. F. & Röhl, K.-H. (2026). E-Government und Verwaltungsdigitalisierung: Aktueller Status quo und die Maßnahmen der Bundesregierung seit ihrem Amtsantritt. Gutachten im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Institut der deutschen Wirtschaft.
Röhl, K.-H. & Scheufen, M. (2026). Bürokratie in Deutschland. Stand und Handlungsempfehlungen. Kurzgutachten im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Institut der deutschen Wirtschaft.
Warum ist Bürokratieabbau wichtig für Deutschland?
Bürokratie bindet Zeit, Personal und Geld in Unternehmen. Weniger Bürokratie stärkt daher die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Wie hoch sind die Kosten der Bürokratie für Unternehmen?
Allein Berichts- und Dokumentationspflichten der Bundesgesetzgebung verursachen jährlich rund 64 Milliarden Euro Kosten. Dazu kommen noch geltendes EU-Recht sowie gesetzliche Vorgaben von Ländern und Kommunen.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung beim Bürokratieabbau?
Digitale Verfahren können Verwaltungsprozesse schneller und einfacher machen. Dafür müssen Prozesse jedoch nicht nur digitalisiert, sondern auch vereinfacht werden.
Was bedeutet das Once-Only-Prinzip?
Bürger und Unternehmen sollen Daten, die dem Staat bereits vorliegen, nicht mehrfach bei verschiedenen Behörden einreichen müssen. Dadurch werden Verwaltungsverfahren einfacher und schneller.



















