Bitte aktualisieren sie ihren Browser, dass diese Webseite korrekt angezeigt wird.

Aktuelle Fotos
der INSM
Alle Fotos

Feed konnte nicht
geladen werden

Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Lutz Goebel

Zukunft durch Beständigkeit in Familienunternehmen

In keinem anderen Land gibt es so viele Hidden Champions, wie in Deutschland: Im Jahre 2012 waren es über 1.300 Unternehmen, die zu den Weltmarktführern zählen. Auf Platz zwei lagen die USA mit knapp 370 Hidden Champions. Unsere Nachbarn Frankreich, Italien und Großbritannien hatten zwischen 67 und 76 Weltmarktführer vorzuweisen.

Es sind die Hidden Champions, die unser Land so attraktiv machen. Sie alle haben eines gemeinsam: Ihre Innovationsstärke. Und die brauchen sie auch. Gerade diejenigen Traditionsunternehmen sind erfolgreich, die sich immer wieder neu erfunden haben. Denn Tradition bedeutet nicht das krampfhafte Festhalten an hergebrachten Abläufen und Technologien. Tradition bedeutet: Eine Idee zu erhalten und voranzubringen. Das kann bedeuten, dass man bereit sein muss, alte Zöpfe abzuschneiden und neue Prozesse zu ermöglichen.

„Ein Familienunternehmer denkt langfristig, haftet mit seinem eigenen Kapital für seine Entscheidungen und will sein Lebenswerk, sein Unternehmen, in die nächste Generation überführen.“

Lutz Goebel

Ideen aufrechterhalten können Familienunternehmer nur dank ihres langen Atems: Ein Geschäftsführender Gesellschafter ist in Familienunternehmen in der Regel für eine Generation am Ruder. Dagegen nimmt die durchschnitt- liche Verweildauer eines Vorstandsmitglieds in börsennotierten Unternehmen ab – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Strategien.

Präsident des Verbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER
(* 1955 in Siegen)

Nach seinem Studium des Bauingenieurwesens an der RWTH Aachen und einem betriebswirtschaftlichen Aufbaustudium in Lille (F) folgten von 1982 bis 1998 verschiedene Tätigkeiten in der deutschen und österreichischen Wirtschaft. 1985 erwarb Lutz Goebel den M.B.A. am INSEAD in Fontainebleau. 1998 übernahm er als Unternehmer im Rahmen eines Management Buy In zusammen mit einem Finanzinvestor die Henkelhausen GmbH & Co. KG, Krefeld. Diese konnte er mittlerweile als Mehrheitsgesellschafter zu der Henkelhausen Unternehmensgruppe erfolgreich weiterentwickeln. Seit 2011 ist er Präsident des Verbands DIE FAMILIEN- UNTERNEHMER.

Ein Familienunternehmer denkt langfristig, haftet mit seinem eigenen Kapital für seine Entscheidungen und will sein Lebenswerk, sein Unternehmen, in die nächste Generation überführen.

So ist in Deutschland eine Wirtschaftskultur entstanden, die nicht das Streben nach schnellem Profit in den Vordergrund unternehmerischen Handelns stellt, sondern den Wunsch nach langfristigem Erhalt.

Kreativität und technische Exzellenz sind dabei ein Muss. Aber mittlerweile reicht es nicht mehr aus, dass wir innovativ sind bei unseren Produkten und Dienstleistungen. Wir müssen auch innovativ sein in der Art, wie wir arbeiten. Und wie wir Arbeit für unsere Mitarbeiter gestalten.

Denn die Arbeit als solche hat sich während der letzten Jahrzehnte in Deutschland radikal verändert. Es drängt eine neue Generation aus den Universitäten und Ausbildungsstellen auf den Markt. Junge, kluge Leute, die andere Anforderungen an ihr Leben und damit auch an ihren Beruf stellen, als meine Generation das getan hat.

Diesen neuen Bedürfnissen müssen wir gerecht werden. Denn der allerwichtigste Rohstoff in unserem Lande sind unsere Mitarbeiter. Wir Familienunternehmer tragen dem Rechnung. Mit flexiblen Beschäftigungsmodellen. Mit einer neuen Definition von Arbeitszeiten.

Dadurch tragen nicht zuletzt wir maßgeblich dazu bei, unser Land zu stärken und solide aufzustellen für unsere Zukunft.