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13. Okt 2015

10 Fakten zur Zeitarbeit

Flexible Beschäftigung sichert Jobchancen

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Zeitarbeitsverträge stehen oft in der Kritik. Dabei sind in Deutschland nur 2,5 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland in der Zeitarbeit beschäftigt. Lesen Sie hier zehn Fakten über die Vorteile und Erfolge der Zeitarbeit.

Erfolgsmodell Zeitarbeit

 

Zeitarbeit hat sich in der deutschen Wirtschaft als eigenständige Branche etabliert. Zeitarbeitsfirmen überlassen den Kundenunternehmen ihre Arbeitnehmer im Rahmen einer doppelten Vertragsbeziehung: Zum einen zwischen Zeitarbeitsfirma und Kundenunternehmen, zum anderen zwischen Zeitarbeitsfirma und Arbeitnehmer. Dabei gelten für Zeitarbeitnehmer Tarifverträge und Gesetze, die Dimensionen wie Arbeitsbedingungen und Entlohnung eindeutig regeln. Zeitarbeitnehmer haben also die gleichen Rechte wie alle abhängig Beschäftigten auch.

Für Unternehmen ist Zeitarbeit zu einem unverzichtbaren Instrument geworden. Besonders in unsicheren Zeiten können sie so die betriebliche Flexibilität Erfolgsmodell Zeitarbeit wahren, um Auftragsspitzen abdecken und das eigene Wachstum sichern zu können. Auf der Arbeitnehmerseite bietet Zeitarbeit vielen Langzeitarbeitslosen und Geringqualifizierten Perspektiven, die sie am klassischen Arbeitsmarkt nicht finden.

Im Koalitionsvertrag wird dennoch eine stärkere Regulierung der Zeitarbeit angestrebt. So soll die Überlassungshöchstdauer weiter beschränkt sowie die Gleichstellung des Arbeitsentgeltes neu geregelt werden. Unsere Faktensammlung macht deutlich, weshalb dies in der ohnehin schon umfassend geregelten Branche nicht nur unnötig ist, sondern Chancen verbaut und eine steigende Arbeitslosenzahl riskiert.

 

 

 

Zeitarbeit schafft zusätzliche Stellen.

 

Der Einsatz von Zeitarbeit führt nicht zum Abbau der Stammbelegschaft: Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) trifft dies auf 98 Prozent der Betriebe zu.

Die Beschäftigung hat insgesamt zugenommen. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Zeitarbeit an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt dagegen seit 2010 nahezu konstant zwischen 2,2 und 2,7 Prozent. (Quelle: Arbeitsagentur)

Im Maschinenbau ging laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zwischen 2011 und 2013 die Zahl der Zeitarbeitnehmer um 1.000 Beschäftigte sogar leicht zurück, während die Zahl der Stammbelegschaft um mehr als 50.000 stieg.

Keine andere Branche stellt so viele Arbeitslose ein.

 

64 Prozent der im vergangenen Jahr neu eingestellten Zeitarbeiter haben vorher keine Beschäftigung ausgeübt. Bei jedem Zehnten lag der letzte Job länger als ein Jahr zurück. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit stellt keine andere Branche anteilig so viele Arbeitslose ein wie Zeitarbeitsfirmen.

Zeitarbeit schafft dauerhafte Perspektiven: Etwa drei von fünf vormals Arbeitslosen befinden sich auch nach einem Jahr noch in einem sicheren Arbeitsverhältnis. Auf lange Sicht kann der Einstieg über die Zeitarbeit die Chancen erhöhen, in eine klassische Vollzeitbeschäftigung zu wechseln. (Quelle: Arbeitsagentur)

Unternehmen können Engpässe besser abdecken.

