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11. Jun 2015

6 Fakten über die Arbeit in Deutschland
Arbeiten um zu leben - Leben um zu arbeiten

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Arbeit macht einen bedeutenden Teil der Lebenszeit aus. Deshalb ist es so wichtig, dass die Arbeitsqualität hoch ist. Das ist einer der Grundpfeiler des Deutschland-Prinzips: Gute Arbeit und ein guter Wirtschaftsstandort schaffen wirtschaftlichen Erfolg und soziale Gerechtigkeit. Wir zeigen, wie sich die Qualität der Arbeit entwickelt hat, wo Deutschland im internationalen Vergleich steht und was getan werden muss, damit aus guter Arbeit bessere Arbeit wird.

 
Fakt 01
 
Grafik 01
 

Die Kaufkraft je geleisteter Arbeitsstunde hat sich seit 1950 fast versechsfacht. Selbst nach der deutschen Wiedervereinigung ist die Kaufkraft der Stundenverdienste weiter gestiegen: in den ostdeutschen Ländern um 25 Prozent, in Westdeutschland immerhin um mehr als 6 Prozent.


Dabei hätte die Kaufkraft ohne staatlich beeinflusste Preise (z. B. für Strom) höher ausfallen können, denn sie steigen wesentlich schneller als markt­bestimmte Preise. Ohne sie würde der Kaufkraft­zuwachs seit 1991 auch in Westdeutschland bei weit mehr als 10 Prozent liegen. Der Staat wäre an anderer Stelle gefragt gewesen: Die kalte Progression und stetig steigende Steuern engen den Spielraum der Bürger unnötig ein.

Fakt 02
 
Grafik 02
 
Mit der Kaufkraft ist in den vergangenen Jahrzehnten auch die Freizeit gestiegen. Noch Ende der 50er-Jahre lag die tarifliche Wochenarbeitszeit bei mehr als 47 Stunden. Mitte der 70er-Jahre war die 40-Stunden-Woche bereits die Regel. Und der Urlaubsanspruch hat sich von 12 Tagen im Jahr 1950 bis heute mehr als verdoppelt.

Doch mehr Freizeit muss man sich auch leisten können: Bis 1995 wurde in einigen Branchen die Ar­beitswoche auf 35 Stunden verkürzt. Die Arbeits­losigkeit stieg danach noch weiter an. Denn die Regelung verringerte die Rentabilität der Unternehmen und damit den Spielraum für Lohnerhöhungen. Arbeitnehmer, die mehr als 35 Stunden pro Woche arbeiten wollten, suchten zudem nach Zusatzverdiensten – auch in der Schattenwirtschaft. Das setzte den regulären Arbeitsmarkt weiter unter Druck.
Fakt 03
 
Grafik 03
 
Die große Mehrheit, nämlich rund 81 Prozent der Deutschen, sieht ihre Gesundheit oder Sicherheit nicht durch die Arbeit gefährdet. Tatsächlich ist das Unfallrisiko deutlich gesunken: 1969 war die Wahrscheinlichkeit eines Arbeitsunfalls fast vier Mal so hoch wie heute. Allein die Investitionen in Präventionsmaßnahmen haben sich über die arbeitgeberfinanzierte Unfallversicherung in den vergangenen 20 Jahren auf mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr verdoppelt.
 
Das scheint sich auch mit Blick auf die Krankschreibungen zu lohnen: Nur knapp 4 Prozent der Beschäftigten sind heute im Jahresdurchschnitt krankgeschrieben. 1970 lag diese Zahl noch bei fast 6 Prozent. Außerdem geht nur noch jeder Fünfte wegen mangelnder Arbeitsfähigkeit in Rente. 1960 galt das für zwei von drei Neurentnern.
 
Fakt 04
 
Grafik 04
 
Arbeit ist weit mehr als eine Einkommensquelle. Erwerbstätige haben beispielsweise eine wesentlich höhere Lebenszufriedenheit als Arbeitslose. Arbeit selbst hat sogar einen größeren Einfluss auf die Zufriedenheit als das Einkommen, wie die Ergebnisse des Sozio-oekonomischen Panels zeigen: Sogar Erwerbstätige mit unterdurchschnittlichem Einkommen geben dort häufiger an, zufrieden mit ihrem Leben zu sein, als Arbeitslose, die über ein im Vergleich höheres Einkommen verfügen.

In der öffentlichen Diskussion wird gerne behauptet, dass immer mehr Menschen in Deutschland trotz Arbeit von Armut bedroht sind. Tatsächlich verdienen aber nur 8 Prozent der Erwerbstätigen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens.
Fakt 05
 
Grafik 05
 
Den Wunsch nach einer zufriedenstellenden und anspruchsvollen Arbeit haben beide Geschlechter. Die Teilhabechancen für Frauen haben sich in den letzten Jahrzehnten stetig verbessert: Sind die Anteile an Studienanfängern und -absolventen zwischen den Geschlechtern mittlerweile ausge­glichen, lag der Frauenanteil 1970 noch bei jeweils 38 Prozent. Auch der weibliche Anteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beträgt inzwischen 46 Prozent.

Erleichtert wird eine höhere Erwerbsbeteiligung der Frauen durch familienfreundliche Maßnahmen der Unternehmen. So bieten 96 Prozent der Unternehmen flexible Arbeitszeiten, und 63 Prozent der Firmen geben an, dass die Mitarbeiter große oder eher große Mitgestaltungsmöglichkeiten haben.
Fakt 06
 
Grafik 06
 
Eine gute Vereinbarkeit ist auch in Bezug auf die persönlichen Vorstellungen von guter Arbeit wichtig. Immerhin macht die Erwerbstätigkeit einen großen Teil des Lebens aus. Um diese Vereinbarkeit ist es in Deutschland offenbar gut bestellt: Etwa drei von vier Arbeitnehmern können sich vor­stellen, auch mit 60 Jahren noch in ihrem jetzigen Job zu arbeiten. EU-weit meinen das dagegen nur knapp 60 Prozent.

85 Prozent der deutschen Arbeitnehmer finden zudem, dass sie gute Arbeit leisten, ihren Aufgaben also gewachsen sind. Ebenso viele halten ihre Arbeit für sinnvoll. Und: Mehr als 80 Prozent beurteilen das Verhältnis von Beruf und Privatleben als ausgeglichen. Für zwei Drittel der Beschäftigten sind die Grenzen sogar fließend: Sie geben an, auf der Arbeit sehr gute Freunde zu haben.

Ausgewählte Quellen

 
  • Statistisches Bundesamt
  • BAuA
  • European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions
  • Schröder, Christoph: Wohlstandsbilanz Deutschland – Arbeitswelt, 
    Institut der deutschen Wirtschaft Köln, März 2015
  • Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2012 –Unfallverhütungsbericht Arbeit,
    Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), 2014
  • Enste, Dominik, Mara Ewers: Lebenszufriedenheit in Deutschland:
    Entwicklung und Einflussfaktoren, in: IW-Trends, Jg. 41,Nr. 2, 2014
  • European Working Conditions Surveys, EWCS 2010 – Data
    Tables, Eurofound – European Foundation for the Improvement
    of Living and Working Conditions, 2013
  • Daten zur aktuellen Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung
    – Durchschnittliche Arbeitszeit und ihre Komponenten, Institut
    für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2014
  • Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2013, Bundesministerium für Familie,
    Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

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