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31. Mai 2006

Bildung
Man braucht kein 13. Schuljahr!

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Für kürzere Schulzeit - Thüringen als Vorbild, Prof. Dr. Dagmar Schipanski: Im internationalen Vergleich lernen deutsche Schüler zu lange. Eine Ausnahme bildet Thüringen: Hier machen Schülerinnen und Schüler bereits nach zwölf Jahren ihr Abitur.

Prof. Dr. Dagmar Schipanski: Abitur nach 12 Jahren
  • Prof. Dr. Dagmar Schipanski: Abitur nach 12 Jahren

In Thüringen macht ein Schüler nach 12 Jahren sein Abitur. Ich bin selbst nur zwölf Jahre zur Schule gegangen und habe das nie als Nachteil empfunden. Ganz im Gegenteil: Eine verkürzte Schulzeit bedeutet Konzentration auf das Wesentliche und ein sinnvoll zusammengesetztes Fächerangebot mit Praxiselementen. Sie geht daher nicht zu Lasten der Qualität der Hochschulreife. Abiturienten und Studenten aus Thüringen und Sachsen sind nicht schlechter ausgebildet als ihre Kommilitonen in anderen Bundesländern.

Vielfach dauert die Schul- und Studienzeit in Deutschland im internationalen Vergleich zu lange. In Thüringen haben wir es geschafft, dass fast alle Studenten innerhalb der Regelstudienzeit ihr Studium abschließen können. 1990 wurden in Abstimmung mit den Fakultätentagen alle Studiengänge neu konzipiert.

Wir haben die Praxisnähe beibehalten und Studien- bzw. Prüfungsordnungen transparent gestaltet. So können die Studenten an Fachhochschulen in acht Semestern und an Universitäten in zehn Semestern ihr Studium abschließen. Unsere Absolventen gehen mit 22 bzw. 24 Jahren auf den Arbeitsmarkt und haben daher auch international beste Startchancen.

Natürlich bedarf eine verkürzte Gymnasialzeit weiterer Reformen. So sollten beispielsweise die Lehrpläne überarbeitet werden. Den Naturwissenschaften muss der gleiche Stellenwert eingeräumt werden wie den Sprachen und Gesellschaftswissenschaften. Hier sind neue Anreize erforderlich, insbesondere durch neue pädagogische Konzepte.