Pressemeldungen
Rente

Goldene Regel der Rentenpolitik vor dem Aus?

Die Forderung der Gewerkschaften nach einem höheren Rentenniveau ist ohne eine Erhöhung des Beitragssatzes nicht zu finanzieren. Davon würden Rentner profitieren, die während ihres eigenen Erwerbslebens durchgehend einen deutlich geringeren Teil ihres Verdienstes an die Rentnerinnen und Rentner abgegeben haben. Ein klarer Bruch der Goldenen Regel der Rentenpolitik.

1. November 2016

Pressemeldung als PDF Studie: Kosten Rentenniveau Studie: Kosten Rentenniveau

Wer zahlt? Je nachdem, welche Wahlgeschenke die große Koalition noch verteilen will, müssen Beschäftigte in den kommenden Jahren mit Rentenversicherungsbeitragssätzen von bis zu 25 Prozent rechnen. Wer bekommt das Geld? Rentnerinnen und Rentner, die in ihrem gesamten Berufsleben durchschnittlich nur rund 19 Prozent Rentenversicherungsbeitrag gezahlt haben.

So günstig werden kommende Generationen nicht davonkommen, wenn die Politik den Forderungen der Gewerkschaften nach einem höheren Rentenniveau nachgeben sollte. Um das Rentenniveau auf dem heutigen Stand zu halten, müssten Beschäftigte im Jahr 2030 bereits über 23 Prozent ihres Einkommens in die Rentenkasse zahlen. Davon würden Rentner profitieren, die während ihres eigenen Erwerbslebens durchgehend einen deutlich geringeren Teil ihres Verdienstes an die Rentnerinnen und Rentner abgegeben haben und ohnehin die kaufkräftigste Rentnergeneration aller Zeiten sein werden.

Eine solche Politik würde der Goldenen Regel der Rentenpolitik widersprechen. Diese Regel lautet:

Verlange von anderen nicht mehr für Deine Renten zu zahlen, als Du selber für Rentnerinnen und Rentner gezahlt hast.

Dazu Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM): „Wenn Frau Nahles gegenüber den Jüngeren behauptet ‚Du zahlst und Du bekommst auch’, dann verschweigt Sie einen Teil der Wahrheit: die jüngeren Generationen müssten für ein konstantes Rentenniveau nämlich unvergleichlich mehr von ihren Einkommen abgeben, als es die Empfänger dieser Renten selbst je mussten. Eine generationengerechte Rentenpolitik muss aber dafür sorgen, dass die Kosten des demographischen Wandels fair zwischen alt und jung aufgeteilt werden. Falls eine Generation im Alter mehr Geld zur Verfügung haben will, als sie durch die Beiträge der nächsten Generation erwarten kann, muss sie entsprechend selbst privat oder betrieblich vorsorgen. Daher sind die Pläne der Koalition zur Stärkung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge richtig und unterstützenswert.“

Wichtig: Durch eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ließen sich zwei aktuelle politische Ziele generationengerecht unterstützen: ein Rentenniveau 2040 bei 43 Prozent bei einem Beitragssatz unter 23 Prozent. Das zeigen Berechnungen von Prof. Axel Börsch-Supan, Max-Plack-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik und federführendes Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums. „Wer Rentenbeiträge und Rentenniveau stabilisieren will, muss bestehende Denkverbote überwinden. Eine Anpassung des Renteneintrittsalters bei gleichzeitiger Verbesserung der Leistungen für Erwerbsgeminderte, würde ohne soziale Härten allen Generationen ihren fairen Anteil an Ihrer Arbeitsleistung belassen“, so Pellengahr. Und weiter: „Der DGB treibt mit seinen Plänen die Sozialabgaben in gefährliche Höhen. Das ist ungerecht und gefährdet Arbeitsplätze. Arbeit ist aber der sicherste Schutz vor niedrigen Renten und Altersarmut.“

* Als Goldene Regel (lateinisch regula aurea) bezeichnet man einen alten und verbreiteten Grundsatz der praktischen Ethik: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ Die negative Fassung ist als gereimtes Sprichwort bekannt: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“
Quelle: Wikipedia

Pressekontakt



Florian von Hennet

Pressesprecher
Tel.: 030-27877 174
Fax.: 030-27877 181
E-Mail: hennet@insm.de

Kontakt speichern

weitere Pressemeldungen

Das Rentenpaket im Bundestag

Für Jung und Alt wäre ein Nein zum Rentenpaket besser

Die Rentenpläne der Bundesregierung bringen die gesetzliche Altersvorsorge aus dem Gleichgewicht. Die INSM ruft die Abgeordneten des Bundestages daher zu Einsicht um Umkehr auf. Der Gesetzgeber sollte neue Rentengesetze erst beraten, wenn die Ergebnisse der Rentenkommission vorliegen. Denn die Zukunft Deutschlands wird aus Investitionen in Bildung, Digitalisierung und Infrastruktur gemacht.

12. Oktober 2018
Zukunftsdialog

Brinkhaus: Wir sollten unsere Haushaltspolitik modernisieren

In Deutschland ist der Anteil des Sozialen am Gesamtbudget deutlich höher als in fast allen anderen Staaten der OECD. Beim Marktwirtschaftlichen Zukunftsdialog debattierten Ralph Brinkhaus MdB (CDU) und Anja Hajduk MdB (Bündnis 90/Die Grünen) darüber, ob die Zusammensetzung des Budgets ausreichend zukunftsorientiert ist.

13. September 2018
ZEIT-Hauptstadtgespräch

Bürger wollen Ergebnisse der Rentenkommission abwarten

Mit der steigenden Lebenserwartung steigt auch unsere Rentenzeit. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Zahl junger Menschen wird in den kommenden Jahrzehnten sinken und die Gruppe der über 65-Jährigen deutlich wachsen. Die zunehmenden Belastungen müssen von den jungen und heute noch ungeborenen Generationen getragen werden. Folge: Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Renten finanzieren.

10. September 2018
239 Milliarden Euro Kosten

Das Rentenpaket ist eine Mogelpackung

Das Rentenpaket von Hubertus Heil wird teuer. Allein zwischen 2025 und 2045 kommen Zusatzkosten von 239 Milliarden Euro auf die Bürgerinnen und Bürger zu – auch wenn dazu vom Arbeitsminister nichts zu hören ist. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat gegen diese unehrliche Rentenpolitik protestiert. Nun steht der Bundestag in der Verantwortung.

29. August 2018
Prognos-Studie zur Rente

Was kosten die Rentenversprechen?

Seit Urzeiten träumen Menschen davon, in ihre Zukunft blicken zu können. Mit sehr überschaubaren Fortschritten. Bei der Rente ist es allerdings bis zu einem gewissen Maße möglich. Jahr für Jahr teilt die Rentenkasse den Beitragszahlern mit, wie hoch deren Altersrenten voraussichtlich ausfallen werden. Mit der verbleibenden, bzw. entstehenden Unsicherheit wird gerne Politik gemacht.

27. August 2018
Umfrage zur Rente

Deutsche haben falsche Vorstellung über Rentenentwicklung

Drei von vier Deutschen haben eine falsche Vorstellung von der Entwicklung der Renten. Das ist das Ergebniss einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

13. Juli 2018