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Gerechte Rente – aber wie?

Raffelhüschen: Es drohen 27 Prozent Rentenbeitrag

In den Parteien werden bereits Renten-Wahlversprechen formuliert und die Gewerkschaften fordern kostspielige Rentenerhöhungen. Aber würde ein höheres Rentenniveau tatsächlich gezielt und effizient Altersarmut verhindern? Und was würde das die Beitragszahler kosten? In Berlin diskutierten heute Rentenexperten von Union und SPD mit dem Sozialversicherungsforscher Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen.

28. September 2016

Pressemeldung als PDF Gerechte Rente - so geht's Keynote Prof. Raffelhüschen Fotos von Podiumsdiskussion

Auf der INSM-Podiumsdiskussion (von links nach rechts): Moderator Ingo Kahle, Prof. Dr. Karl Lauterbach MdB (SPD), Jens Spahn, MdB (CDU), Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen (Foto: Mark Bollhorst)

Sollte die Politik der Forderung nach einem höheren Rentenniveau nachgeben, würde sie künftige Beitragszahler einseitig belasten. Das zeigen Schätzungen des Rentenexperten Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen (Albrecht-Ludwigs-Universität Freiburg): „Wer die Beibehaltung des heutigen Rentenniveaus fordert, beseitigt keine Altersarmut, sondern belastet einseitig zukünftige Generationen. Ab 2040 müssten die Beitragszahler voraussichtlich fast 27 Prozent ihres Einkommens in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Profitieren würden Rentner, die im Durchschnitt nur 20 Prozent gezahlt haben.“

Raffelhüschen diskutierte bei einer Veranstaltung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mit den Rentenexperten von CDU und SPD, Jens Spahn MdB (parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium) und Prof. Dr. Karl Lauterbach MdB (stellv. Fraktionsvorsitzender). Dabei wurde deutlich, dass das Thema Rente einer der zentralen Streitpunkte im Bundestagswahlkampf 2017 werden könnte. Spahn: „Wir haben die Rente für eine älter werdende Gesellschaft fit gemacht. Diesen Grundkonsens dürfen wir nicht aufgeben. Gerade in einem Jahr, in dem die Renten so stark steigen wie lange nicht, sollten wir uns über gezielte Verbesserungen unterhalten und nicht Rentenpolitik mit der Gießkanne betreiben. Das hilft niemandem.“

Lauterbach kritisierte indirekt die Diskussion um einen späteren Rentenbeginn: „Ich kann die Finanzierungsprobleme der Rente nicht damit lösen, dass die Menschen die Rente gar nicht mehr erleben. Die Finanzierung der Renten muss den Prinzipien der Solidarität und der Parität entsprechen. Langfristiges Ziel ist der Umbau der Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung für alle, in die auch Abgeordnete, Freiberufler, Selbständige und Beamte einzahlen.“

Raffelhüschen verwies darauf, wer für das Schrumpfen der Erwerbsbevölkerung verantwortlich sei und argumentierte aus Sicht künftiger Beitragszahler: „Dafür, dass ihr, die Rentner, so viele seid – dafür können wir doch nichts. Dafür aber, dass wir so wenige sind, dafür könnt ihr was. Das habt ihr doch selbst verursacht.“ Sein Fazit: „Halten wir im Sinne der Generationengerechtigkeit doch bitte die Beiträge konstant und passen das Rentenniveau entsprechend der Fertilitätsleistung der jeweiligen Generationen an!“

Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM, wies darauf hin, dass die Warnung vor sinkenden Renten jeglicher Grundlage entbehre: „Auch in Zukunft werden die Renten weiter steigen – lediglich nicht mehr ganz so deutlich wie die Löhne. Eine Rentensenkung ist sogar gesetzlich ausgeschlossen. Die Rentner des Jahres 2030 werden sich daher mehr leisten können, als die jetzigen Rentner. Und das ist gut so.“

Pressekontakt



Florian von Hennet

Pressesprecher
Tel.: 030-27877 174
Fax.: 030-27877 181
E-Mail: hennet@insm.de

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