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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Manouchehr Shamsrizi und Lars Hinrichs

Das Land der Denker und Gründer

Vor knapp 50 Jahren entstand an der „unwahrscheinlichen Schnittstelle zwischen Big Science, militärischer Forschung und einer libertären Kultur“ (Manuel Castells) die Grundlage dessen, was unsere Gesellschaft so massiv verändert wie nur die Erfindung der Schrift oder des Buchdrucks zuvor: das Internet und damit die Digitalisierung (of everything). Es verändern sich dadurch spürbar unsere Lebens und Arbeitswelten, aber auch die Organisationen und Institutionen, die wir führen, weiterentwickeln und insbesondere gründen. Es wird Zeit, die Digitalisierung als Grundlage für die nächste (post-) industrielle Revolution, als Vorbereitung auf das „Second Machine Age“ zu verstehen. Denn die Stärken und unternehmerischen Prinzipien, die im Kontext unserer einmaligen „Sozialen Marktwirtschaft“ Deutschland in Europa erfolgreich in das 21. Jahrhundert geführt haben, sind eben die Prinzipien, deren Beobachtung und Weiterentwicklung wir auch in Zukunft unseren Erfolg verdanken werden.

„Unser Wohlstand wird im Digitalen neu erschaffen.“

Manouchehr Shamsrizi und Lars Hinrichs

Ein positiver Gendefekt und seine (europäischen) Rahmenbedingungen

Wir vermuten, es „leidet“ jeder Unternehmer (und viele Familienunternehmen) unter einem „positiven Gründer-Gendefekt“. Betroffene sehen die Welt voller Chancen – mehr als Risiken – und toller Probleme, die man erst fur sich selbst und dann auch fur den Markt lösen kann. Mehr noch als heute muss, wer ein Unternehmen grunden möchte, es bei uns können und durfen, unabhängig von Alter und Geschlecht, Ausbildung und Herkunft. Und dabei Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und auch Kultur und Zivilgesellschaft an seiner Seite wissen.

(* 1988 in Hamburg)

ist nicht nur „Global Shaper“ des World Economic Forums, sondern „among the most publicly prominent voices of Germany’s younger generation“ (Washington Post), jüngster „Global Justice Fellow“ der Yale University und als EXIST- und Deutschlandstipendiat selbst Jungunternehmer und -wissenschaftler.

Zur psychopolitischen Kultur zu (be-)gründender Innovationen

Da in komplexen Gesellschaften und technologisch fortschreitenden Zeiten jede Lösung neue Probleme hervorruft, entstehen immer neue Chancen, und jedes Scheitern ist nur ein Zwischenschritt zu einer noch besseren Lösung in einem noch spannenderen Markt. Wenn noch dazu die technikhistorische Forschung schon seit Jahrzehnten das Scheitern und nicht den Erfolg als Regelfall auf dem Weg zu hochinnovativen und disruptiven Produkten nachweist, dann sollte es mindestens irritieren, dass unsere heutigen Gründer „Angst zu scheitern“ haben müssen. Dass unsere Banken und Versicherungen, unsere Forschungs- und Förderpolitiken, unsere Schulen und Universitäten ihre evidenzlose Eindimensionalität gegenüber dem Scheitern beibehalten, statt Partner für den nächsten Versuch zu sein.

Unternehmensgründungen als gelebte Generationen- und Verteilungsgerechtigkeit 

„Das Gesicht des Landes verändert sich und das Profi l seiner Volkswirtschaft“, fasst der SPIEGEL in seiner Serie „Deutschland 2030“ zusammen: Unser „produktiver Kern schrumpft, alter Wohlstand wird aufgebraucht, neuer Wohlstand nicht geschaffen.“ Hier zeigt sich exemplarisch, wie ein proaktiv- unternehmerischer Umgang mit Chancen und Risiken einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der inter- und intragenerationellen Gerechtigkeit leisten kann: Wer, wenn nicht (junge) Unternehmer sollen die Möglichkeiten der Digitalisierung für den Umgang mit den Megatrends nutzen und damit den alten Wohlstand in einen neuen überführen? Auch für unsere großen Konzerne und Familienunternehmen ist es die „intrapreneurial“ Kompetenz der Entrepreneure, die neue Produktivität ermöglichen kann.