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Erfinder

Von einem der auszog, den Bergbau zu revolutionieren. Julius Albert und die Erfindung des Drahtseils

Jahrhundertelang wurde Erz mithilfe von Hanf-, später mit Kettenseilen gefördert. Doch je tiefer die Schächte, desto ungeeigneter die rissanfälligen Seile. Ab einer länge von 400 Metern rissen die Kettenseile schon allein wegen ihres hohen Eigengewichts. In dieser Situation kommt der junge Student Julius Albert ins Spiel, der sich nach einem Besuch im Oberharz der Lösung des Bergbauproblems verschreibt. Mit dem Drahtseil revolutioniert er nicht nur die Beförderung von Lasten, sondern auch den modernen Brückenbau.

(* 1787 in Hannover, † 1846 in Clausthal)

Wilhelm August Julius Albert studierte zunächst Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen. Seit er 1806 als junger Mann den Oberharz besuchte, beschloss Albert, sein Leben dem Bergbau zu widmen, den er durch seine Erfindung des Drahtseils aus Eisen revolutionierte. Im Gegensatz zu den bei der Erzförderung bis dahin verwendeten Hanf- und Kettenseilen hielten sie eine um ein Vielfaches höhere Belastung aus. Heute ist das Albertsche Drahtseil aus dem technischen Alltag nicht mehr wegzudenken.

Sein Name klingt anders als der von Gottlieb Daimler oder Carl Friedrich Benz nicht wie Donnerhall in dem populären kollektiven Erfindergedächtnis der Auto-, Stahl- und Metallindustrie. Der Bergbauingenieur Julius Albert (1787–1846) aus Hannover hat 1834 das Seil aus geflochtenem Eisendraht, das reißfeste und um ein Vielfaches belastbarere Drahtseil erfunden. Das machte den Bergbau mit seinen bis dahin eingesetzten Hanf- und Kettenseilen sicherer und ermöglichte besseres Wirtschaften in den Bergbau-Gruben des Oberharzes – und dann auch in der Welt. Die Innovationskraft des studierten Juristen und Oberbergrats Julius Albert bescherte dem kriselnden Oberharzer Bergbau neue Zukunftschancen. Seit Jahrhunderten wurde die Erzförderung zunächst mit Hanf-, später mit Kettenseilen bewältigt, was bei der zunehmenden Tiefe der Schächte erhebliche Probleme verursachte. Der Verbrauch der Hanfseile und die damit verbundenen Kosten waren enorm hoch. Kettenseile hatten bereits bei 400 Metern Länge selbst das fünffache Gewicht einer gefüllten Erztonne und rissen allein durch das hohe Eigengewicht.

Ohne das „Albertsche Drahtseil“ und seinen modernen Weiterentwicklungen würde heute weder die Golden-Gate-Brücke über die San-Francisco-Bucht zum Weltbrückenerbe zählen noch könnte die elegante, kilometerlang geschwungene Vasco-da-Gama-Seilhängebrücke über den Tejo Lissabons Charakter stärken. Ob ein schmales Zugseil an der Fahrradgangschaltung, modernste Seile für Schrägbrücken oder unterschiedliche Seile für Aufzüge, Krane und Seilbahnen: Julius Alberts Tüftler-Leidenschaft hat wirtschaftlichen und technischen Fortschritt beschert und lässt weltweit ingenieurstechnische Handwerkskunst strahlen. Drahtige Festigkeit leuchtet majestätisch.