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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Dr. Patrick Adenauer

Vertrauen ist das Schmieröl

Ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftskraft Deutschlands ist das grundlegende Vertrauen, das zwischen den Akteuren der Wirtschaft herrscht. Unter Kaufleuten, aber zum Beispiel auch gegenüber Mitarbeitern gilt heute wie vor hundert Jahren, dass Zusagen und Verträge eingehalten werden. Diese Kultur des Vertrauens ist durch keine Regulierung herzustellen oder zu ersetzen. Im Gegenteil, oftmals entstehen dann Misstrauen und Skepsis, wenn die Politik bis ins kleinste Detail Vorgaben macht.

Der deutsche Mittelstand und die sehr erfolgreichen Familienunternehmen beweisen jeden Tag neu, dass ein politischer Vertrauensvorschuss gerechtfertigt ist.

„Gute wirtschaftspolitische Regeln und Gesetze haben in Deutschland immer eine Balance zwischen unternehmerischer Freiheit und dem Ausschluss von Fehlverhalten gesucht.“

Dr. Patrick Adenauer

Gute wirtschaftspolitische Regeln und Gesetze haben in Deutschland immer eine Balance zwischen unternehmerischer Freiheit und dem Ausschluss von Fehlverhalten gesucht. Fatalerweise scheinen dies aktuell einige politische Verantwortliche aus den Augen verloren zu haben. Wer Unternehmer als notorische Ausbeuter und Arbeit als Grundübel darstellt, darf sich nicht wundern, wenn Firmengründungen und die Lust zur Leistung immer weiter abnehmen.

Sicherlich genauso bedeutend wie das gegenseitige Vertrauen ist für die deutsche Wirtschaft seit der Einführung der D-Mark gewesen, dass Verlass auf die Stabilität der Währung ist. Eine starke Währung ist für Deutschlands Unternehmen immer wieder Ansporn, wettbewerbsfähig und hochinnovativ zu sein. Der Maßstab ist mit fortschreitender Arbeitsteilung und Spezialisierung mittlerweile fast immer global.

Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Bauwens
(* 1960 in Köln)

Nach einem Studium der Betriebswirtschaftslehre war der Diplom-Kaufmann Patrick Adenauer zunächst für Peat, Marwick, Mitchell & Co. (heute KPMG) in New York und Düsseldorf tätig. Zeitgleich promovierte er an der Universität zu Köln und erwarb 1989 den Doktortitel. Im selben Jahr wurde er zum Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Bauwens berufen. Adenauer hält zahlreiche Aufsichts- und Beiratsmandate und gehört dem Präsidium des Verbandes Die Familienunternehmer – ASU an, dessen Präsident er von 2005 bis 2011 war.

Eine starke und gleichzeitig stabile Währung macht klar, dass der langfristige Erfolg letztlich auf der hohen Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen beruht. Das deutsche Finanzierungsmodell ist fest mit der marktkonformen Annahme verbunden, dass wettbewerbsfähige Unternehmen niedrigere Zinsen zahlen als solche, deren Geschäftsmodell veraltet ist. Doch das Vertrauen auf diesen Mechanismus wird untergraben. Eine europäische Geldpolitik mit dem Zweck der Staatsfinanzierung erzeugt ein künstliches Niedrigzinsumfeld und zerstört wichtige Marktsignale. Die Spekulationsblasen der Zukunft werden heute geschaffen. Der deutsche Wachstumsmotor ist mehr denn je von großer Bedeutung für den Erfolg des europäischen Projekts. Vertrauen ist sein Schmieröl. Gefährden wir es nicht!