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Niedersachsen Platz 10

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Niedersachsen belegt Platz 10 

Berlin – Niedersachsen bleibt im INSM-Bildungsmonitor 2026 auf Platz 10 der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 98 Indikatoren in 13 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.  

Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2026 

Niedersachsen ist stark bei Forschungsorientierung, Ausgabenpriorisierung und Integration:  

  • Hohe eingeworbene Drittmittel je Hochschulprofessor
  • Die Bildungsausgaben je Studierenden sind höher als im Bundesdurchschnitt
  • Geringer Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzen der Jugendlichen

Verbesserungspotenzial besteht in Niedersachsen vor allem in den Handlungsfeldern Hochschule/MINT, Internationalisierung, Schulqualität und Bildungsarmut:

  • Wenig Hochschulabsolventen gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung
  • Der Anteil der Bildungsausländer an den Studierenden ist vergleichsweise gering
  • Unterdurchschnittliche Kompetenzen der Jugendlichen in Mathematik und Naturwissenschaften
  • Zu hohe Risikogruppe in Mathematik und Naturwissenschaften

Mangelnde Bildungschancen bleiben zentrale Herausforderung in Deutschland  

Rund ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland verfügt über keinen berufsqualifizierenden Abschluss – mit gravierenden Folgen für Einkommenschancen und gesellschaftliche Teilhabe. Personen ohne Abschluss der Sekundarstufe II erreichen deutlich seltener die Einkommensmittelschicht und sind fast sechsmal häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als Personen mit beruflicher Ausbildung. Der demografische Wandel verstärkt zusätzlich die positiven Berufsaussichten von Fachkräften. Gleichzeitig hängen Bildungserfolg und sozioökonomische Herkunft in Deutschland nach wie vor eng und im Vergleich zu anderen Ländern stark zusammen. Kinder aus bildungsfernen Haushalten erreichen geringere Kompetenzen und schlechtere Bildungsabschlüsse, dabei entstehen die ungleichen Bildungschancen bereits in der Kindheit und in der Schulzeit. Die Berufsausbildung ist hingegen eine Stärke des deutschen Bildungssystems und beim Zugang zu den Hochschulen gibt es deutliche Fortschritte. 

Gezielte Investitionen in Bildung können Chancen verbessern  

Wirksame Maßnahmen setzen früh an: Flächendeckende, verpflichtende Sprachstandserhebungen vor dem Grundschuleintritt, Sprachförderung, zusätzliche nach Sozialindex differenzierte Ressourcen, eine Ausweitung des Startchancenprogramms auf Kitas und weitere Schulen in benachteiligten Lagen, der Ausbau von Ganztagsangeboten, Mentoringprogramme, die Sicherung hochwertiger Lehrkräfteversorgung und die Stärkung datengestützter Unterrichtsentwicklung können Herkunftseffekte gezielt abmildern. Eine Digitalstrategie an Schulen zum Erwerb digitaler Kompetenzen und Konzepte zum Schutz der Kinder vor Risiken der Nutzung digitaler Medien in der Freizeit sind weitere wichtige Maßnahmen für bessere Bildungschancen. Mehr Berufsorientierung und eine gezielte Unterstützung leistungsschwacher Auszubildender können helfen, die Stärken der beruflichen Bildung zu erhalten. Eine Ausbildungsplatzabgabe hingegen wäre kontraproduktiv, würde Unternehmen belasten und die hohe Passung von Ausbildung und Bedarfen gefährden, ohne die Ursachen von Bildungsarmut zu bekämpfen. 

 

Stärken

Forschungsorientierung (BM 2026: 5. Platz): In Niedersachsen fallen vor allem die eingeworbenen Drittmittel je Professorin und Professor mit 203.800 Euro überdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 187.100 Euro). Niedersachsen erreicht hier den drittbesten Wert aller Bundesländer. Weiterhin ist die Promotionsquote in Niedersachsen mit 6 Prozent höher als im bundesdeutschen Durchschnitt (5,5 Prozent). Bei der Habilitationsquote schneidet Niedersachsen durchschnittlich ab.  

Ausgabenpriorisierung (BM 2026: 5. Platz): In Niedersachsen fallen die Bildungsausgaben pro Teilnehmerin und Teilnehmer im Vergleich zu den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte je Einwohnerin und Einwohner vor allem an den Hochschulen relativ hoch aus. So beträgt die Relation der Bildungsausgaben je Studierenden (Niedersachsen: 16.400 Euro; Bundesdurchschnitt: 14.300 Euro) in Bezug zu den öffentlichen Gesamtausgaben je Einwohnerin und Einwohner in Niedersachsen 210 Prozent und im Bundesdurchschnitt 170,3 Prozent. Niedersachsen erreicht hier den drittbesten Wert aller Bundesländer. Überdurchschnittliche Ergebnisse weist Niedersachsen auch bei den Grundschulen, den sonstigen allgemeinbildenden Schulen und den beruflichen Schulen auf.  

