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Majestätische Festigkeit

Ingenieur Julius Albert (1787–1846)

Sicherheitspflicht schafft Drahtseilkür. Bergbauingenieur Julius Albert erfand 1834 das Drahtseil, machte den Bergbau sicher und ermöglichte so die innovative Drahtseil-Hängebrücke.

Sein Name klingt anders als der von Gottlieb Daimler oder Carl Friedrich Benz nicht wie Donnerhall in dem populären kollektiven Erfindergedächtnis der Auto-, Stahl- und Metallindustrie. Der Bergbauingenieur Julius Albert (1787–1846) aus Hannover hat 1834 das Seil aus geflochtenem Eisendraht, das reißfeste und um ein Vielfaches belastbarere Drahtseil erfunden. Das machte den Bergbau mit seinen bis dahin eingesetzten Hanf- und Kettenseilen sicherer und ermöglichte besseres Wirtschaften in den Bergbau-Gruben des Oberharzes – und dann auch in der Welt. Die Innovationskraft des studierten Juristen und Oberbergrats Julius Albert bescherte dem kriselnden Oberharzer Bergbau neue Zukunftschancen. Seit Jahrhunderten wurde die Erzförderung zunächst mit Hanf-, später mit Kettenseilen bewältigt, was bei der zunehmenden Tiefe der Schächte erhebliche Probleme verursachte. Der Verbrauch der Hanfseile und die damit verbundenen Kosten waren enorm hoch. Kettenseile hatten bereits bei 400 Metern Länge selbst das fünffache Gewicht einer gefüllten Erztonne und rissen allein durch das hohe Eigengewicht.

Ohne das „Albertsche Drahtseil“ und seinen modernen Weiterentwicklungen würde heute weder die Golden-Gate-Brücke über die San-Francisco-Bucht zum Weltbrückenerbe zählen noch könnte die elegante, kilometerlang geschwungene Vasco-da-Gama-Seilhängebrücke über den Tejo Lissabons Charakter stärken. Ob ein schmales Zugseil an der Fahrradgangschaltung, modernste Seile für Schrägbrücken oder unterschiedliche Seile für Aufzüge, Krane und Seilbahnen: Julius Alberts Tüftler-Leidenschaft hat wirtschaftlichen und technischen Fortschritt beschert und lässt weltweit ingenieurstechnische Handwerkskunst strahlen. Drahtige Festigkeit leuchtet majestätisch.