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Dieser Beitrag erscheint im Original im Buch „Das Deutschland-Prinzip“. Im Buch erörtern 175 prominente Gastautoren Ihre Standpunkte darüber, was Deutschland stark macht.
Lesen Sie hier eine Auswahl der Beiträge.

 

Angelika Wetzstein

Freiheitlich und sozial

Deutschland macht stark, was MAN seit mehr als 250 Jahren stark macht. Dazu gehört die Erkenntnis, dass Zugang zu Wissen, ungehinderter Informationsfluss und Wissenstransfer die Basis für Erfolg bilden. MAN richtete seine erste Lehrwerkstatt bereits 1914 ein in der Erkenntnis, dass Bildung das einzige Gut ist, dessen Besitz über Generationen erhalten bleibt. Deutschland tut gut daran, weiterhin Bildung und Qualifikation als Grundlage der Leistungsfähigkeit zu fördern und Systeme durchlässiger zu gestalten.

Wohlstand braucht nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Wachstum benötigt Innovation. Dies zu verlangen und zu unterstützen, macht uns stark. Wir brauchen Gründertum, Unternehmergeist und Mut in Unternehmen und in der Gesellschaft.

„Wir brauchen Gründertum, Unternehmergeist und Mut in Unternehmen und in der Gesellschaft.“

Angelika Wetzstein

Es ist nicht leicht, dies in gewachsenen Unternehmensstrukturen und vielseitigen Wirtschaftszweigen voranzubringen und gleichzeitig gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Nachhaltigkeit einfordern, ohne Bürokratie aufzubauen.

Angelika Wetzstein

Dennoch: Wichtig sind Kreativität und Ideenreichtum jedes Einzelnen. Diese wird er nur freisetzen, wenn er sich nicht vorrangig um seine Existenz sorgen muss. Der Einzelne benötigt stabile Rahmenbedingungen, so wie der Investor langfristige und sichere Investitionschancen durch politische und gesetzgeberische Stabilität schätzt. Der biografische und wirtschaftliche Erfolg des einzelnen Mitarbeiters und des Unternehmers widersprechen sich ebenso wenig wie Freiheit und Stabilität. Auch MAN gewährte seinerzeit Rudolf Diesel intellektuelle Freiräume und Stabilität und unterstützte ihn finanziell bei der Entwicklung des Dieselmotors. Mit dieser und weiteren Innovationen gehört unser Unternehmen heute zu den nachhaltigsten Fahrzeug- und Maschinenbauunternehmen weltweit, denn wir wissen, dass wir angesichts unserer Produkte und Dienstleistungen eine besondere Verantwortung für Mensch und Umwelt tragen. Deutschland tut gut daran, weiterhin Freiraum zu fördern und Nachhaltigkeit zu fordern.

Dem einen mag das nicht freiheitlich, dem anderen nicht sozial genug sein, aber genau darin liegt unsere Stärke: Dass wir es schaffen, scheinbar ungleiche Komponenten zu verzahnen. So halten wir den Motor „Wirtschaft“ auf hohem Niveau am Laufen.

Leiterin Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten der MAN Truck & Bus AG
(* 1975 in Aalen)

Angelika Wetzstein studierte Rechtswissenschaften an der Universität Augsburg und absolvierte berufsbegleitend ein Executive- MBA-Programm an der European School of Management and Technology in Berlin. Sie begann ihre berufliche Laufbahn im Mittelstand und wechselte 2006 zur MAN Truck & Bus AG. 2009 übernahm Wetzstein dort die Leitung der Abteilung Labour Relations und verhandelte in dieser Funktion bis 2013 mit dem Gesamtbetriebsrat. Seit 2013 leitet sie bei der MAN Truck & Bus AG Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten.