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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was  Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Cemile Giousouf

Zuwanderung ist ein Erfolg

Wer hätte 1945 geglaubt, was nur zehn Jahre später nach dem völligen Zusammenbruch Realität wurde. Die Bundesbürger hatten sich einen ökonomisch prosperierenden Rechtsstaat aufgebaut. Wirtschaftliches Ordnungsmodell war die Soziale Marktwirtschaft: eine bewusste Abgrenzung vom Laissez-faire-Kapitalismus des 19. Jahrhunderts, aber auch vom planwirtschaftlichen Modell der DDR.

Die für viele überraschend zügige politische Stabilisierung der Bundesrepublik wäre ohne das Wirtschaftswunder – ein Begriff, gegen den sich Ludwig Erhard bekanntermaßen stets sträubte – undenkbar gewesen. Es war auch das Jahr 1955, in dem die ersten Fachkräfte für unser Land angeworben wurden. Zunächst wurden mit Italien (1955), Spanien und Griechenland (1960) und später auch mit der Türkei (1961), Marokko (1963), Portugal (1964), Tunesien (1965) und Jugoslawien (1968) Anwerbeverträge geschlossen.

„Eines wird dabei deutlich: Der Wandel Deutschlands von einem klassischen Auswanderungsland hin zu einem Einwanderungsland ist eng verknüpft mit der Sozialen Marktwirtschaft.“

Cemile Giousouf

Eines wird dabei deutlich: Der Wandel Deutschlands von einem klassischen Auswanderungsland hin zu einem Einwanderungsland ist eng verknüpft mit der Sozialen Marktwirtschaft.

MdB, Integrationsbeauftrage der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
(* 1978 in Leverkusen)

Cemile Giousouf studierte Politikwissenschaften an der Universität Bonn und engagierte sich dabei politisch in der CDU NRW beim Deutsch-Türkischen Forum. Nach einer Referententätigkeit im Integrationsministerium von NRW zog sie 2013 für den Wahlkreis Hagen/Ennepe-Ruhr I in den Bundestag ein. Sie ist die erste Abgeordnete muslimischen Glaubens der CDU/CSU Bundestagsfraktion sowie deren Integrationsbeauftragte.

Die Arbeitskräfte kamen, um am Erfolg des Wirtschaftsstandorts Deutschland auf Baustellen, unter Tage und am Fließband mitzuarbeiten. Sie haben Deutschland mit aufgebaut. Auch sie sind integraler Teil der Erfolgsgeschichte Bundesrepublik. Heute brauchen wir abermals Menschen aus dem Ausland. IT-Spezialisten, Betriebswirtschaftler, Ingenieure, Ärzte, aber auch Pflegekräfte und Facharbeiter angesichts des Fachkräftemangels und der demografischen Herausforderungen. Erfreulich ist der Trend, dass immer mehr Zugewanderte zu Unternehmern werden. Der Verband der Migrantenwirtschaft (VMW) vertritt bundesweit die Interessen von rund 600.000 Unternehmerinnen und Unternehmern mit ausländischen Wurzeln. Bereits jeder dritte Existenzgründer in Deutschland hat eine Zuwanderungsgeschichte. Diesen Gründergeist gilt es zu stärken. Ferner muss Deutschland für die Fachkräfte aus Europa und den sogenannten Drittstaaten noch attraktiver werden. Wir müssen die Menschen für unser Land begeistern! Dabei gilt es, einerseits die bürokratischen Hürden niedrig zu halten und andererseits eine konstruktive Anwerbepraxis zu etablieren.

Mehr als bisher kommt es für Deutschland darauf an, auch in Zukunft Stabilitätsanker und Wachstumsmotor in Europa zu bleiben. Die Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen müssen für die Zukunft wetterfest gemacht werden. Entscheidungen dürfen nicht zu Lasten der jungen Generation gefällt werden, deswegen war die Einführung der Schuldenbremse ein notwendiger Schritt. In diesem nunmehr über 65 Jahre andauernden produktiven gemeinsamen Ringen um die besten Lösungen für Deutschlands Zukunft, von Alt und Jung, von Alteingesessenen und Zugewanderten, sehe ich das dem Buch titelgebende Deutschland-Prinzip verwirklicht.