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21. Apr 2017

Emnid-Umfrage
Gerechtigkeit ist mehr als Umverteilung

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Im Bundestagswahljahr 2017 muss der Begriff „Soziale Gerechtigkeit“ als Begründung für eine Unzahl von Wahlversprechen herhalten. Dabei lohnt es sich für die Wahlkämpfer, genau hinzuschauen: Was verstehen die Bürger unter Gerechtigkeit? Wie muss eine Politik aussehen, die diesem Verständnis Rechnung trägt? Dazu Oliver Krieg, Leiter des Bereichs Politik- und Sozialforschung bei Kantar EMNID.

 

 


Oliver Krieg von Emnid hat die Deutschen zu Ihren Vorstellungen von Gerechtigkeit befragt. Hier seine Zusammenfassung:

"Es wird für sehr wichtig erachtet, dass jeder - unabhängig von Herkunft, Abstammung oder Geschlecht - gleiche Chancen bei Bildung und im Beruf bekommt. Vor allem die Jüngeren fordern dies. Deutlich weniger Bürger erwarten, dass Einkommen und Vermögen in der Gesellschaft gleich verteilt sind. 

Unterschiede im Verdienst werden vor allem dann akzeptiert, wenn sie dem Prinzip der Leistungsgerechtigkeit folgen, sodass wer mehr leistet auch mehr verdient. Sieben von zehn Deutschen halten eine solche Leistungsgerechtigkeit für unabdingbar, sie belegt damit im Ranking der verschiedenen Dimensionen von Gerechtigkeit Platz zwei.

Fast ebenso wichtig wie Leistungsgerechtigkeit ist es für das Gerechtigkeitsempfinden der Bürger zudem, dass keine Generation auf Kosten der jeweils anderen lebt. In diesem Sinne verstehen zwei von drei Deutschen Gerechtigkeit in starkem Maße als Generationengerechtigkeit.

Will man Gerechtigkeit in der Gesellschaft gewährleisten, so muss aus Sicht der Bevölkerung also vor allem dafür gesorgt werden, dass jeder Einzelne die gleiche Chance bekommt, erfolgreich zu sein und leistungsgerecht zu verdienen, und zwar unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Generationszugehörigkeit des Einzelnen. Im Gerechtigkeitsverständnis der deutschen Bevölkerung steht diese Forderung an erster Stelle. Eine Gleichverteilung von Einkommen und Vermögen in der Gesellschaft tritt demgegenüber eher in den Hintergrund." 

Weitere Informationen: