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31. Mai 2006

Arbeit
Erfahrungen mit dem Thema Selbstständigkeit

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Erfolgsgarantie? Fehlanzeige!: Wer sich selbstständig macht, hat Chancen und Risiken. Nicht immer wird aus der Idee ein Erfolg. Lesen Sie zwei Erfahrungsberichte von Menschen, die sich selbstständig gemacht haben.

1) Mit der ACL Lorenzen GmbH gescheitert: "Ich würde es wieder versuchen, aber klüger!"

Heute arbeitet Roland Hornung in der Gastronomie, um seine Schulden zu begleichen. Seine Firma, die Berliner ACL Lorenzen GmbH, musste 1997 Konkurs anmelden.

1988 war der heute 43-jährige mit 20.000 Euro Eigenkapital gestartet. Sein Handel von Werkzeugen für Autowerkstätten florierte. Vom Schraubendreher bis zur Hebebühne lieferte die Firma alles, was zur Ausrüstung von Autowerkstätten benötigt wird.

Kurz darauf folgten Währungsunion und deutsche Einheit. Hornungs Unternehmen wuchs schnell auf sieben Mitarbeiter. "Bei den Kfz-Werkstätten im Osten gab es einen großen Nachholbedarf an Werkzeugen und Messgeräten", berichtet Hornung. Seine Zeit als Unternehmer fand er "außerordentlich spannend": "Ich war als Chef in allen Unternehmensbereichen tätig - Marketing, Personalführung, Kundendienst. Und ich konnte in meinem Geschäft die atmosphärischen Dinge ganz entscheidend gestalten, z.B. wie man miteinander umgeht oder wie man Konflikte löst."

Dann kam die Krise. Der Markt war schnell gesättigt. Dem Unternehmen gelang es nicht, die Kosten herunterzufahren. Das war das Ende. Hornung stand mit 50.000 Euro Schulden da.

Rückblickend sagt er, dass das Unternehmen zu retten gewesen wäre: "Wenn wir eine bessere Beratung gehabt hätten, z.B. ein externes Controlling, hätten wir das Ruder noch rechtzeitig rumreißen können." Außerdem beklagt er große Defizite in der damaligen Gründerbetreuung: "Wenn man bereits als Selbstständiger aktiv geworden war, fiel man aus allen Förderprogrammen heraus. Mit der chronischen Unterkapitalisierung hatte man dann ständig zu kämpfen."

Würde er sich noch einmal als Unternehmer versuchen? "Im Grundsatz ja, aber natürlich klüger!" 

2) XyloLegno-Modellmöbel aus Berlin: "Zuerst galten wir als Fantasten, jetzt sind alle begeistert."

Mit ihrem Geschäftskonzept konnten Francesca Giannini und Alexander Mavriki überzeugen. Die jungen Tischlergesellen, 28 und 33 Jahre alt, bekamen 12.000 Euro Zuschuss aus dem Gründungs- und Wachstumsfonds der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH in Berlin.

Rund sechs Jahre länger hätte es normalerweise gedauert, bis sich die beiden mit einem Meisterbetrieb hätten selbstständig machen können. Doch sie wollten ihre Ideen schneller verwirklichen. Sie suchten nach Möglichkeiten, um die klassischen beruflichen Grenzen zu verschieben, z.B. mit der Veranstaltung von Vernissagen oder durch eine neue Zusammenarbeit mit den Kunden. Hinzu kam, dass beide die Tätigkeit als angestellte Tischler nicht zufrieden stellte. Mavriki: "Die heutige Serienproduktion führt dazu, dass die Arbeit schnell monoton wird."

Eine Geschäftsidee war schnell gefunden: Herstellung und Verkauf von Kunstobjekten, vor allem hochwertige Einzelmöbel. In Zusammenarbeit mit Keramikern und Metallverarbeitern gestalten die beiden Jungunternehmer im Kundenauftrag neue Möbelobjekte.

" 'Geht nicht!' war natürlich die erste Reaktion bei Banken und öffentlichen Stellen, die wir gefragt haben", erzählt Alexander Mavriki. "Erst eine Unternehmensberatung zeigte uns den richtigen Weg zur Selbstständigkeit."

Beide Gründer erstellten ein Geschäftskonzept für ihr neues Unternehmen "XyloLegno". Dessen Name setzt sich zusammen aus den Worten Italienisch, den Sprachen der Herkunftsländer ihrer Familien. Erstaunlich fänden sie die Reaktion der Umwelt, berichten die beiden Jungunternehmer. "Mit einer neuen Idee wird man in Deutschland immer erst als Fantast abgetan. Aber wenn die Idee Wirklichkeit wird, sind alle begeistert."