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Kampagne: Nachhaltige Rente
Gastbeitrag Rente

Wer länger Rente bezieht, sollte auch länger arbeiten.

Weniger Geburten und eine steigende Lebenserwartung führen dazu, dass es in Zukunft mehr Rentner geben wird – und weniger Beitragszahler. Wer länger lebt, sollte also auch länger arbeiten. Den Löwenanteil an den künftigen Steuereinnahmen schon heute den Rentnern zu versprechen, ist somit ungerecht.

17. September 2018

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In diesen Tagen wird wieder viel über die Rente diskutiert. Das ist gut so. Das Thema betrifft fast alle in Deutschland, denn alle werden wir früher oder später alt sein und alle wünschen wir uns einen auskömmlichen Lebensabend. Trotzdem drängt sich der Eindruck auf, dass sich die meisten Menschen nicht ausreichend mit den Rentenplänen der Bundesregierung befassen. Nur so lässt sich erklären, warum es keinen spürbaren Widerstand der Bürger gibt, vor allem der Jungen, aber auch der älteren Mitbürger. Die Rentenpolitik der Bundesregierung geht fast ausschließlich auf Kosten der jungen Generationen und sogar der heute noch Ungeborenen. Offenbar wahlkampftaktisch - mit Mathematik nämlich nicht zu erklären - schiebt die Politik den Älteren das Geld ihrer Kinder, Enkel und Urenkel zu.

Die Koalition hat ein Rentenpaket geschnürt, das für fast unvorstellbar hohe Milliarden-Belastungen sorgen wird, schon in wenigen Jahren, aber vor allem in der Zeit nach 2025, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer in Rente gehen werden. Dabei liegen die Zusammenhänge eigentlich auf der Hand: Weniger Geburten und eine steigende Lebenserwartung sorgen dafür, dass es in Zukunft mehr Rentner geben wird – und weniger Erwerbstätige, die die Renten mit ihren Beiträgen bezahlen. Logische Konsequenz: Wer länger lebt, sollte auch länger arbeiten. Daher wird bis 2030 das Rentenalter Schritt für Schritt auf 67 Jahre angehoben. So einfach, so gut, so logisch. Es geht nun darum, die Lebensarbeitszeit auch ab 2030 an die weiter steigende Lebenserwartung zu koppeln, allmählich und mit Ansage. Ein nicht nur mathematisch nachvollziehbarer Vorschlag lautet, dass die zusätzlichen Lebensjahre im Verhältnis von zwei zu eins auf Erwerbsphase und Ruhestand verteilt werden sollten. Wenn also die Lebenserwartung um ein Jahr steigt, verschiebt sich der Renteneintritt um acht Monate nach hinten. Die heutige Relation bliebe gewahrt.

Noch eine Anmerkung: Die gute Wirtschaftsentwicklung ist kein Selbstläufer. Wir müssen dringend in Digitalisierung, Bildung, eine gute Infrastruktur und damit in die Zukunft  investieren. Das Versprechen der Sozialen Marktwirtschaft muss auch weiterhin gelten. Das schafft und sichert auch weiterhin Wohlstand für alle, ob Jung oder Alt. Den Löwenanteil an den künftigen Steuereinnahmen schon heute den Rentnern zu versprechen, ist ungerecht und gefährdet letztlich auch deren Wohlstand. Daher: Zukunft statt Rentenpaket.

Dieser Gastbeitrag von Hubertus Pellengahr erschien am 16.09.2018 im Weser-Kurier (Kurier am Sonntag).

Hubertus Pellengahr

Geschäftsführer der INSM