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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Prof. Dr. Heinz-Walter Große

Auch große Ideen brauchen Rahmenbedingungen

„Made in Germany“ galt über viele Jahre als Markenzeichen für zuverlässige Qualitätsprodukte. Heute sind wir Teil eines vereinten und grenzenlosen Europas, die deutsche Wirtschaft hat aber nach wie vor einen guten Ruf und weist immer noch Schlagkraft auf. Worauf gründet diese Wirtschaftskraft? Ein Schlüsselwort in diesem Zusammenhang ist Innovation. Sie ist unser Antrieb. Von Johannes Gutenberg über Robert Koch, Carl Benz und Gottlieb Daimler, Conrad Röntgen bis hin zu Konrad Zuse – all diese Namen stehen neben vielen anderen für Erfindungen oder Entdeckungen, die nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Menschheit vorangebracht haben. Auch bei B. Braun ist es uns seit jeher wichtig, mit Innovationen Therapien und Prozesse im Krankenhaus zu verbessern und auf diese Weise zur Gesundheit von Menschen beizutragen. Die Braunüle, die einteilige Venenverweilkanüle aus Kunststoff, die von Bernd Braun 1962 erfunden und seitdem immer weiterentwickelt wurde, ist nur ein Beispiel.

„Innovationen benötigen aber Rahmenbedingungen, die es erst ermöglichen, mutig neue Wege zu beschreiten, Ideen zu entwickeln und sie in die Tat umzusetzen.“

Prof. Dr. Heinz-Walter Große

Innovationen benötigen aber Rahmenbedingungen, die es erst ermöglichen, mutig neue Wege zu beschreiten, Ideen zu entwickeln und sie in die Tat umzusetzen. Dazu gehören Freiheit und ein rechtsstaatliches demokratisches System, das uns Sicherheit und Stabilität gibt. Vor einem solchen Hintergrund können wir nicht nur Innovationen vorantreiben, wir können auch neue Generationen an Wissenschaftlern und Fachkräften ausbilden, sie fördern aber auch fordern, damit sie immer neue Grenzen überschreiten. Eine gute Ausbildung bildet das Fundament für Innovation.

Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG
(* 1952 in Bad Emstal)

Nach seinem betriebswirtschaftlichen Studium in Göttingen stieg Heinz- Walter Große bei dem Medizintechnik- und Pharmaunternehmen B. Braun Melsungen AG ein, wo er zunächst als Assistent des Finanzvorstandes tätig war. Im Anschluss wechselte er zur amerikanischen Ländergesellschaft B. Braun of America Inc. Zeitgleich promovierte er in Göttingen. Es folgten verschiedene Tätigkeiten, in denen er Verantwortung für mehrere Ländergesellschaften in Europa, vor allem in Österreich, Ungarn, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Rumänien trug. 2005 trat Große in den Vorstand des Unternehmens ein, dessen Vorsitz er 2011 übernahm.

So wie uns eine rechtstaatliche demokratische Staatengemeinschaft Sicherheit und Schutz gibt, dürfen Regulierungen, die in ihr entstehen, aber nicht zu sehr einengen. Im Bereich der Medizinprodukte beispielsweise ist eine verstärkte Formalisierung des internationalen Produktzulassungsprozesses zu beobachten, die mit einem erhöhten Aufwand einhergeht: längere Bearbeitungszeiten und immer höhere Anforderungen an Dokumentation und Studienunterlagen können Produkteinführungen erheblich verzögern. Unternehmen brauchen einen sehr langen Atem und erhebliche finanzielle Rücklagen, um Innovationen auf den Markt zu bringen. Vor allem kleinen Start- ups kann hier trotz bahnbrechender Ideen schnell die Luft ausgehen. Die Gefahr ist, dass kreative Köpfe in anderen Teilen der Welt ihre Ideen in die Tat umsetzen und eigentlich deutsche Pionierleistungen am Ende nicht mehr „Made in Germany“ sind.

Unsere Stärke Innovationskraft kann sich nur in einem freien kreativen Umfeld entfalten. Dafür sollten wir auch in Zukunft Sorge tragen und den deutschen Erfinder- und Unternehmergeist fördern. Dann werden wir auch in Zukunft stark bleiben.