 

Für bestimmte Berufszweige gibt es laut Bundesagentur für Arbeit in einigen Regionen klare Fachkräfteengpässe. Das gilt insbesondere für Ingenieure, IT-Experten und medizinische Fachkräfte. In einer Befragung der Unternehmensberatung Kienbaum gaben 58 Prozent der Personalverantwortlichen an, den Fachkräftemangel bereits zu spüren. (Quelle: Kienbaum)

Unternehmen mit Engpässen setzen überproportional häufig auf Zeitarbeit, wie Untersuchungen der Bertelsmann Stiftung zeigen. Sie trauen den auf die Personalsuche spezialisierten Zeitarbeitsfirmen zu, Stellen schneller zu besetzen. Die überlassenen Fachkräfte konkurrieren in der Regel nicht mit Kollegen aus der Stammbelegschaft: Ihr Spezialwissen ist meist für zeitlich begrenzte Projekte gefragt. (Quelle: RWI Essen)

Geringqualifizierte sammeln Erfahrungen.

 

Für Geringqualifizierte ist die Zeitarbeit eine vielversprechende Möglichkeit, am Arbeitsmarkt teilzuhaben. Der Grund: Mehr als jede zweite Stelle in der Branche ist eine „Helfer“-Position, für die in der Regel keine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich ist. In der Gesamtwirtschaft liegt der Anteil an Hilfskräften dagegen bei nur 14 Prozent. (Quelle: Arbeitsagentur)

Beschäftigte in der Zeitarbeit sammeln durch ihren Einsatz in verschiedenen Unternehmen wichtige Praxiserfahrungen. Sie erwerben außerdem jobspezifisches Fachwissen. Das verbessert die langfristigen Beschäftigungsperspektiven.

Die Arbeitsbedingungen sind klar geregelt.

 

Für den Einsatz von Zeitarbeitern gibt es einen klaren Rechtsrahmen, der sich aus nationalen Gesetzen, EU-Richtlinien und tarifvertraglichen Bestimmungen ergibt. Die Arbeitsbedingungen überlassener Arbeitnehmer, ihre Entlohnung und Partizipationsrechte sind eindeutig geregelt – so wie bei jedem anderen Arbeitnehmer auch. (Quelle: Arbeitsagentur; Arbeitgeber)

Tarifverträge sichern nahezu jedes Arbeitsverhältnis in der Zeitarbeit durch Mindeststandards ab. 2012 haben die Sozialpartner zudem eine verbindliche Lohnuntergrenze festgelegt. Sind Zeitarbeitnehmer länger in einem Betrieb eingesetzt, haben sie je nach Branche Anrecht auf Lohnzuschläge. Die Zuschläge steigen stufenweise – und erreichen etwa in der Metall- und Elektro-Industrie nach neun Monaten 50 Prozent. (Quelle: IG Zeitarbeit)

Unbefristete Jobs in Vollzeit sind die Regel.

 

In der Zeitarbeitsbranche dominiert die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung. 87 Prozent der Zeitarbeitnehmer sind in Vollzeit beschäftigt – über alle Branchen hinweg trifft dies nur auf drei von vier sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu. (Quelle: Arbeitsagentur)

Mehr als 80 Prozent der Zeitarbeitskräfte haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Ihr Beschäftigungsverhältnis besteht in der Regel nach dem Einsatz weiter. Auch wenn der Arbeitgeber nicht sofort eine neue Aufgabe hat, zahlt er den Lohn weiter. (Quelle: iGZ)

Zeitarbeit schafft Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit.

 

Für viele Unternehmen ist Zeitarbeit unverzichtbar, um betriebliche Flexibilität herzustellen. Die schnelle Verfügbarkeit ist insbesondere für produzierende Unternehmen wichtig, um Auftragsspitzen zu bewältigen und Konjunkturschwankungen auszugleichen.

Empirische Untersuchungen zeigen: Mit dem Einsatz von Zeitarbeit ist ein Produktivitätsgewinn verbunden. Da vorwiegend große Industrieunternehmen zu den Nutzern gehören, wirkt sich dieser Effizienzgewinn auch positiv auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft aus und sichert damit auch Arbeitsplätze in anderen Branchen. (Quelle: IW Köln)

Zeitarbeitsfirmen sind auf Mitarbeitersuche spezialisiert.

