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Erfinder Albert Ballin

Luxustourismus statt Atlantikpassage. Albert Ballin und die Erfindung der Kreuzschifffahrt

Weil die Transatlantik-Routen nicht ausgelastet sind, schickt Albert Ballin, Generaldirektor der Hamburger Reederei Hapag, das Hapag-Flaggschiff „Augusta Victoria“ im Januar 1981 auf Vergnügungsreise im Mittelmeer. Seine Kollegen erklären ihn zunächst für verrückt. Doch die von Ballin selbst begleitete Reise wird ein riesen Erfolg. Es ist die Premiere der modernen Kreuzschifffahrt.

(* 1857 in Hamburg, † 1918 in Hamburg)

Albert Ballin war ein Hamburger Reeder und eine der bedeutendsten jüdischen Persönlichkeiten in der Zeit des deutschen Kaiserreichs. Als Generaldirektor machte er die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) zur größten Schifffahrtslinie der Welt. Im Januar 1888 schickte er das Flaggschiff „Augusta Victoria“ auf eine Vergnügungsreise ins Mittelmeer und begründete damit den modernen Seetourismus.

Dem ausgehenden 19. Jahrhundert und seiner Jahrtausenderfindung Kreuzfahrt von 1891 nähert man sich überzeugend mit Zahlen aus dem Jahr 2015. Die Kreuzschifffahrt wird in diesem Jahr weltweit rund 23 Millionen Passagiere befördern, 22 neue Ozeanriesen mit einem Investitionsvolumen von rund 4 Milliarden Euro bevölkern die Weltmeere mit ihren Jungfernfahrten und allein in Deutschland betrug der Umsatz im Jahr 2014 mit maritimen Kreuzfahrtträumen 2,7 Milliarden Euro – eine Steigerung des Umsatzes der deutschen Hochseekreuzfahrt um knapp 120 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Wachstum pur.

Und wenn 2016 das dann bislang größte Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer seine Leinen loslassen wird, können sich fast 6.000 Passagiere in zahlreichen Erlebniswelten auf 16 Decks mit metergroßen LED-Kinobildschirmen entspannen und fit halten. Was heute zu einer milliardenschweren Entertainment- und Wellnessindustrie auf hoher See und zu einem blühenden Werftenzweig in Deutschland mit tausenden von Arbeitsplätzen in der Metallindustrie gewachsen ist, begann 1891 mit 227 Passagieren auf dem Hapag-Flaggschiff „Augusta Victoria“ als erste Kreuzfahrt der Geschichte im Mittelmeer. Kaiserzeit, Gründerzeit.

Den Grundstein für diesen Welterfolg legte anno 1891 der Reeder Albert Ballin (1857–1918), Generaldirektor der Hapag (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft), der Kaiser Wilhelm II. zum Freund und Förderer hatte. Das jüngste von 13 Kindern einer jüdischen Emigrantenfamilie aus Dänemark, das im Hafen an den Hamburger Landungsbrücken aufwächst und schon mit 17 Jahren die Auswandereragentur Morris & Co. vom früh verstorbenen Vater übernehmen muss, verbindet unternehmerischen Erfolg mit sozialer Verantwortung. Die Auswanderer bekommen auf den von ihm erfundenen Zwischendecks der Schiffspassagen nach Nordamerika menschliche Kajüten-Verhältnisse und mit den sogenannten Auswandererhallen zivile Unterkünfte und medizinische Versorgung vor der Ausreise. Als Generaldirektor der Hapag baut Albert Ballin die Hamburger Reederei zur weltgrößten Schifffahrtslinie aus und gewann 1900 mit der „Deutschland“ das legendäre „Blaue Band“. Die Idee zur Kreuzfahrt hatte der Kaufmann Albert Ballin. Da die Transatlantik-Routen der Hapag im Winter nicht ausgelastet waren, wollte er sie im Mittelmeer und in der Südsee gewinnbringend als Seereisen im Luxusambiente einsetzen. Von Beginn an mit internationalem Erfolg.

So schuf Albert Ballin 1891 mit unternehmerischem Pionier- und Erfindergeist der Kaiserzeit die erste Hochsee-Vergnügungsreise auf der „Augusta Victoria“, Startschuss für die moderne Kreuzfahrt. Auch nach über 120 Jahren symbolisieren die Ozeanriesen immer noch die Sehnsucht der Menschen nach Luxus, Freiheit und Abenteuer. Während die „Augusta Victoria“1891 in Piräus mit 15 Schuss Salut begrüßt wurde, stehen auch heute immer wieder tausende von Kreuzfahrtfans im Hamburger Hafen an der Reling und begrüßen und bestaunen die modernen Riesen der Meere, die mit Großfeuerwerken empfangen werden. Kreuzfahrten kennen keine Grenzen und sind heute wie anno 1891 Symbol für Technik und maritime Mobilität.