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13. Jul 2018

Reformvorschläge
Wie wird unser Rentensystem nachhaltig?

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Der demografische Wandel stellt unser umlagefinanziertes Rentensystem vor besondere Herausforderungen. Wie gelingt es am besten, dieses langfristig zukunftsfest zu machen? Nur mit klugen Reformen, welche die Lasten zwischen Jung und Alt gerecht verteilen. Hier sind unsere Reformvorschläge dazu.

 
 

 

 

Renteneintrittsalter erhöhen

Es ist unbequem, aber es führt kein Weg daran vorbei: Das Renteneintrittsalter muss in Etappen konsequent weiter erhöht und an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Die im Jahr 2007 beschlossene schrittweise Erhöhung der Regelaltersgrenze von 65 auf 67 ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Die Anhebung wird im Jahr 2030 abgeschlossen sein. Die Lebenserwartung wird danach aber noch weiter steigen. Mit der Regel: „Ein Jahr mehr Lebenserwartung gleich acht Monate länger arbeiten und vier Monaten mehr Rente“ würde das Verhältnis aus Lebensarbeitszeit und Rentenbezugsdauer auch weiterhin konstant bleiben.
 

 
 

Betriebliche und private Vorsorge stärken

Es ist zu begrüßen, dass sich die neue Bundesregierung die Einführung einer Altersvorsorgepflicht für alle Selbstständigen vorgenommen hat. Dies ist sicher ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung von Altersarmut. Falsch wäre es dagegen, Selbstständige zwangsweise in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Dadurch würden neue Finanzierungslasten in der Zukunft entstehen. Für Arbeitnehmer muss gelten, zusätzlich zur gesetzlichen Rente privat oder über den Arbeitgeber für das Alter vorzusorgen, um die Lücke zwischen Arbeitslohn und Rente möglichst klein zu halten oder ganz zu schließen.

 
 

Für Arbeit sorgen

Eine gute Arbeitsmarktpolitik ist die beste Rentenpolitik. Wer ein geregeltes Einkommen hat, kann mit einer auskömmlichen Rente rechnen und hat zudem die Mittel, zusätzlich privat vorzusorgen. Die bestmögliche Bildung für unsere Kinder und die Weiterbildung für Arbeitnehmer, um die Arbeit von morgen leisten zu können, sind eine wichtige Voraussetzung für die Teilhabe aller.
 

 
 

Demografische Schieflage abmildern

Auch wenn es bitter klingt: Die demografische Entwicklung ist nicht mehr zu stoppen, allenfalls können die Folgen abgemildert werden. Hierzu zählt, die Zahl der Erwerbstätigen zu erhöhen, etwa durch Verbesserungen bei der Beschäftigung von Frauen und Älteren. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zählen hier ebenso dazu wie Anreize für ältere Arbeitslose, um wieder in den Arbeitsmarkt zu kommen. Auch ein modernes Einwanderungsrecht könnte Abhilfe schaffen und gut qualifizierte, junge Menschen als neue Beitragszahler im System gewinnen.
 

 
 

Fazit

Eine Super-Lösung für eine nachhaltige Rentenreform gibt es vermutlich nicht. Gefragt ist ein intelligenter Reform-Mix, der an den verschiedenen in der umlagefinanzierten Rentenversicherung verfügbaren Stellschrauben dreht. Ziel sollte es sein, Deutschland zukunftsfest zu machen. Den kommenden Generationen muss ein funktionsfähiges und stabiles Gesamtrentensystem übergeben werden, das nicht nur aus aufgestauten Lasten besteht, sondern auch die Möglichkeit bietet, sich gesellschaftlich zu entfalten. Heutige und künftige Beitragszahler müssen darauf vertrauen können, dass sich ihre Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung auch für sie auszahlt. Das geht nur, wenn Wohltaten für heutige Rentner nicht auf Kosten künftiger Generationen erbracht werden.
 

 
 

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