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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Dr. Eric Schweitzer

Duale Ausbildung „Made in Germany“ zukunftsfest machen

Für mich ist klar: Ein entscheidender Faktor für die Stärke, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist unsere duale Ausbildung. Durch ihre unmittelbare Nähe zur betrieblichen Praxis bietet sie mit vielen spannenden Berufen den Jugendlichen einen hervorragenden Start ins Berufsleben. Die niedrige Jugendarbeitslosigkeit hierzulande ist dafür deutlichster Beleg. Unser deutsches Ausbildungsmodell ist darum inzwischen weltweit anerkannt. Zahlreiche Länder interessieren sich dafür, Elemente der dualen Ausbildung zu übernehmen.

Co-Vorstandsvorsitzender der ALBA Group

(*1965 in Ipoh, Malaysia)

Eric Schweitzer führt gemeinsam mit seinem Bruder Axel die ALBA Group für Recycling, Umweltdienstleistungen und Sekundärrohstoffhandel. Seit 2004 ist er ehrenamtlicher Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Berlin. Im Frühjahr 2013 wurde er außerdem zum Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages gewählt.

Aber unser Erfolgsmodell steht auch vor Herausforderungen. Fehlten noch vor einem Jahrzehnt betriebliche Ausbildungsplätze, sind es nun die Bewerber. Allein die Unternehmen im IHK-Bereich konnten im letzten Jahr 80.000 Lehrstellen nicht besetzen. Das liegt vor allem an der demografischen Entwicklung und am Trend zum Studium. Vor 20 Jahren zog es nur halb so viele junge Menschen an die Hochschulen wie heute. Allerdings sind hohe Akademikerquoten – wie die Erfahrungen mancher EU-Länder zeigen – noch kein Garant für eine geringe Jugendarbeitslosigkeit und für eine florierende Wirtschaft. Eine Folge der Entwicklung hierzulande: Jährlich brechen mehr als 100.000 junge Menschen ihr Studium ab – ein Zeichen dafür, dass nicht jeder Abiturient an einer Hochschule am besten aufgehoben ist. Wirtschaft und Industrie- und Handelskammern engagieren sich dafür, auch diesen jungen Menschen neue Chancen in der beruflichen Bildung zu geben. 

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen gut ausgebildeten Akademikern und hervorragenden Fachkräften ist Erfolgsgeheimnis unseres wirtschaftlichen Erfolges in Deutschland. Es muss uns gelingen, diese Balance zu erhalten. Und es muss uns gelingen, den Wert und die Zukunftschancen der dualen Ausbildung fest in den Köpfen von Eltern, Lehrern und Jugendlichen zu verankern. Rund 330 Berufe bieten vielfältige Optionen für ein erfülltes Berufsleben. Zudem eröffnen Fortbildungen zum Meister, Fachwirt oder Betriebswirt weitere hervorragende Perspektiven mit besten Verdienst- und Karrieremöglichkeiten, die einem Studium in nichts nachstehen. Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte über den Wert der dualen Ausbildung und der beruflichen Bildung insgesamt. Dann wird unsere duale Ausbildung „Made in Germany“ und Exzellenz aus der Praxis auch im 21. Jahrhundert ein herausragender Standortfaktor für unser Land bleiben!