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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Lothar Landau

Deutschland – das Land der tausend Weltmarktführer

Griechischer Wein war in der gesamten Ägäis zur Zeit des antiken Griechenlands ein hochwertiges Handelsgut. Hergestellt mit neuester Kellereitechnik und in Amphoren gefüllt, brachte der Retsina Wohlstand für die griechischen Stadtrepubliken, die Wiege unserer abendländischen Kultur. Heute kann Griechenland kein einziges Wirtschaftsgut oder Unternehmen vorweisen, das Weltgeltung hat. Eine Volkswirtschaft hat jedoch gravierende wirtschaftliche und damit auch gesellschaftliche Probleme, wenn sie nicht über exportfähige Produkte verfügt. Diese Situation lässt sich durch Kredite nicht so einfach wegfinanzieren.

Deutschland ist eine führende Export-Nation. Hier hergestellte Produkte tragen klangvolle Namen wie: Volkswagen, Mercedes, Siemens, Bosch, BASF, Allianz, SAP, Deutsche Bank, Lufthansa und sind ein Indikator für die Wirtschaftsstärke. Viel wichtiger jedoch ist, dass wir nicht nur über solche „Leuchttürme“ verfügen, sondern einen stark unternehmerisch geprägten Mittelstand vorweisen können, der bei aller Internationalität regional gut verankert und breit aufgestellt ist. So können wir rund 1000 eher unbekannte Unternehmen aufweisen, sogenannte Hidden Champions, die Weltmarktführer sind. Als Beispiel seien hier genannt: Herrenknecht (Tunnelbau), Lürssen (Schiffbau), Wilo (Anlagenbau), Otto Bock (Medizintechnik), Grimme (Landmaschinenbau).

Um auch als Mittelständler im weltweiten Geschäftserfolgs- Konzert mitspielen zu können, müssen neben einer Entrepreneurship folgende Rahmenbedingungen vorhanden sein, die von der Politik eingefordert werden müssen:

Ein freier Weltmarkt-Zugang

Als Folge politischer Zusammenschlüsse hat der dann vergrößerte Markt immer einen wirtschaftlichen Aufschwung hervorgebracht, z. B. der Zollverein 1833/34 von Staaten des Deutschen Bundes, die Schaffung des deutschen Nationalstaates von 1871, der europäische Einigungsprozess, beginnend mit der Montanunion 1952, der EWG 1958, der EU-Erweiterung. Diese Entwicklung wird fortgesetzt durch die Einführung des Euro 1999/2002 und sie wird, davon bin ich überzeugt, mit dem transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP weitergehen. Wer sagt denn, dass es ohne eine solche Entwicklung besser gehen würde? Die Globalisierung ist somit für alle Tatkräftigen eine Chance, kein Übel.

Gründer und Vorstandsvorsitzender der Landau Media AG
(* 1948 in Bebra/Asmushausen, Hessen)

Nach seinem Studium der Theologie und der Rechtswissenschaft in Göttingen absolvierte Lothar Landau zunächst ein journalistisches Volontariat in Frankfurt am Main und arbeitete anschließend als Alleinredakteur des Evangelischen Pressedienstes. Zwischen 1981 und 1987 führte er die Geschäfte verschiedener staatlicher Kulturinstitute in Baden-Württemberg. Es folgten Tätigkeiten in der Schweiz als Unternehmensberater, als Vizedirektor der Bally International AG in Zürich und als Generalbevollmächtigter der Argus Holding AG (Zürich/Berlin), bevor Landau 1997 die Landau Media AG in Berlin mit zwei Partnern gründete.

Eine Innovationskultur für Erfinder und Tüftler

Die Geschichte des „Made in Germany“ 1887 zum Qualitätslabel kennt fast jeder. Weniger bekannt ist, dass von 1910 bis 1933 rund 25 Prozent der Nobelpreisträger Deutsche waren. Auf vielen Gebieten, darunter der Medizin, Chemie, Physik, war Deutschland im 19. Jahrhundert Ton angebend. Konnten wir uns bisher auf Ideen von Fischer Dübel, Würth Schrauben, Melitta Filterkaffee, Adidas Sportschuhe verlassen, so läuft uns hier die USA in der digitalen Welt mit Google, Facebook und Apple den Rang als Innovations-motor ab. Daher gilt es, die „Start- up-Mentalität“ umfassend zu fördern, inklusive einer Kultur des „Scheitern und Verbesserns“.

Eine gute Ausbildung und Menschen, die diesen Prozess begleiten

Wenn wir das erprobte duale Berufsausbildungssystem verbessern, der deutschen Handwerker- Tradition mehr Anerkennung zollen, einen Fachkräftezuwachs aus dem Ausland organisieren und die Zuwanderer im Land besser qualifizieren, dann sind wir auf einem guten Weg. Gleichzeitig müssen wir die internationalen Kontakte in allen Ausbildungssystemen verbessern, unsere Mitarbeiter motivieren, Auslandserfahrung zu sammeln und der Erlernung von Sprachen eine hohe Bedeutung einräumen.

Ich wünsche uns Frieden und Mut zur Realisierung ungewöhnlicher Ideen. Es gibt keinen Anspruch auf ein gutes Leben oder Transferleistungen ohne Gegenleistung. Wir haben die Pflicht, den durch Glück und Fleiß erworbenen Wohlstand, den vielleicht nur 10 Prozent aller Erdenbewohner genießen dürfen, immer wieder zu erarbeiten, mehr Menschen zugänglich zu machen und dabei die großen Linien unserer Geschichte nicht aus den Augen zu verlieren.