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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Norbert Steiner

Heimische Rohstoffe ermöglichen Wachstum und Wohlstand

Zu den wichtigsten Standortfaktoren einer prosperierenden Volkswirtschaft zählen Rohstoffe. Denn Rohstoffe stehen am Anfang der Wertschöpfungskette, sie bilden die Basis für unsere moderne Industriegesellschaft. Rohstoffe machen wirtschaftlichen Erfolg erst möglich: Sie dienen zur Erfüllung materieller Grundbedürfnisse – nahezu jedes Produkt wird aus Rohstoffen hergestellt – und sie sichern unseren Lebensstandard.

Auch Deutschland ist ein Rohstoffland: Unser Land verfügt über Bodenschätze, die für eine Vielzahl von Anwendungen gebraucht werden. Wir haben Stein- und Kalisalze, und auch bei Braunkohle und Kaolin gehört Deutschland zu den weltweit größten Produzenten. Ebenso können wir unseren Bedarf bei Sand, Kies, Ton, Kalk- und Gipsstein selbst decken. Über 570 Millionen Tonnen der jährlich hierzulande benötigten Rohstoffe werden auch hier gewonnen.

Heimische Rohstoffe machen Deutschland unabhängiger von Importen, sind zum Teil Exportschlager und schaffen Arbeitsplätze: Mit über 120.000 Beschäftigten in etwa 4.000 Betrieben ist die deutsche Rohstoffindustrie ein wichtiger Stützpfeiler unserer Volkswirtschaft. Rechnet man alle Arbeitsplätze hinzu, die auch indirekt mit der Rohstoffgewinnung und der Zulieferindustrie verbunden sind, so dürften in unserem Land über 300.000 Menschen in dieser Branche beschäftigt sein.

Vorsitzender des Vorstands der K+S Aktiengesellschaft

(*1954 in Siegen)

Nach Berufseinstieg bei der BASF AG wechselte der Jurist Norbert Steiner 1993 zur K+S AG und übernahm dort zunächst die Leitung des Bereichs Recht, Steuern und Versicherungen. 2000 wurde Steiner Mitglied des Vorstands, anschließend stellvertretender Vorsitzender und 2007 schließlich Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Daneben engagiert sich Steiner als Mitglied im Ausschuss Rohstoffpolitik des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.

Es spricht also viel für die Gewinnung und Nutzung heimischer Rohstoffe. Fakt ist allerdings, dass die öffentliche Diskussion hierzulande hauptsächlich von Umweltaspekten getragen wird – mit dem Ziel, menschliche Eingriffe in die Natur grundsätzlich zu minimieren oder sogar zu unterbinden. Dem Naturschutz wird oftmals ohne Interessenabwägung der Vorrang eingeräumt. Hohe Umweltstandards sind gut und wichtig. Es ist aber unverzichtbar, bei der Verfolgung von Umweltzielen das vernünftige Maß zu wahren und stets auch das Ganze im Auge zu behalten. Spätestens die Wirtschaftskrise 2008/2009 und die in Teilen Europas andauernde Staatsschuldenkrise haben gezeigt, dass sich unsere Wohlstandsgesellschaft fundamentalen Herausforderungen gegenübersieht. Wir würden einen Fehler machen, wenn wir den Ursprung der Wirtschaft, die Rohstoffproduktion, nicht wertschätzen und sichern würden. Denn Beeinträchtigungen bei der Verfügbarkeit von Rohstoffen könnten die Folge sein – mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die industrielle Wertschöpfung und damit auf Beschäftigung, Investitionen sowie Wachstum und Wohlstand am Standort Deutschland.