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18. Mai 2012

IW-Konjunkturindex
"Deutschland wächst um 1,25 Prozent"

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In ihrer Gemeinschaftsdiagnose vom April dieses Jahres haben die Forschungsinstitute für Deutschland in diesem Jahr ein wirtschaftliches Wachstum von real 0,9 Prozent prognostiziert. Das IW Köln ist mit 1,25 Prozent Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts etwas optimistischer. Was die Aussichten für das nächste Jahr anlangt, ist man sich dagegen einig. Um zwei Prozent soll die preisbereinigte Wirtschaftsleitung im Jahr 2013 zulegen.

Der Arbeitsmarktindex

Arbeitsmarktindex

Der Arbeitsmarktindex (blaue Linie oben in der Grafik) hat im April den zweiten Monat in Folge nachgegeben. Sowohl die Zahl der offenen Stellen, als auch die Zahl der Arbeitslosen haben zu der Verschlechterung beigetragen:

  • Die Arbeitslosigkeit ist im April saisonbereinigt recht kräftig um 19.000 Personen angestiegen, einen stärkeren Zuwachs gab es zuletzt im Juni 2009. Hinzu kommt, dass der März-Wert kräftig nach unten revidiert wurde; es verbleibt zwar für den Monat März auch nach der Korrektur ein Rückgang der Arbeitslosigkeit, jedoch fällte er geringer aus als bislang angenommen.
  • Die Zahl der offenen Stellen ging im April zurück, allerdings nur leicht von 491.000 auf 490.000. Die Personalpläne der Unternehmen sind für dieses Jahr aber weiter positiv. Dies zeigt die Frühjahrsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln: Danach wollen 33 Prozent der deutschen Unternehmen in diesem Jahr ihren Personalbestand ausweiten, aber nur 14 Prozent ihn reduzieren. Wenn die positiven Konjunkturaussichten Bestand haben, sollte die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften somit in der Tendenz weiter aufwärts gerichtet bleiben.

Insgesamt büßte der Arbeitsmarktindex im April 0,4 Prozent ein und machte damit den Zuwachs im Vormonat von 0,2 Prozent wieder mehr als zunichte.

 

Der Wachstumsindex

Auch der Wachstumsindex (schwarze Linie in der Grafik oben) musste im April Federn lassen:

  • Die Finanzmärkte kommen einfach nicht zur Ruhe. Nachdem der DAX-Performance-Index drei Monate infolge Zuwächse verzeichnen konnte, büßte er im April gleich 185 Punkte oder 2,7 Prozent ein. Die 7.000er-Marke, die er zuletzt im Juli 2011 überschreiten konnte, ist wieder in weitere Ferne gerückt.
  • Der Ifo-Lage-Index konnte im April minimal um einen Zehntelpunkt zulegen. Im Grunde ist er seit drei Monaten konstant auf hohem Niveau. „Die deutsche Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig“ – so kommentierte das Ifo-Institut diesen Befund. Das verarbeitende Gewerbe bewertete seine aktuelle Lage deutlich positiver ein als noch im Monat zuvor und auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate haben sich weiter aufgehellt. Ein gespaltenes Bild zeigt sich im Handel: Während der Einzelhandel eine leicht verschlechterte Geschäftslage meldete, lief es im Großhandel im April besser, hier hat sich die Lagebeurteilung verbessert.
  • Die Industrieproduktion, die sich seit Oktober letzten keinem eindeutigen Trend folgte, sondern eher in einer Seitwärtsbewegung war, konnte im März dieses Jahres mit einem Plus von 1,5 Prozent überraschenderweise einen kräftigen Sprung nach oben machen. Letztmals im Juli 2011 ist die Industrieproduktion innerhalb eines Monats saisonbereinigt schneller gewachsen. Spitzenreiter unter den drei Hauptgruppen waren im März die Konsumgüterhersteller mit einem Plus von 3,0 Prozent, gefolgt von den Investitionsgüterproduzenten mit +2,0. Die Vorleistungsgüterproduzenten konnten hingegen nur ein mageres Plus von 0,3 Prozent verbuchen. Diese positive Produktionsentwicklung dürfte sich im April abgeschwächt mit einem Plus von knapp 0,5 Prozent fortgesetzt haben.

Insgesamt verlor der Wachstumsindex damit im April 1,2 Prozent und konnte somit nicht an die Erfolge der letzten drei Monate anknüpfen.

Arbeitsmarktindex

Wegen der Verluste im April erreicht der Arbeitsmarktindex in diesem Monat fast den unteren Rand des Vollbeschäftigungskorridors! Zur Erklärung: Bleibt der Arbeitsmarktindex im Vollbeschäftigungskorridor, sinkt die Arbeitslosenquote bis zum Jahr 2015 auf zwischen 3 und 4 Prozent. Im März 2010 hatte er erstmals den unteren Trichterrand durchbrochen und sich in den Vollbeschäftigungskorridor bewegt. Jetzt droht ein erneutes Abrutschen unterhalb des Vollbeschäftigungskorridors. Es bedarf in den nächsten Monaten kräftigere Impulse auf dem Arbeitsmarkt, um nicht den Trichter zu verlassen und das Ziel der Vollbeschäftigung bis Mitte 2015 aus dem Auge zu verlieren.

Der Wachstums- und Arbeitsmarktindex sind Bestandteil des Deutschland-Checks, eine monatlich erscheinende Dauerstudie der INSM und der WirtschaftsWoche. Insgesamt besteht der Deutschland-Check aus drei Teilen: Die Entwicklung von Wachstum und Beschäftigung, einer Beurteilung neuer Gesetze und einer Umfrage unter Wirtschaftsexperten, Arbeitnehmern und Arbeitgebern.