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INSM-Botschafter Wolfgang Clement

Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns suggeriert eine gute Tat: Per Gesetz sollen jene mehr bekommen, die wenig haben. Doch auch bei den Befürwortern des Mindestlohns kommen offensichtlich allmählich auf: Je näher die Entscheidung über den Mindestlohn rückt, desto unsicherer werden jene, die letztendlich seine Folgen verantworten müssen. Eindeutiges Indiz dafür: Die Politik diskutiert Ausnahmen. Das heißt nichts anderes als dass man eingesteht, dass der Mindestlohn Arbeitsplätze kosten wird. Die Frage ist nur: wie viele?

Ob Praktikanten, unter 18-Jährige, Langzeitarbeitslose oder Saisonarbeiter in der Landwirtschaft - es mangelt nicht an Vorschlägen, wer alles davon ausgenommen bleiben soll. Und jede dieser Ausnahmen unterstreicht das Mindestlohn-Dilemma: Eine willkürlich gesetzte Grenze soll darüber entscheiden, wer von den 4,6 Millionen Menschen, die derzeit weniger als 8,50 Euro pro Stunde verdienen, künftig seine Arbeit verlieren oder behalten darf.

Fakt ist: Der Mindestlohn führt zu Jobverlusten. Ausnahmen sind keine Lösung, sondern schaffen neue Ungerechtigkeiten und Verdrängungseffekte auf dem Arbeitsmarkt. Darunter leiden vor allem diejenigen, die ohnehin schlechte Chancen haben – die Geringqualifizierten, Langzeitarbeitslosen und Berufseinsteiger. Ihnen verbaut man durch den Mindestlohn den Zugang zu Arbeit und zerstört damit die Einstiegschancen. Und wer keine Chance zum Einstig hat, bekommt erst recht keine zum Aufstiegs. Damit nimmt man ihnen jedwede Möglichkeit zur Teilhabe. Keine gute Tat.

Dieser Artikel erschien zuerst in der der Zeitung Die Welt.