Kampagne: Nachhaltige Rente
Kein Zuschuss ohne Bedürftigkeitsprüfung

Ehepaar Glück braucht keine „Respekt“-Rente

Was wird passieren, wenn die Grundrente so umgesetzt wird, wie es Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) vorschwebt? Dann kommt sie nicht zuletzt jenen zugute, die eine finanzielle Unterstützung durch die Gesellschaft nicht nötig haben. Denn ohne Bedürftigkeitsprüfung verteilt die Grundrente Milliarden mit der Gießkanne. Wir rechnen am Beispiel des fiktiven Ehepaars Glück diese Ungerechtigkeit vor.

7. April 2019

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Das Ehepaar Glück liebt Urlaube auf Sardinien. Sie können es sich leisten. Und den nächsten Urlaub am Pool bekommt das Ehepaar Glück von den deutschen Steuerzahlern geschenkt. Einfach so. Zu verdanken haben sie das Extra-Geld der sogenannten „Respekt-Rente" von Hubertus Heil. Noch ist Herr Glück Büroangestellter. Er hat 35 Jahre lang halbtags gearbeitet und zuletzt monatlich 1.765 EURO brutto für seine 20 Stunden pro Woche verdient. Das reichte ihm, da seine Frau immer gut verdient hat. Frau Glück hat als leitende Angestellte durchgehend den Maximalbetrag in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt, also bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Das Ehepaar Glück geht in diesem Jahr gemeinsam in Rente. Herr Glück bekommt nach bisheriger Rentenformel 639 Euro gesetzliche Rente, Frau Glück 2.883 Euro. Da Sozialminister Hubertus Heil bei seiner sogenannten „Respekt-Rente" nicht überprüfen lassen will, ob seine insgesamt fünf bis zehn Milliarden Euro teure Zulage wirklich gebraucht wird, würde auch Herrn Glücks Rente aufgestockt. Er bekäme dann monatlich 258 Euro oben drauf. Macht im Jahr gut 3.000 Euro extra. Mehr als genug für einen extra Urlaub im Süden.

Dieses Beispiel zeigt das Grundproblem einer Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung:

Eigentlich steht die Grundrente mit einer Bedürftigkeitsprüfung im Koalitionsvertrag. Aus gutem Grund! Ohne Prüfung profitieren mehrheitlich Menschen, die finanziell nicht darauf angewiesen sind: Wer in Teilzeit „hinzuverdient“ hat, Vermögen oder einen Partner mit hoher Rente hat, bekommt vom Steuerzahler hunderte Euro obendrauf. Wer sich in Vollzeit eine respektable Rente erarbeitet hat, bekommt nichts extra. Im Gegenteil. Über seine Steuern muss er die teure Zulage sogar mitfinanzieren. Darum müssen endlich Vorschläge auf den Tisch, die zielgenau Altersarmut bekämpfen, statt Milliarden für Wahlgeschenke zu verpulvern.

Lesen Sie hier, was Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil bei der von ihm genannten “Respekt”-Rente konkret vorschwebt, was die Mehrheitsmeinung der Deutschen zu dem Thema ist und warum wir der Überzeugung sind, dass die “Respekt”-Rente der Einstieg in eine Einheitsrente mit niedrigeren Renten für alle ist.

Dieses Anzeigenmotiv schalten wir ab dem 8. April 2019 deutschlandweit in Print- und Online-Publikationen, um auf die Ungerechtigkeit einer Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung aufmerksam zu machen.

Quellen:

Ergebnisse der Vierteljährlichen Verdiensterhebung 2017 in Baden-Württemberg, Stand 5/2018

Rentenversicherung in Zeitreihen 2018, Stand 10/2018

Berechnung der „Respekt“-Rente, Spiegel