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14. Apr 2012

IW-Konjunkturindex
Deutschland weiter Lokomotive im Euroland

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Viele Konjunkturforscher in verschiedenen Instituten arbeiten zurzeit intensiv an ihren Frühjahrsprognosen. Im Detail werden sich die Ergebnisse unterscheiden, wohl aber weniger in der Grundaussage: Nach einem schwachen Winterhalbjahr zeigt die Wachstumskurve in Deutschland wieder nach oben. Auch in einem zweiten Punkt sind sich die Prognostiker wohl weitgehend einig: Die deutsche Volkswirtschaft wird nach 2010 und 2011 auch in diesem und dem nächsten Jahr die Konjunkturlokomotive in Euroland sein.  

Konjunkturkurven

Der Arbeitsmarktindex

Der Arbeitsmarktindex (blaue Linie oben in der Grafik) konnte sich nach der überraschend negativen Entwicklung im März wieder stabilisieren. Für eine Entwarnung reicht die positive Entwicklung allerdings nicht:

  • Der Teilindikator Zahl der Arbeitslosen ist saisonbereinigt im März um 18.000 Personen und damit durchaus kräftig gesunken. Das Bild wird zusätzlich noch dadurch aufgehellt, dass der Februar-Wert nachträglich korrigiert worden ist. Statt des zunächst gemeldeten Anstiegs ist die Zahl der Arbeitslosen auch im Februar – allerdings nur schwach – rückläufig gewesen. Die befürchtete Trendwende ist beim Teilindikator "Zahl der Arbeitslosen" also nicht eingetreten.
  • Maßgeblich für den Rückgang des Arbeitsmarktindex im Februar war der relativ starke Rückgang der gemeldeten offenen Stellen. Hier hat es keine Korrektur des Februarwertes gegeben. Allerdings hat sich der herbe Rückschlag im März nicht wiederholt. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen war zwar erneut mit -1.000 rückläufig, aber das Bild von einer Stabilisierung beschreibt die Entwicklung im März wohl zutreffender. Gleichwohl legt die Entwicklung der letzten zwei Monate nahe, dass die lange Zeit zu beobachtende lebhaft zunehmende Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften ein vorläufiges Ende gefunden hat.

Insgesamt hat der Arbeitsmarktindex im März wieder leicht um 0,2 Prozent zugelegt, ohne jedoch den herben Verlust aus dem Vormonat ausgleichen zu können. 

Vollbeschäftigungskurs

Arbeitsmarktindex

Der Arbeitsmarktindex (auf Grafik rechts klicken) blieb auch im März auf Vollbeschäftigungskurs (zwischen gelber und roter Linie), näherte sich aber dem unteren Rand Korridors weiter an. Zur Erklärung: Bleibt der Arbeitsmarktindex im Vollbeschäftigungskorridor, sinkt die Arbeitslosenquote bis zum Jahr 2015 auf zwischen 3 und 4 Prozent. 

Der Wachstumsindex

Auch der Wachstumsindex (schwarze Linie in der Grafik ganz oben) konnte im März weiter Boden gut machen. Insbesondere einer der drei Indikatoren ist dafür verantwortlich:

  • Treibende Kraft war wie schon im Vormonat im März erneut der DAX-Performance-Index. Die positive Grundstimmung behielt im Laufe des März die Oberhand, so dass der Index um 1,3 Prozent auf 6.947 Punkte anstieg. Die Gewinne waren damit zwar deutlich schwächer als in den beiden Vormonaten (+9,5 Prozent im Januar und +6,2 Prozent im Februar), aber immer noch beachtlich.
  • Der Ifo-Lage-Index stagnierte im März auf dem Niveau von 117,4 Punkten. Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes meldeten dem Ifo-Institut eine leicht eingetrübte Geschäftslage. Da ihre Aussichten für die nächsten Monate weiterhin positiv sind, wollen sie gleichwohl ihre Mitarbeiterzahl weiter aufstocken. Im Handel zeigte sich im März ein gespaltenes Bild: Während der Großhandel sich eher skeptisch präsentierte, meldeten die Einzelhändler eine deutliche Belebung ihres Geschäfts. Hier schlägt sich die gute Entwicklung des privaten Konsums nieder, angetrieben von der günstigen Arbeitsmarkt- und Lohnentwicklung.
  • Die Entwicklung der saison- und kalenderbereinigten Industrieproduktion zeigt schon seit einigen Monaten keinen klaren Trend, sondern ist von einem Auf und Ab gekennzeichnet. Im Februar ging die Industrieproduktion um 0,4 Prozent zurück, nachdem sie im Januar noch um fast 1 Prozent zulegen konnte. Für den Rückgang im Februar zeichnet vor allem der Konsumgüterbereich verantwortlich, der einen Produktionseinbruch um 2,1 Prozent verzeichnete. Die Vorleistungsgüterproduzenten kamen mit einem Minus von 0,3 Prozent deutlich günstiger weg; die Investitionsgüterhersteller konnten sogar ein leichtes Plus von 0,3 Prozent verbuchen. Für den März signalisiert das IW-Prognosemodell einen weiteren Rückgang der Industrieproduktion von 0,7 Prozent. Ein Hoffnungsschimmer für die weitere Entwicklung ist, dass die Auftragseingänge in der Industrie sich zuletzt wieder erhöht haben, wobei derzeit die treibenden Kräfte aus dem Ausland und dabei aus Ländern außerhalb der Eurozone kommen.

Insgesamt konnte der Wachstumsindex den dritten Monat in Folge, wenn auch mit abgeschwächtem Tempo, Geländegewinne verzeichnen (+0,5 Prozent).  

Der Wachstums- und Arbeitsmarktindex sind Bestandteil des Deutschland-Checks, eine monatlich erscheinende Dauerstudie der INSM und der WirtschaftsWoche. Insgesamt besteht der Deutschland-Check aus drei Teilen: Die Entwicklung von Wachstum und Beschäftigung, einer Beurteilung neuer Gesetze und einer Umfrage unter Wirtschaftsexperten, Arbeitnehmern und Arbeitgebern.