Behördenflut in Deutschland
Für das Buch "Behörenflut in Deutschland" hat Prof. Dr. Justus Haucap, Vorsitzender der Monopolkommission, im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) die Behördenlandschaft Deutschlands unter die Lupe genommen. Informativ und unterhaltsam zeigt "Behördenflut in Deutschland" auf, wo Steuermittel sinnlos verschwinden, die an anderer Stelle segensreich eingesetzt werden könnten. Manche Institution, so ein Resultat der Bestandsaufnahme der Behördenflut, führt gar ein spannendes Eigenleben.
- Das Buch "Behördenflut in Deutschland" von Prof. Dr. Justus Haucap in Zusammenarbeit mit der INSM stellt 50 Ämter und Institutionen auf den Prüfstand
- Quelle: INSM / BrunoMedia
Haucaps Buch „Behördenflut in Deutschland - 50 Ämter und Institutionen auf dem Prüfstand“ lässt keinen Zweifel daran: Der Ämterwahn kennt keine Grenzen. Das Interesse der Allgemeinheit ist offenbar zweitrangig, wenn es zum Beispiel um das Bergamt in der Hafenstadt Stralsund oder um staatliche Weingüter geht, die der Steuerzahler finanziert. Der Chef der Monopolkommission gibt konkrete Empfehlungen, wie man die Behördenflut eindämmen und den Ämterdschungel lichten sollte.
Abschaffen
Ein Urgestein unter den deutschen Behörden ist beispielsweise die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein, die seit 1922 existiert. Dass es die BfB heute immer noch gibt, ist nicht selbstverständlich, denn der Europäische Gerichtshof hob das Branntweinmonopol schon 1976 auf. Heute ist die BfB dazu da, Agraralkohol aufzukaufen und anderswo wieder abzusetzen - in der Regel mit Verlust. Den Steuerzahler kostete der großzügig bezuschusste Schnapshandel 2008 insgesamt über 126 Millionen Euro. Na dann Prost!
- Prof. Dr. Justus Haucap, Vorsitzender der Monopolkommission, beurteilt in dem Buch "Behördenflut in Deutschland", welche staatlichen Institutionen überflüssig sind.
- © INSM / Nikola Kuzmanic
Zuschüsse streichen
Die Musikfestspiele Bayreuth mit ihren aufwändig inszenierten Wagner-Aufführungen sind Pflichtprogramm für die Reichen, Mächtigen und Prominenten. Bei allem Pomp wird gerne übersehen, dass der Kulturtempel mit hohen staatlichen Zuschüssen gefördert wird. Jede der begehrten Eintrittskarten, an die heranzukommen ein Normalbürger kaum eine Chance hat, wird mit durchschnittlich 75 Euro bezuschusst. Ob der deutsche Geldadel es wirklich nötig hat, für seinen Kulturgenuss den Steuerzahler zur Kasse zu bitten?
Privatisieren
Ist Pferdezucht eine Staatsaufgabe? Offenbar denken das manche Amtsträger, denn in Deutschland gibt es mehrere aus Steuermitteln finanzierte Landesgestüte. So untersteht das Gestüt im westfälischen Warendorf dem nordrhein-westfälischen Umweltministerium. Mit 1,4 Millionen Euro Landeszuschuss im Jahr 2007 ist es nicht einmal die teuerste staatliche Pferdezucht der Republik: In Neustadt/Brandenburg flossen 2,5 Millionen Euro in Zuchtpferde, und in Marbach wurden 7,3 Millionen Euro in ein Ausbildungszentrum für Pferdewesen investiert. Dabei gibt es überall auf der Welt private Gestüte, die sogar mit Gewinn arbeiten. Da wiehert der Amtsschimmel!
Forum für Behördenwahnsinn
Haben Sie Erfahrungen mit überflüssigen Behörden gemacht? Oder einen Vorschlag, auf welche steuerfinanzierte Institution man ebenfalls verzichten könnte? Hier ist Ihr Forum für die Behördenflut in Deutschland - schreiben Sie uns einfach Ihre Meinung per E-Mail an die INSM-Redaktion. Wir sammeln Ihre Anmerkungen und stellen sie im politischen Raum zur Diskussion.
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