Bildung
INSM-Bildungsmonitor 2019

Sachsen erneut Erster, Bayern jetzt auf Platz zwei

Auch im neuesten INSM-Bildungsmonitor belegt das Bundesland Sachsen erneut Platz eins. Bayern ist jetzt Zweiter und hat mit Thüringen die Plätze getauscht. Berlin ist wieder auf den letzten Platz gerutscht. Insgesamt zeigt die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der INSM: Die Fortschritte sind überschaubar, große Rückschritte gibt es bei Schulqualität, Integration und der Reduzierung von Bildungsarmut.

15. August 2019

Zur Pressemitteilung Zur Position Bildung Studie herunterladen (PDF)

Die Förderung der Durchlässigkeit des Bildungssystems und die Sicherung von Teilhabechancen sind die zentralen Herausforderungen der Bildungspolitik in den kommenden Jahren. Hierzu wären eine Stärkung der Sprachförderung an Kitas, der weitere Ausbau an Ganztagsschulen, eine nach Sozialindex differenzierte Bildungsfinanzierung und mehr Vergleichsarbeiten an Schulen mit darauf aufbauenden Förderangeboten sinnvoll.

Um die digitale Grundbildung zu sichern, sollte der Digitalpakt zügig umgesetzt, die digitale Infrastruktur dauerhaft sichergestellt und ein Ideenwettbewerb um die besten digitalen Lehrmethoden entfacht werden.

Ferner sind bestehende soziale Unterschiede bei der ökonomischen Bildung zu verringern und eine ökonomische Grundbildung bundesweit sicherzustellen. Lehrkräfte sind in den Bereichen Integration, Digitalisierung und ökonomische Bildung entsprechend zu qualifizieren.


Zur Studie:

Im INSM-Bildungsmonitor steht im Fokus, welchen Beitrag das Bildungssystem leistet, um den Wohlstand zu sichern, Aufstiegsmöglichkeiten für den Einzelnen zu schaffen und Teilhabe zu gewährleisten. Es wird explizit eine bildungsökonomische Sichtweise eingenommen. Untersucht werden zwölf bildungsökonomisch relevante Handlungsfelder wie Betreuungsbedingungen, Schulqualität, Bildungsarmut oder Ausgabenpriorisierung anhand von 93 Indikatoren.

Alle Ergebnisse unter www.insm-bildungsmonitor.de

Schwerpunktthema 2019: Ökonomische Bildung

Der INSM-Bildungsmonitor behandelt jedes Jahr ein zusätzliches Schwerpunktthema. In diesem Jahr dreht sich alles um die „Ökonomische Bildung“. Der aktuelle Bildungsmonitor zeigt auf, dass bei der ökonomischen Grundbildung und der Berufsbildung bundesweit ein hoher Einfluss der sozialen Herkunft auf Kenntnisse und Informationsstand der Jugendlichen besteht und diese wiederum soziale Auswirkungen im späteren Leben haben. Baden-Württemberg setzt hier positive Akzente durch ein neues Schulfach.

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Schwerpunktthemen der vergangenen Jahre waren 2016 vor dem Hintergrund der Flüchtlingsmigration das Thema Integration, 2017 das Ziel der steigenden Durchlässigkeit des Bildungssystems und 2018 das Thema Bildung und Sicherung der digitalen Teilhabe.
 

Herausforderung Integration

2019 zeigen sich insgesamt nur sehr geringe weitere Fortschritte gegenüber dem Vorjahr. Die größten Rückschritte gab es bei Schulqualität, bei der Integration und bei der Reduzierung von Bildungsarmut. Noch vergleichsweise stark haben sich insgesamt die Handlungsfelder Internationalisierung, Förderinfrastruktur und Betreuungsbedingungen verbessert. Die Dynamik hat seit dem ersten Bildungsmonitor im Jahr 2004 aber deutlich nachgelassen.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es im INSM-Bildungsmonitor 2019 sogar in mehr Handlungsfeldern Rückschritte als Fortschritte. Ins Auge sticht dabei ein Befund: Die Schulabbrecherquote stieg allein binnen eines Jahres von 5,7 Prozent auf 6,3 Prozent – unter Ausländern sogar von 14,2 auf 18,1 Prozent. Fast jeder fünfte Jugendliche mit Migrationshintergrund verlässt die Schule damit ohne Abschluss. Dieses Problem ist in Deutschland aber geografisch sehr unterschiedlich verteilt. So verlassen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt prozentual fast doppelt so viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss wie in Hessen, Hamburg und Bayern.

INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr:

„Dieser Fehlentwicklung dürfen die zuständigen Politiker in Bund und Ländern nicht tatenlos zusehen.“

Die Integration wird nach Einschätzung von Studienautor Prof. Dr. Axel Plünnecke vom IW in den kommenden Jahren noch an Bedeutung gewinnen.

„Dazu wird die Sicherung von Teilhabechancen im Zug der Digitalisierung von entscheidender Bedeutung für das Bildungssystem“

so der Bildungsexperte. Damit verbunden sind auch steigende Anforderungen, die Grundbildung aller Menschen zu sichern und Bildungsaufstieg zu fördern.

Pünktlich zum Schulanfang in den meisten Bundesländern ist es wieder soweit: Der INSM-Bildungsmonitor zeigt auf, wo in der Bildungspolitik Fortschritte erzielt werden konnten und wo Handlungsbedarf besteht. Im Bildungsvergleich der Länder erreicht Sachsen im INSM-Bildungsmonitor 2019 wie im Vorjahr den ersten Platz aller Bundesländer, gefolgt von Bayern auf dem 2. Platz (Vorjahr 3.) und Thüringen auf dem 3. Platz (Vorjahr 2.). Das Mittelfeld (Plätze 7 bis 12) umfasst in diesem Jahr Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Das Schlussquartett bilden NRW, Bremen und Brandenburg – sowie Berlin, das sich verglichen zu 2018 wieder deutlich verschlechtert hat und nun – nicht zum ersten Mal – auf dem letzten Platz landet.