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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle

„Warum können wir nicht mehr wie Deutschland sein?“

„Warum können wir nicht mehr wie Deutschland sein?“, fragte sich vor einiger Zeit das britische Magazin „New Statesman“. Denn – so das Magazin – ob beim Fußball, in der Politik oder der Wirtschaft: Von den Deutschen lässt sich offenbar einiges lernen! Das meinen nicht nur die Briten. Umfragen zeigen, dass Deutschland auch aus Sicht anderer Länder der Staat mit dem weltweit besten Ruf ist.

Einer der Gründe dafür ist die besonders starke industrielle Basis der Wirtschaft. Unternehmen mit langer Tradition und hoher Innovationskraft, viele gut ausgebildete Fachkräfte und erhebliches kreatives Potenzial zählen zu den Kennzeichen der „Marke Germany“. Hinzu kommt das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft, die sich in der Finanz- und Wirtschaftskrise als ordnungspolitischer Rahmen einmal mehr bewährt hat.

Sie garantiert ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit und fairem Wettbewerb – zentrale Anliegen der Unternehmen, die sich im weltweiten Wettbewerb messen müssen. Und auch die Unternehmen sind sich als Teil der Gesellschaft ihrer Verantwortung bewusst und handeln danach.

Verwaltungsratspräsident der Holcim Ltd.

(*1949 in Neu-Ulm)

Seit April 2014 ist Wolfgang Reitzle Verwaltungsratspräsident von Holcim. Von Januar 2003 bis Mai 2014 war er Vorstandsvorsitzender der Linde AG. Davor bekleidete Reitzle leitende Funktionen bei der BMW AG und der Premier Automotive Group (Ford Motor Company)

Klar ist aber ebenso: Das deutsche Modell ist und bleibt reformbedürftig. Denn vieles ist gut, vieles aber eben auch nicht. Dass die Rahmenbedingungen für Unternehmen immer öfter in Dirigismus münden, ist der falsche Weg. Überregulierung schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen – die Unternehmen brauchen aber nicht weniger, sondern mehr Raum für ihre Entwicklung. Das gilt gerade angesichts des weiter zunehmenden globalen Wettbewerbs, steigender Volatilität, der demografischen Entwicklung und dramatischer technologischer Herausforderungen.

Das wichtigste Schmiermittel für weiteres Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg sind und bleiben deshalb Innovationen. Doch auch Innovationsfähigkeit lässt sich nicht verordnen – vielmehr muss Deutschland vor allem auf Bildung setzen und verlässliche Rahmenbedingungen sicherstellen. Beide Faktoren tragen maßgeblich dazu bei, dass Unternehmen wieder mehr in Innovation investieren und die Bedingungen für mehr Kreativität schaffen können. Nicht nur Fußballweltmeister, sondern auch Innovationsweltmeister zu werden – das wäre ein lohnendes Ziel!