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Neue Menschen braucht das Land. Wie Deutschland durch Zuwanderung profitiert

Deutschland ist ein Zuwanderungsland. Allein im Jahr 2012 zogen etwas mehr als eine Million Menschen in die Bundesrepublik. Und das ist gut so. Zuwanderer tragen neue Ideen, Sprachen und Kontakte in unser Land. Sie helfen, die Folgen des demografischen Wandels zu begrenzen und gemeinsam den Wohlstand zu sichern.

Bei einem Thema, das so komplex ist wie Migration, können Hypothesen manchmal dabei helfen, die Realität zu begreifen. Ohne Zuwanderung und bei konstanter Erwerbsbeteiligung würde das Arbeitsangebot in Deutschland bis 2050 um rund 40 Prozent sinken. Ein erschreckendes Szenario mit einer klaren Aussage: Deutschland braucht Migration, um wirtschaftlich bestehen zu können.

Schon heute ist die Industrie auf Zuwanderung angewiesen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Großteil der Unternehmen bestätigt, dass interkulturelle Kompetenzen unverzichtbar sind. Fachkräfte aus dem Ausland können dabei helfen, erfolgreich neue Märkte zu erschließen. Auch im Bereich der Innovationen, ein starkes Zugpferd der deutschen Wirtschaft, ist es nur wünschenswert, dass immer mehr ausländische Forscher nach Deutschland kommen. Gemessen am Anteil der angemeldeten Patente haben hochqualifizierte Einwanderer einen positiven Einfluss auf die Innovationskraft von Unternehmen.

 

Deutschland befindet sich in einem Wettlauf gegen die Zeit

Doch es geht nicht nur um neue Ideen, Sprachen und Kontakte, die andere Kulturen zum Vorteil der Wirtschaft nach Deutschland bringen. Durch den demografisch bedingten Rückgang der Erwerbsbevölkerung in der Bundesrepublik ist die Arbeitsmigration die wichtigste Maßnahme, um den Arbeits- und Fachkräftemangel zu bewältigen. So bilden Einwanderer beispielsweise schon heute eine tragende Säule im medizinischen Versorgungssystem, sind insbesondere in der Pflege wichtig. Diese muss in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden. Denn, so schätzt das Statistische Bundesamt, die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich bis 2020 um knapp 30 Prozent erhöhen.
Deutschland ist eines der OECD-Länder mit den geringsten Beschränkungen für die Migration von Fachkräften. Doch obwohl die dauerhafte Zuwanderung in jüngster Zeit zugenommen hat, reicht sie nicht aus, um die Auswirkungen des demografischen Wandels am Arbeitsmarkt zu kompensieren. Bisher stammen mehr als drei Viertel der Nettozuwanderung nach Deutschland aus den Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums. Der Haken: Die Prozesse des Alterns und Schrumpfens finden in fast allen europäischen Ländern statt. Junge, qualifizierte EU-Bürger, die nicht an ihr Heimatland gebunden sind, werden deshalb immer begehrter.

Um die Folgen des demografischen Wandels abzumildern, muss sich Deutschland anstrengen, um auch Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern zu gewinnen. Zwar sind Anstrengungen seitens der Politik erkennbar – das neue Anerkennungsgesetz beispielsweise soll im Ausland erworbene Abschlüsse besser würdigen – doch die Umsetzung läuft insgesamt schleppend. Das zeigt die Zahl hochqualifizierter Migranten, die unter ihren Möglichkeiten beschäftigt sind.

 

Das vorherrschende Bild des unqualifizierten Migranten wird von der Wirklichkeit widerlegt

Neueinwanderer sind im Schnitt heute besser qualifiziert als die erwerbstätige Bevölkerung in Deutschland insgesamt. So haben 43 Prozent der Neueinwanderer einen tertiären Bildungsabschluss, hingegen nur 26 Prozent der einheimischen Bevölkerung. Zudem ist der Anteil an Hochschulabsolventen unter Einwanderern innerhalb von neun Jahren von 23 auf 43 Prozent gestiegen.

Deutschland hat anerkannt, dass es ein Einwanderungsland ist und die Vorteile für die Bundesrepublik sind offensichtlich. Doch wie steht es um die Motivation der Migranten? Gründe – wie die Soziale Marktwirtschaft, der Frieden im Land und die Möglichkeit, sich dank der Demokratie frei entfalten zu können – liegen vielleicht auf der Hand. Doch belegen lassen sie sich nicht. Um zu begreifen, welche Faktoren zur Einwanderung motivieren und die Integration begünstigen, bedarf es umfassender und verständlicher Analysen, auf deren Grundlage auch politische Entscheidungen getroffen werden können. Doch diese fehlen bis heute. Die gelungene Integration hat in Deutschland leider einen drastischen Nachteil: Sie fällt nicht auf.