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09. Okt 2009

Städteranking 2009
Hamburg Deutschlands dynamischste Großstadt

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Das Städteranking im Auftrag von INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) und WirtschaftsWoche stellt in Form einer Rangliste dar, wie erfolgreich die 50 größten deutschen Städte wirtschaften. Wo stehen Sie, was Arbeitsmarkt, Soziales, Wirtschaft und Wohlstand angeht? Über 60 Einzelindikatoren gehen in diese Studie ein, die die Wissenschaftler der IW Consult jährlich für die INSM und das Magazin WirtschaftsWoche erstellen. 

Hamburg Deutschlands dynamischste Großstadt – Höchster Wohlstand in München

Köln/Berlin. – Hamburg ist Dynamik-Sieger des 6. Großstadtrankings von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche. Keine andere unter den 50 größten deutschen Städten hat sich in der Zeit von 2003 bis 2008 besser entwickelt, so die am Freitag in Berlin vorgestellte Expertise von Wissenschaftlern der IW Consult GmbH. Beim absoluten Niveau von Wirtschaftskraft und Wohlstand, das den Ist-Zustand 2008 repräsentiert, reicht keine deutsche Metropole an Bayerns Hauptstadt heran.

Dynamik-Sieger Hamburg verzeichnete das zweitstärkste Beschäftigungswachstum unter allen 50 Großstädten. Die Hanseaten erlebten von 2003 bis 2008 zudem die drittbeste Einkommensentwicklung unter allen 50 Städten. „Die Hansestadt erlebte einen selbst tragenden Aufschwung – unter anderem getrieben durch den Hafenausbau und einen gesunden Branchen-Mix“, erklärte Henning Krumrey, stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche, bei der Vorstellung der Expertise. Zum sechsten Mal in Folge wurde München Sieger im Niveauranking. „Die Bayern- Metropole führt bei Einkommensteuerkraft und Kaufkraft, sie hat die wenigsten ALG II-Empfänger, die zweitniedrigste Arbeitslosenquote sowie den zweithöchsten Anteil an Hochqualifizierten“, so INSM-Geschäftsführer Dieter Rath.

Auf den Plätzen 2 und 3 im Dynamikranking folgen Saarbrücken und Münster. Saarbrücken glänzt unter anderem mit der relativ besten Einkommens-Entwicklung. Münster verzeichnete weit überdurchschnittliche Fortschritte bei der Arbeitsplatzversorgung. Im Niveauranking folgen die Städte Stuttgart und Karlsruhe auf den Plätzen 2 und 3. Stuttgart ist der Mittelpunkt des industrialisierten Südwestens. Genau darin liege aber auch ein Risiko: Die bislang erfolgreiche Wirtschaft dieser Region sei durch Exporteinbrüche infolge der Wirtschaftskrise besonders gefährdet, zumal sie – von hohem Niveau aus – nur eine schwache Dynamik zeige.

Platz 3 im Niveauvergleich belegt Karlsruhe. Nur in zwei Großstädten wuchs der Anteil Hochqualifizierter seit 2003 stärker. Die Stadt profitiert dabei von ihrer hervorragenden Universität, die Teil der Exzellenzinitiative des Bundes ist. Eine beachtliche Entwicklung zeigt auch die Hauptstadt Berlin. Sie hatte in den letzten Jahren vor allem wegen ihrer Arbeitsmarkt- und Sozialprobleme (z. B. hoher Anteil von ALG II-Empfängern) immer weit hinten gelegen und auch nur eine schwache Aufwärtstendenz gezeigt.

Das ist in diesem Jahr anders: Im Dynamikranking ist Berlin auf einen beachtlichen 17. Platz vorgerückt. „Die Hauptstadt kommt aus dem Keller – und dieser Trend könnte sich als nachhaltig erweisen“, meinte Krumrey. Grund: Die Wirtschaftsstruktur Berlins ist im Vergleich zu den Industrieregionen des Südens und Südwestens weniger krisenanfällig. Berlin punktet mit viel Dienstleistung und Verwaltung sowie als guter Hochschulstandort. Zu den relativen Verlierern des INSM/WiWo-Städterankings gehört die Bankenstadt Frankfurt. Die Stadt, die 2008 noch Platz 2 beim absoluten Niveau belegte, rutschte auf Rang 7. Weit unterdurchschnittlich ist auch ihre Dynamik-Performance: Nur Platz 31. Mitverantwortlich sei dafür, dass sich die Arbeitslosenquote in Frankfurt von 2003 bis 2008 kaum verbessert hat.

Ostdeutsche Aufsteiger sind die Städte Leipzig, Magdeburg und Rostock. Sie belegen im Dynamikvergleich die Plätze 5 bis 7, haben sich also – relativ betrachtet – besser entwickelt als 42 andere Großstädte. Hauptgrund: In allen drei Städten sind die Arbeitslosenquoten stark gesunken. Allerdings finden sich die drei ostdeutschen Städte beim absoluten Niveau noch unter den letzten Zehn. Über das gesamte Ranking hinweg sei die positive Beschäftigungsentwicklung in der Altersgruppe zwischen 55 und 64 Jahren hervorzuheben. Im Schnitt aller untersuchten Großstädte stieg die Altersbeschäftigungsquote im Zeitraum 2003 bis 2008 um 7,5 Prozentpunkte – am stärksten mit 12,4 Prozent in Rostock. „Neben konjunkturellen Effekten, die in den letzten Jahren eine verstärkte Nachfrage auch nach älteren Arbeitnehmern auslösten, haben sich hier auch die Arbeitsmarktreformen der letzten Jahre bezahlt gemacht“, erläuterte Rath.

In das INSM-WiWo-Großstadt-Ranking gehen 96 sozioökonomische Indikatoren ein. Dazu gehören Kaufkraft, verfügbares Einkommen, Arbeitsplatzversorgung, Wirtschaftsleistung je Einwohner, Daten zur öffentlichen Sicherheit und zur Demografie sowie zur Qualifikation und Ausbildung der Einwohner. Aus Dynamik- und Niveauranking errechnen die Wissenschaftler der IW Consult ein Gesamtranking, das am Wochenende in der WirtschaftsWoche veröffentlicht wird. Die drei Erstplatzierten sind hier: München, Münster und Hamburg.

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