 

Drei von vier Unternehmen nutzen laut einer 2014 veröffentlichten Umfrage des Dienstleisters Page Personnel Zeitarbeit als Rekrutierungsinstrument für das eigene Unternehmen. Einem Viertel der eingesetzten Spezialisten wurde ein Übernahmeangebot gemacht. (Quelle: Page Personal)

Etwa ein Drittel der bei der Arbeitsagentur gemeldeten offenen Stellen stammen aus Zeitarbeitsunternehmen – sie übernehmen somit für viele Unternehmen eine Vorauswahl von Arbeitssuchenden, die sie über Weiterbildungen für die Kundenunternehmen noch attraktiver machen. (Quelle: Arbeitsagentur)

Zeitarbeit ist kein Massenphänomen.

 

Trotz unterschiedlicher Konjunkturentwicklungen schwankt der Anteil von Zeitarbeitern an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland seit fünf Jahren um den Wert von 2,5 Prozent. (Quelle: Arbeitsagentur)

Studien zeigen, dass die Stammbelegschaft nicht in beliebigem Maße durch Zeitarbeiter ersetzt werden kann. Je nach Branche und Betätigungsfeld gibt es Grenzwerte, ab denen der Nutzen von Zeitarbeitern abnimmt. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung ist Zeitarbeit in den Unternehmen insgesamt deshalb nur wenig verbreitet. (Quelle: IW Köln)

Kürzere Einsatzzeiten schaden beiden Seiten.

 

Obwohl bereits jetzt klare Regeln für den Einsatz von Zeitarbeit gelten, will die Große Koalition weitere Regulierungen durchsetzen.

Die geplante Beschränkung der Überlassungsdauer auf maximal 18 Monate würde nicht dazu führen, dass Unternehmen Zeitarbeit in klassische Beschäftigung umwandeln. Sie brauchen Zeitarbeit, um beispielsweise flexibel auf Auftragsschwankungen reagieren zu können. Deshalb würden sie nach 18 Monaten einen neuen Zeitarbeitnehmer anfordern. Damit verschlechtern sich die Möglichkeiten des Zeitarbeitnehmers, während der Überlassung Fachwissen und Arbeitserfahrung aufzubauen. Dadurch würde das Beschäftigungsrisiko für die Zeitarbeitnehmer steigen. (Quelle: IW Köln)

Zeitarbeit muss Erfolgsfaktor am Arbeitsmarkt bleiben.

 

Zeitarbeit schafft Beschäftigung

Zeitarbeit bietet vor allem jenen Chancen, die es am klassischen Arbeitsmarkt schwer haben. Fast zwei Drittel der neu eingestellten Zeitarbeitnehmer waren im vergangenen Jahr vorher nicht oder noch nie beschäftigt. In der Zeitarbeit können sie ihre Beschäftigungsfähigkeit aufbauen oder erhalten und so ihre Chancen für eine Direktanstellung verbessern. Unternehmen nutzen Zeitarbeit, um flexibel auf kurzfristige Personalengpässe oder Auftragsschwankungen reagieren zu können. So sichert Zeitarbeit auch die Jobs der Stammbelegschaft.

Tarifautonomie respektieren

Die Tarifabdeckung liegt in der Zeitarbeit praktisch bei 100 Prozent. Die Vereinbarungen der Sozialpartner sind allgemeingültigen Gesetzen in ihrer Praxis tauglichkeit überlegen. Dennoch plant die Große Koalition gesetzliche Regelungen, die die Zeitarbeit einschränken. Ohne Tariföffnungsklausel wäre dies eine Missachtung der Tarifautonomie.

Neuregelung von Zeitarbeit nicht notwendig

Die Überlassungshöchstdauer wurde mit dem „Equal Treatment“ abgeschafft, das Zeitarbeitern die gleichen Arbeitsbedingungen wie dem Stammpersonal garantiert, sofern tarifvertraglich nichts anderes vereinbart ist. Auch die Forderung des „Equal Pay“ haben die Tarifpartner mit Zuschlagsregelungen erfüllt. Die Regierungspläne sind also überflüssig. Mehr noch: Sie könnten einen wichtigen Teil der Erfolgsgeschichte des deutschen Arbeitsmarkts beenden.