Aktuelle Fotos
der INSM

Flickr

Alle Fotos
Kreditklemme - Das INSM Themenspecial

Von der Krise in die Klemme?

Es ist eine Glaubensfrage: Glaubt man Befragungen von Unternehmen, steht eine flächendeckende Kreditklemme unmittelbar bevor. Immer höher seien die Hürden für Unternehmen, einen Kredit zu erhalten.

8. Januar 2010

Kreditklemme

Was ist eine Kreditklemme?

Zunächst einmal sollte man sich im Klaren sein, was eine Kreditklemme ist. Denn viel Verwirrung entsteht auf Grund der unklaren Begrifflichkeit. Ein sinkendes Kreditvolumen alleine macht noch keine Kreditklemme aus. Im Normalfall treffen sich auf dem Kreditmarkt, wie auf jedem anderen Gütermarkt auch, Angebot und Nachfrage bei einem bestimmten Preis. Im Fall von Krediten ist dies der Zinssatz. Vergrößert sich die Nachfrage nach Krediten, steigt der Zins, worauf die Banken ihre Kreditvergabe ausweiten. Ein neues Gleichgewicht entsteht. Umgekehrt verringert sich der Zins, wenn die Nachfrage nach Krediten sinkt. Die Banken schränken daraufhin ihre Kreditvergabe ein. Es ist also denkbar, dass der tatsächlich gemessene Rückgang des Kreditvolumens ein Resultat von weniger Kreditnachfrage ist. Darüber hinaus lässt sich der Rückgang des Kreditvolumens auch damit erklären, dass sich Unternehmen wieder vermehrt über den Anleihemarkt finanzieren.

Liegt eine Kreditklemme vor, sinkt oder stagniert das Kreditvolumen trotz steigender Nachfrage. Dabei sind zwei Ursachen besonders wichtig: Erstens Unsicherheit. Die Banken wissen nicht, wie gesund die Kreditnehmer sind. Je eher diese bereit sind, höhere Zinsen zu zahlen, desto größer das Misstrauen über die unter diesen Umständen noch mögliche Performance. Zweitens mangelndes Potential. Denn die Banken sind in ihren Kreditschöpfungsmöglichkeiten begrenzt, vor allem, weil sie selbst kein weiteres Eigenkapital bekommen.