Deutschland weiter Lokomotive im Euroland
Viele Konjunkturforscher in verschiedenen Instituten arbeiten zurzeit intensiv an ihren Frühjahrsprognosen. Im Detail werden sich die Ergebnisse unterscheiden, wohl aber weniger in der Grundaussage: Nach einem schwachen Winterhalbjahr zeigt die Wachstumskurve in Deutschland wieder nach oben. Auch in einem zweiten Punkt sind sich die Prognostiker wohl weitgehend einig: Die deutsche Volkswirtschaft wird nach 2010 und 2011 auch in diesem und dem nächsten Jahr die Konjunkturlokomotive in Euroland sein.
Der Arbeitsmarktindex
Der Arbeitsmarktindex (blaue Linie oben in der Grafik) konnte sich nach der überraschend negativen Entwicklung im März wieder stabilisieren. Für eine Entwarnung reicht die positive Entwicklung allerdings nicht:
- Der Teilindikator Zahl der Arbeitslosen ist saisonbereinigt im März um 18.000 Personen und damit durchaus kräftig gesunken. Das Bild wird zusätzlich noch dadurch aufgehellt, dass der Februar-Wert nachträglich korrigiert worden ist. Statt des zunächst gemeldeten Anstiegs ist die Zahl der Arbeitslosen auch im Februar – allerdings nur schwach – rückläufig gewesen. Die befürchtete Trendwende ist beim Teilindikator „Zahl der Arbeitslosen“ also nicht eingetreten.
- Maßgeblich für den Rückgang des Arbeitsmarktindex im Februar war der relativ starke Rückgang der gemeldeten offenen Stellen. Hier hat es keine Korrektur des Februarwertes gegeben. Allerdings hat sich der herbe Rückschlag im März nicht wiederholt. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen war zwar erneut mit -1.000 rückläufig, aber das Bild von einer Stabilisierung beschreibt die Entwicklung im März wohl zutreffender. Gleichwohl legt die Entwicklung der letzten zwei Monate nahe, dass die lange Zeit zu beobachtende lebhaft zunehmende Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften ein vorläufiges Ende gefunden hat.
Insgesamt hat der Arbeitsmarktindex im März wieder leicht um 0,2 Prozent zugelegt, ohne jedoch den herben Verlust aus dem Vormonat ausgleichen zu können.









