Bitte aktualisieren sie ihren Browser, dass diese Webseite korrekt angezeigt wird.

Aktuelle Fotos
der INSM
Alle Fotos

Feed konnte nicht
geladen werden

10. Mai 2010

Mehrwertsteuer: 16 Prozent auf alles
Keine Ausnahmen in der Mehrwertsteuer

568 5 2

Einfache Regeln, weniger Bürokratie und fairer Wettbewerb – das sind die Ziele einer umfassenden Vereinfachung der Mehrwertsteuer. Bei einer Reform der Mehrwertsteuer soll der ermäßigte Steuersatz gestrichen werden; dieser liegt derzeit bei sieben Prozent. Zudem sollen alle Steuerbefreiungen abgeschafft werden, mit Ausnahme von Mieten und Pachten. Im Gegenzug kann der allgemeine Mehrwertsteuersatz um drei Prozentpunkte von derzeit 19 auf 16 Prozent gesenkt werden.  

Schnelle und unkomplizierte Steuervereinfachung

"Noch nie war unser Steuerrecht so undurchschaubar wie heute. Es ist ungerecht, hemmt Wachstum und erzeugt Bürokratiekosten. Bürger, Unternehmen und der Staat können von einer Vereinfachung unseres Steuersystems unmittelbar profitieren. Fangen wir mit der Mehrwertsteuer an – hier ist eine Steuervereinfachung schnell und unkompliziert möglich", so Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM.

Peffekoven, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium der Finanzen, kritisiert vor allem nicht nachvollziehbare Ausnahmeregelungen. „Warum werden Windeln, Spielzeug und Kleidung für Kinder mit 19 Prozent besteuert? Und warum erhalten Hundefutter, Garnelen und Schnittblumen eine Steuerermäßigung? Maulesel werden geringer besteuert als Esel. Ökonomisch lässt sich das alles nicht erklären. Diese Beispiele zeigen, dass die Mehrwertsteuer zum Einfallstor von Partikularinteressen geworden ist“, so Peffekoven. 

Steuerermäßigungen verzerren Wettbewerb

Der Wettbewerb werde erheblich verzerrt, und der ursprünglich soziale Zweck der ermäßigten Steuersätze könne nicht erreicht werden. In vielen Fällen würden Steuerermäßigungen nicht beim Verbraucher ankommen, sondern als getarnte Subvention bei den Unternehmen landen. Wie aus dem Gutachten hervorgeht, produzieren die gespaltenen Mehrwertsteuersätze Abgrenzungsprobleme zwischen den Gütern und in der Folge erhebliche Kosten bei Unternehmen, Steuerverwaltung und Finanzgerichten. Diese Bürokratiekosten würden durch eine Steuervereinfachung wegfallen. 

Sozialer Ausgleich besser über Transferzahlungen

Peffekoven weist in seinem Gutachten nach, dass selbst dort, wo der ermäßigte Mehrwertsteuersatz beim Verbraucher ankommt, die soziale Wirkung zweifelhaft ist. "Der soziale Ausgleich über die Mehrwertsteuer funktioniert nicht. Von den Steuerbegünstigungen profitieren Klein- wie Großverdiener. So werden öffentliche Mittel vergeudet. Ein sozialer Ausgleich lässt sich über Transferzahlungen an Bedürftige viel treffsicherer organisieren." Die weitgehende Steuervereinfachung von 16 Prozent auf alles würde zu staatlichen Mehreinnahmen von rund zwei Milliarden Euro führen. Dieser Betrag stünde für einen kostenneutralen und effizienteren sozialen Ausgleich über direkte Transferzahlungen zur Verfügung.