Integration (BM 2026: 6. Platz): Bei den IQB-Tests zu den Bildungsstandards für die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler aus dem Jahr 2024 wies Niedersachsen im Vergleich zu den anderen Bundesländern einen positiv zu bewertenden geringeren Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Mathematik auf. Überdurchschnittlich fiel auch die Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an berufsbildenden Schulen aus (Niedersachsen: 7,1 Prozent; Durchschnitt: 6,2 Prozent). Schlechter als der Bundesdurchschnitt schnitt das Land jedoch beim Anteil ausländischer Schulabgängerinnen und -abgänger ohne Abschluss ab (Niedersachsen: 27,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 20,0 Prozent). Auch die Studienberechtigtenquote von ausländischen Schülerinnen und Schülern an den allgemeinbildenden Schulen fiel unterdurchschnittlich aus.  

Potenziale

Hochschule und MINT (BM 2026: 14. Platz): Die Akademikerersatzquote (Anteil der Hochschulabsolventinnen und -absolventen an der akademischen Bevölkerung) fällt leicht unterdurchschnittlich aus (Niedersachsen: 3,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 4,3 Prozent). Zudem lag die Ingeniurersatzquote unter dem Bundesdurchschnitt. So kamen auf 100 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieurinnen und Ingenieure 4 Absolventinnen und Absolventen eines ingenieurwissenschaftlichen Studiums (Bundesdurchschnitt: 4,6 Prozent). Mit 17,4 Prozent fiel der Anteil der Absolventinnen und Absolventen in Ingenieurwissenschaften an allen Hochschulabsolventinnen und -absolventen jedoch überdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 15,9 Prozent). Einen etwas unterdurchschnittlichen Wert wies Niedersachsen dagegen beim Anteil der Absolventinnen und Absolventen in Mathematik und in den Naturwissenschaften auf (Niedersachsen: 15,9 Prozent; Bundesdurchschnitt: 16,2 Prozent).  

Internationalisierung (BM 2026: 13. Platz): In Niedersachsen wurden im Jahr 2024 relativ wenige Grundschülerinnen und Grundschüler in Fremdsprachen unterrichtet. Mit 48,6 Prozent lag Niedersachsen unter dem Bundesdurchschnitt von 51,7 Prozent. Der Anteil der Berufsschülerinnen und Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht fiel ebenfalls unterdurchschnittlich aus (Niedersachsen: 40,5 Prozent; Bundesdurchschnitt: 49,9 Prozent). Und auch beim Anteil der Bildungsausländerinnen und -ausländer an den Studierenden befindet sich Niedersachsen unter dem Durchschnitt der Bundesländer (Niedersachsen: 11,9 Prozent, Bundesdurchschnitt: 14,4 Prozent). Gleichzeitig wiesen die Schülerinnen und Schüler unterdurchschnittliche Kompetenzen im Lesen der englischen Sprache auf, im Hörverstehen fallen die Kompetenzen leicht überdurchschnittlich aus.  

Schulqualität (BM 2026: 13. Platz): Die Kompetenzerhebung des IQB für die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler aus dem Jahr 2024 zeigt, dass die niedersächsischen Schülerinnen und Schüler dieser Altersstufe unterdurchschnittliche Kompetenzen in Mathematik und in den Naturwissenschaften aufweisen. Dies gilt sowohl für alle Schulen als auch für die alleinige Betrachtung der Gymnasien.  

Bildungsarmut (BM 2026: 13. Platz): In der jüngsten IQB-Erhebung der Leistungsstände der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler aus dem Jahr 2024 wies Niedersachsen in Mathematik und in den Naturwissenschaften einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit relativ geringen Kompetenzen auf. Beim Anteil der erfolgreichen Abgängerinnen und Abgänger aus dem Berufsvorbereitungsjahr schnitt Niedersachsen mit 33,8 Prozent ebenfalls unterdurchschnittlich ab (Bundesdurchschnitt: 50,9 Prozent). Niedersachsen erzielte hier den zweitschlechtesten Wert aller Bundesländer. Auch mussten in Niedersachsen relativ mehr Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen als in anderen Bundesländern (Niedersachsen: 8,7 Prozent; Bundesdurchschnitt: 7,8 Prozent).  

Das vollständige Profil als PDF-Download

Hier finden Sie alle Informationen über Niedersachsen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

Factsheet herunterladen
Platz
Indikator
Punkte
5.
Ausgabenpriorisierung
54.6
5.
Forschungsorientierung
67
6.
Integration
36.1
7.
Zeiteffizienz
62.2
8.
Betreuungsbedingungen
62.1
10.
Gesamtranking
42.1
10.
Berufliche Bildung / Arbeitsmarktorientierung
31
11.
Förderinfrastruktur
58.1
11.
Digitalisierung
44.5
12.
Inputeffizienz
49.6
13.
Internationalisierung
64.6
13.
Schulqualität
-10.7
13.
Bildungsarmut
8.9
14.
Hochschule/MINT
19

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