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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Dr. Harald Bruhn

Innovation braucht Freiheit

Oft geht es im Leben nicht nur darum, Chancen zu ergreifen, sondern auch, sie als solche zu erkennen. 1989 boten sich Chancen für jeden Einzelnen und natürlich für die Wirtschaft in Thüringen. In atemberaubendem Tempo lief der Transformationsprozess. Aus der Planwirtschaft galt es die Soziale Marktwirtschaft aufzubauen. Keine leichte Aufgabe. Große Herausforderungen und viele Unsicherheiten lagen nah beieinander. Die damalige Bundesrepublik war wirtschaftlich stark. War das auch im Osten möglich? Mutige legten einfach los. Es galt, das Machbare zu tun. Menschen erfüllten sich einen Traum und gründeten eine eigene Firma. Die Gründer verfügten oft über viel Fachwissen und wenig betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Manche waren erfolgreich, manche scheiterten. Erfahrungen von Aufbruch, Erfolg und Misserfolg lagen eng beieinander. Neu für alle war: Sie konnten innovativ und aktiv sein. Ein Prinzip der Sozialen Marktwirtschaft griff schnell und unvermittelt: Innovationen brauchen Freiheit. Jetzt entwickelten viele Menschen nicht nur eigene Ideen, sondern setzten sie auch um. Hilfreich war, dass manche von ihnen starke Partner an der Seite hatten. Nicht selten kamen Unternehmer aus den alten Bundesländern nach Thüringen. Sie unterstützen mit Know-how und Kapital oder gründeten Dependancen. Ehemalige Betriebsleiter übernahmen „ihre“ Firmen. All das führte dazu, dass sich Thüringens Wirtschaft dazu entwickelte, was sie heute ist: mittelständisch, modern und flexibel.

„Innovation, Wirtschaftskraft und Wohlstand
sind nicht nur Schlagwörter. Dahinter stehen
wirtschaftliche Mechanismen, die wirken,
wenn sie Raum bekommen.“

Dr. Harald Bruhn

Es entstanden leistungsstarke Firmen, Arbeitgeberverbände, die sie begleiten und Tarifverträge verhandeln. Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von 1991 bis 2013 stieg das Bruttoinlandsprodukt Thüringens von 16,7 auf 51 Mrd. Euro. Aktuell liegt die Industriequote Thüringens bei 22,4 Prozent, während Deutschlands Industriequote 21,3 Prozent beträgt.

Eines der größten Probleme war die Arbeitslosigkeit. Seit 1994 sank die Arbeitslosenquote von 18,3 auf 8 Prozent. Es gelang, die Arbeitslosigkeit schrittweise abzubauen und die entstandenen Arbeitsplätze zu halten. Das ist eine der größten Leistungen beim Aufbau der Sozialen Marktwirtschaft in Thüringen. Lebensqualität stoppt auch Abwanderung.

kaufmännischer Geschäftsführer Jena-Optronik
(* 1961 in Lübz)

Der promovierte Diplom- Ökonom arbeitete zunächst als Wissenschaftler, bevor er als Prüfer zu KPMG ging. Danach wechselte Bruhn zum Controlling von MSA Auer. Seit 2006 ist er kaufmännischer Geschäftsführer der Jena-Optronik.

Innovation, Wirtschaftskraft und Wohlstand sind nicht nur Schlagwörter. Dahinter stehen wirtschaftliche Mechanismen, die wirken, wenn sie Raum bekommen.

Die vergangenen 25 Jahre zeigen deutlich, dass Wirtschaftskraft durch Innovationen entsteht. Man muss probieren, Ideen austauschen und wieder verwerfen können. Das macht die Freiheit der Innovation aus. Das ist heute selbstverständlich.

Diese unternehmerische Freiheit darf nicht eingeschränkt werden. Ein Bündel von Maßnahmen, die im Kern zu mehr Bürokratie führen, lassen dies gerade befürchten. Deshalb ist meine klare Botschaft: Innovation braucht Freiheit, damit Chancen Realität werden.