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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Jutta Speidel

Gesundheit und Wohl sind Grundrechte

Nach Artikel 25 der Menschenrechtskonvention hat jeder Mensch das Recht auf „einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet. Dabei sind Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen ausdrücklich eingeschlossen.“

Unsere Verfassung basiert auf den Menschen- und Grundrechten und garantiert den Menschen in unserem Staat ein Leben in freiheitlicher und sozialer Sicherheit. Der Staat hat diese Aufgaben übernommen und das ist u. a. eine Haupterrungenschaft der Sozialen Marktwirtschaft, nämlich den Menschen zu schützen und zu unterstützen immer dann, wenn seine persönlichen Ressourcen nicht ausreichend sind.

Aber kann der Staat das in allen Fällen und vor allen Dingen für die vielen individuellen Bedürfnisse garantieren? Die Realität hat gezeigt, dass der Staat zwar gute Rahmenbedingungen und Leistungen erbringt, man denke nur an Hartz VI, soziale Geld- und Sachleistungen, Beratung und Unterstützung bei Sozialisierungs- und Resozialisierungsmaßnahmen etc. Aber gerade bei Minderheiten und Problemen von Randgruppen versagt die staatliche Fürsorge, weil sie den spezifischen Anforderungen und Gegebenheiten aus einem Generaliter heraus nicht gerecht werden kann.

Diese Problematik wurde von der Gesellschaft und engagierten Persönlichkeiten schon früh erkannt; es wurden Vereine, Gruppen, Gesellschaften etc. gegründet – hierzu zählen auch kirchliche und karitative Vereinigungen – die sich der Menschen am Rande der Gesellschaft annehmen, diese individuell fördern und unterstützen mit dem Ziel, sie in sozial stabilen Verhältnissen wieder zu selbstständigen und vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen.

Schauspielerin und Initiatorin des Vereins HORIZONT

(*1954 in München)

Nach ihrer Schauspielausbildung wurde Jutta Speidel 1976 vom renommierten Theaterregisseur Rudolf Noelte als Elektra an das Berliner Renaissancetheater geholt. In den folgenden Jahren wechselten ihre Engagements zwischen Theater, Film und Fernsehen. Für ihr soziales Engagement erhielt sie verschiedene Auszeichnungen. 1997 gründete sie den gemeinnützigen Verein HORIZONT, der obdachlosen Müttern und deren Kindern Beistand leistet und Zuflucht gibt.

Viele Vereine und Stiftungen wurden von herausragenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – so vielfach auch von prominenten Sportlern und Schauspielern – gegründet. Es soll hier auf den Verein Horizont bzw. die „Jutta Speidel Stiftung“ stellvertretend für alle anderen Organisationen hingewiesen werden.

Der Verein Horizont hat sich zur Aufgabe gemacht, obdachlosen Müttern und deren Kindern zu helfen. In einem eigens dafür mit Unterstützung der Bevölkerung durch Spendengelder erbauten Haus – auch Stiftungen wie Sternstunden, Sparkassen und Bankstiftungen etc. haben geholfen und tun es nach wie vor jeden Tag –werden die Betroffenen aufgenommen, in auf ihre Bedürfnisse angepassten Appartements untergebracht und in den folgenden Monaten (die Verweildauer beträgt durchschnittlich 18 Monate) von Sozialpädagogen, Therapeuten, Mediziner und geschultes, sowie notwendigem geschultem Fachpersonal betreut und auf ein selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Leben in gesicherten Verhältnissen vorbereitet und begleitet.

Dabei ist der Verein auf viele ehrenamtliche Helfer, sozialbewusste Unternehmer, die z. B. Arbeitsplätze und Lehrstellen zur Verfügung stellen, und permanente Spenden aus Bevölkerung und Wirtschaft angewiesen. Ohne diese tägliche Unterstützung wäre die notwendige Arbeit mit den entsprechenden positiven Ergebnissen nicht zu leisten.

Und gerade diese positive Einstellung der Bevölkerung zum sozialen Engagement, u. a. belegt durch eine hohe Spendenbereitschaft, sowie das Bekenntnis der Wirtschaft, der Unternehmer und vieler Organisationen zur sozialen Verantwortung in Deutschland ist ein ganz wichtiger Punkt für das Funktionieren einer Sozialen Marktwirtschaft. Nur wenn die arbeitende Bevölkerung ein auskömmliches Einkommen hat, die Unternehmen Gewinne generieren und die Rahmenbedingungen für die Volkswirtschaft stimmen, ist es möglich, in der vorher geschilderten Weise den Menschen am Rande der Gesellschaft zu helfen und ihnen zu einem selbstbestimmten und erfolgreichen Leben zu verhelfen.

Der hier erwähnte Verein Horizont steht nur stellvertretend für die vielen Tausend Vereinigungen, Stiftungen etc., für die vielen ehrenamtlichen Helfer und das Engagement der Bevölkerung und der Wirtschaft in Deutschland. Ohne diese Hilfe und tägliche Unterstützung könnte ein sozialer Staat nicht funktionieren! Die Geschichte hat gezeigt, dass ein Staat, der sozial Benachteiligte und ethnische Randgruppen ausgrenzt und nicht unterstützt, in Schieflage gerät und mit sozialen Unruhen zu kämpfen hat. Die Realität in der Welt zeigt uns das jeden Tag.