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Zukunftsfähigkeit …

Elke Benning-Rohnke und Monika Schulz-Strelow

Lesen Sie den Elke Benning-Rohnke und Monika Schulz-Strelow Artikel „Zukunftsfähigkeit braucht Bewegung“ in „Das Deutschland-Prinzip“.

14. Juli 2015

Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Zukunftsfähigkeit braucht Bewegung

Deutschland ist eines der erfolgreichsten und attraktivsten Länder der Welt. Dazu gehört auch, dass wir die Gleichstellung von Frauen und Männern in vielen Bereichen umgesetzt haben. Einzig in der Wirtschaft ist dies in den letzten Jahrzehnten kaum gelungen. Wir hinken im internationalen Vergleich hinterher, statt auch hier als Vorbild zu gelten.

Der Anteil der Frauen in Führungspositionen stagnierte in den letzten Jahren auf niedrigstem Niveau. Daran änderten auch Einsicht und freiwillige Selbstverpflichtungen nichts. Eine derartige Zementierung kann in einer sich verändernden Umwelt schnell zum Erfolgsvernichter werden.

Dass das Geschlecht bei der Auswahl und Beförderung von Mitarbeitern keine Rolle spielen sollte, scheint selbstverständlich. Doch wissenschaftliche Studien belegen eindeutig, dass weibliche Talente in stark männlich dominierten Unternehmen nicht gesehen oder falsch beurteilt werden.

Das sind wesentliche Gründe, warum es nur wenige Frauen an die Spitze schaffen und dort bleiben. Unternehmen müssen eingespielte Routinen hinterfragen und verändern. Von innen heraus ist das oft schwierig. Ein Impuls von außen, wie zum Beispiel ein Quotenerlass, hat sich in Deutschland bewährt. In der Politik können wir uns bestätigt sehen. Aus „Kohls Mädchen“ Angela Merkel, die von der Quote profitierte, wurde in wenigen Jahren die mächtigste Frau der Welt, auf die viele mit großer Anerkennung blicken.

FidAR hat den Prozess einer Quotenforderung seit 2006 verfolgt und aktiv mitgestaltet. Dialog und Transparenz sowie die Überwindung parteipolitischer Grenzen waren entscheidende Aspekte einer breit akzeptierten Wirkung. Führende Vertreterinnen in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu gewinnen, war ebenso wichtig wie mit dem Women-on-Board-Index eine Messlatte für den Fortschritt in den Unternehmen zu schaffen. Der demokratische Dialog hat nun zu einem Gesetzesbeschluss geführt.

Jetzt geht es um die Umsetzung. Ernstgemeinte und nachhaltige Anstrengungen in Politik und Wirtschaft sind notwendig. Das Teilhabegesetz legitimiert nicht nur, die besten Talente in den Unternehmen zu fördern und zu befördern. Es eröffnet auch die Chance, politische Rahmenbedingungen der Arbeit und Arbeitskulturen in den Unternehmen zukunftsfähig zu entwickeln. Diese Chance sollten wir nutzen. Der Mittel- stand, Motor der deutschen Wirtschaft, macht es vor und weist Frauen an der Unternehmensspitze bereits vermehrt als Teil des Erfolgsgeheimnisses aus. Bleiben wir gemeinsam in Bewegung!