Weicher Euro als Ruhekissen? Wie die Geld- die Unternehmenspolitik beeinflusst
Die harte D-Mark war für deutsche Firmen eine stetige Herausforderung. Sie mussten dauerhaft besser als die ausländische Konkurrenz sein, damit ihre Produkte trotz des hohen Außenwertes der D-Mark gekauft wurden. Der Euro verlangt diesbezüglich weniger Disziplin. Das hat Folgen: Zwar verkaufen deutsche Unternehmen so viel wie nie ins Ausland, aber die Produktivitätsgewinne sind gesunken, schreibt Professor Dr. Gunther Schnabl.
Das deutsche Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg basierte auf einer stabilitätsorientierten Geldpolitik der Deutschen Bundesbank, welche die Deutsche Mark zur Hartwährung machte. Weil die Deutsche Mark unter einem kontinuierlichen Aufwertungsdruck stand, mussten die deutschen Unternehmen stetig die Effizienz erhöhen und sich mit Innovationen gegen den internationalen Preisdruck abschirmen. So entstanden gute Produkte und große Produktivitätsgewinne, die in Form steigender Reallöhne, großzügiger Sozialsysteme und als Transfers an die europäischen Partner verteilt wurden.

Quelle: IWF. Wechselkurs gegenüber den 19 wichtigsten Handelspartnern, gewichtet nach Handelsanteilen. Eine fallende Linie bedeutet eine reale Abwertung, d.h. eine Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.











