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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Monique van Daalen

Erhard ist heute noch aktuell

Häufig definieren wir unser Verhältnis zu anderen Ländern über die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen. Und das ist auch naheliegend bei zwei Nachbarn in Europa, die so eng miteinander verbunden sind wie Deutschland und die Niederlande. Die Zahlen sprechen da eine klare Sprache. Jedes Jahr gehen zwischen unseren Ländern Waren im Wert von insgesamt über 160 Milliarden Euro über die Grenze – trotz Krise –, jedes Jahr ein neuer Rekord. Auch die niederländischen Investitionen in Deutschland, zuletzt über 122 Milliarden Euro, steigen Jahr für Jahr, und kein anderes Land investiert auch nur annähernd so viel in Deutschland wie wir.

Für die besonders intensiven wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen mit Deutschland gibt es viele Gründe: „Der Erfolg hat viele Väter“, wie ein englischer Ökonom einmal treffend formulierte.

Einer dieser vielen Väter des sogenannten Deutschland-Prinzips war Ludwig Erhard. Wie kein anderer verstand er zu seiner Zeit, wie wichtig Dynamik für Wirtschaft und Gesellschaft ist. „Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch“, sagte er 1953. Als Architekt des deutschen Wirtschaftswunders sah Erhard glasklar, dass eine gut funktionierende, stabile und solidarische Gesellschaft und als Folge davon der Wohlstand des Einzelnen immer nur auf einem festen wirtschaftlichen Fundament gedeihen können. Eigentlich klingen die Worte Erhards von 1953 heute noch überraschend aktuell.

Botschafterin des Königreichs der Niederlande in Berlin
(* 1960 in Amsterdam)

Mit Botschafterin Monique van Daalen steht erstmals eine Frau an der Spitze der niederländischen Vertretung in Berlin. Seit Beginn ihrer diplomatischen Karriere war sie in Südkorea, in New York, Miami und zuletzt als Generaldirektorin in Den Haag stationiert. Für ihre Amtszeit in Berlin hat sich van Daalen vorgenommen, den wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Deutschland neue Impulse zu verleihen und die Zusammenarbeit in europäischen Angelegenheiten weiter voranzutreiben.

Nicht umsonst unterstreicht die deutsche Bundeskanzlerin immer wieder, dass es alles andere als selbstverständlich ist, dass Europa mit rund sieben Prozent der Weltbevölkerung auch in Zukunft noch 20 bis 25 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und fast die Hälfte aller Sozialleistungen erbringt. Die Antwort auf die Frage, wie man das sicherstellen könne, ist nicht einfach. Aber im Kern geht es um Folgendes: Wer auch künftig wirtschaftlich und sozial zu den Besten gehören will, muss bereit sein, Dinge zu verändern und grundlegend zu reformieren. Es gibt keinen anderen Weg. Gemeinsam stehen wir für eine solide Haushaltspolitik und werben dafür, dass wir uns in Europa stärker auf unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere künftigen Wertschöpfungsmöglichkeiten konzentrieren. Über entscheidende inter- nationale Fragen denken wir ähnlich. Und selbst wenn sie sich im Detail manchmal unterscheiden, geht es beiden Ländern immer darum, das große gemeinsame Ziel im Blick zu behalten: eine auf gemeinsamen Werten basierende Außenpolitik, in der die Forderung nach der Einhaltung der Menschenrechte, nach Demokratie und einem gesicherten Rechtsstaat zentral stehen.

Ich denke, dass darin die Kraft und der Erfolg dessen liegt, was dieses Buch als Deutschland-Prinzip zu benennen versucht.